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Montag, 6. Februar 2023
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Nein zur TREA II
Keine zweite M√ľllverbrennungsanlage im Markgr√§flerland!

Eher z√§hneknirschend und nur in Verbindung mit einer konsequenten Abw√§rmenutzung haben die Umweltverb√§nde am Oberrhein im November 2004 den Bau der M√ľllverbrennungsanlage TREA Breisgau akzeptiert. Es ging darum, unseren s√ľdbadischen Abfall zu verbrennen und das Problem nicht dauerhaft in andere Regionen zu exportieren.

Jetzt erleben wir die Debatte um eine zweite MVA in Bremgarten. Wir halten den Gewerbepark Breisgau als Standort f√ľr diese Anlage ?die die Region nicht ben√∂tigt! ? aus verschiedenen √∂konomischen wie √∂kologischen Gr√ľnden f√ľr ungeeignet und sprechen uns nachdr√ľcklich gegen die Planung aus.

Wir haben den kleinen Finger gegeben und jetzt wird die ganze Hand genommen. Sollte jetzt gegen unseren Widerstand eine zweite MVA gebaut werden, dann sind in Zukunft solche Kompromisse wie 2004 nicht mehr möglich.

Wir wollen hier einige Argumente in die aktuelle Debatte einbringen:

Gegen un√∂kologische M√ľlltransporte (?M√ľll-Tourismus?)

Der in der TREA II zu verbrennendede M√ľll entsteht weit von Bremgarten und S√ľdbaden entfernt. Das Transitland S√ľdbaden leidet bereits jetzt massiv unter dem Strassen- und Bahnverkehr. Zus√§tzliche, unn√∂tige und umweltbelastende Transporte von 150 000 Tonnen M√ľll/Jahr sind aus lokaler und globaler Sicht nicht akzeptabel.

Eine TREA II w√ľrde vermutlich die Abluft-Grenzwerte einhalten,

doch die Luft in S√ľdbaden ist schon lange nicht mehr rein. Zur Vorbelastung durch die TREA I kommen vor allem die Schadstoffe der wuchernden els√§ssischen Schwerindustriezone entlang des Rheins. Tourismus, Kur- und Badeorte, Landwirtschaft und die Menschen der Region w√ľrden unter den zunehmenden Schadstoffmengen leiden.

Die umweltbelastende, französische Schwerindustriezone wuchert Richtung Nambsheim

Mit der TREA I und ihrem Schornstein ist jetzt, zumindest optisch, bereits eine erste Metastase, dieses Industriegebietes auf unserer Rheinseite entstanden. Dies erschwert den notwendigen Widerstand gegen umweltzerst√∂rende neue Planungen im Elsass. Wenn die jetzige, zerst√∂rerische Entwicklung auf beiden Rheinseiten (Schwerindustrie im Elsass, TREA II und Fl√§chenverbrauch in S√ľdbaden) so weitergeht, dann verliert die Toscana Deutschlands noch st√§rker ihren Charme und die Lebensqualit√§t schwindet. Das ist eine Entwicklung an deren Ende das Aus f√ľr den Tourismus, f√ľr Kur- und Badeorte stehen k√∂nnte.

Mit einer verbesserten Abw√§rmenutzung wird jetzt f√ľr die zweite Verbrennungslinie geworben

Doch seit November 2004 verschwendet schon die TREA I unglaubliche Abw√§rmemengen. Ein Gro√üteil von 50 Megawatt Abw√§rme (laut Genehmigungsantrag) verpufft in Zeiten weltweiter Klimaver√§nderungen gr√∂√ütenteils ungenutzt. Aber ein Megawatt Abw√§rmeleistung entspricht auf das Jahr gerechnet einer Energiemenge von ca. 870 000 Litern Erd√∂l. (870 000 x 50 = 43 500 000 Liter Erd√∂l/Jahr!!!) T√§glich wird eine Abw√§rmemenge entsprechend rund 120 000 Litern Erd√∂l in die Umwelt abgegeben. 50 MW Abw√§rme entsprechen dem W√§rmebedarf von 50 000 Niedrigenergie-Wohnh√§usern. Es ist erfreulich, dass die Betreiber nach Abnehmern f√ľr diese Abw√§rme suchen und langsam auch erste Erfolge haben.

Nach Ansicht der Umweltverbände sollte die vorhandene Abwärme der TREA I endlich sinnvoll genutzt werden

Obwohl im Gewerbepark Breisgau immer noch gro√üe Milit√§rbrachen zur Verf√ľgung stehen, versuchen manche umliegenden Gemeinden entgegen den Zielen der Regionalplanung, Gewerbe und Industrieansiedlung in die eigenen kommunalen Gewerbegebiete, auf die ?noch? gr√ľne Wiese, umzuleiten. Das bedeutet unn√∂tigen Fl√§chenverbrauch in der Region und verhindert die Abw√§rmenutzung im Gewerbepark Bremgarten. Die Umweltverb√§nde dr√§ngen seit der Planungsphase auf umweltfreundliche Gewerbeansiedlung, auf den Ausbau des W√§rmenetzes und die bestm√∂gliche Nutzung der Abw√§rme von TREA I. Hier sollten sich Kommunen, Kreise, Regierungspr√§sidium und der Regionalverband st√§rker engagieren und √∂rtliche Egoismen √ľberwinden.

Klimaschutz ernst nehmen

Wir m√ľssen die Gefahren der Klimaver√§nderung und das absehbare Ende der √Ėl-, Gas- und Uranvorr√§te endlich ernst nehmen. Das bedeutet mehr als das Drehen an kleinen Stellschrauben, wie uns viele ?Weiter so?-Politiker gerne weismachen wollen. Wir m√ľssen Modelle aufzeigen, wie wir mit einem geringeren Input von Energie und Rohstoffen ein gutes Leben f√ľhren k√∂nnen. Das hei√üt auch verst√§rkte M√ľllvermeidung und nicht die Illusion von Umweltschutz durch M√ľlltrennung und anschlie√üender Verbrennung.

Den nicht vertretbaren Zubau eines zweiten M√ľllofens lehnen wir aus diesen Gr√ľnden entschieden ab!



AGUS ? Markgräflerland Alma Fischer, Vorstandsmitglied

BUND Regionalverband S√ľdlicher Oberrhein Axel Mayer, Gesch√§ftsf√ľhrer 0761/30383

B√ľrgerinitiative Umweltschutz Staufen Dr. Frank Baum

NABU S√ľdbaden Dr. Felix Bergmann, Gesch√§ftsf√ľhrer
 
Eintrag vom: 11.05.2007  




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