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Willkommen, Kaza!
FĂŒnf afrikanische Staaten unterschreiben Staatsvertrag fĂŒr grĂ¶ĂŸtes Naturschutzgebiet Afrikas

Berlin - In der angolanischen Hauptstadt Luanda fĂ€llt heute der offizielle Startschuss fĂŒr das zweitgrĂ¶ĂŸte Naturschutzgebiet der Erde. „Wir freuen uns sehr ĂŒber diesen Meilenstein im sĂŒdlichen Afrika und sprechen den beteiligten Regierungen unsere Anerkennung und Respekt aus. Die Vertreter aller beteiligten Staaten, viele NGOs vor Ort, und nicht zuletzt das deutsche Entwicklungsministerium und die KfW haben großen Anteil daran, dass aus der faszinierenden Vision eines afrikanischen Megaparks nun Wirklichkeit wird. Das Besondere an Kaza ist, dass es Naturschutz mit ArmutsbekĂ€mpfung vereinen kann.“, freut sich WWF-Vorstand Eberhard Brandes. Beteiligt am Kaza-Naturpark sind die fĂŒnf Staaten Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe. Sie wollen 36 Schutzgebiete so vernetzen, dass ein zusammenhĂ€ngendes Gebiet von 350.000 Quadratkilometern entsteht, in dem Tiere wie Elefanten, Leoparden und Flusspferde ungestört leben und wandern können. Der WWF unterstĂŒtzt das Kaza-Projekt seit Jahren mit Expertenwissen und jĂ€hrlich zwei Millionen Euro, das Entwicklungsministerium hat ĂŒber die Entwicklungsbank KfW fĂŒr das Projekt bislang 20 Millionen Euro bereitgestellt.

„Die unvergleichliche Natur dieser Region wirkt wie ein Magnet auf Touristen. Aber in Kaza fließen die Einnahmen nicht an irgendwelche Investoren, sondern direkt an die Menschen“, sagt Philipp Goeltenboth, WWF-Experte fĂŒr Kaza. „Das Land mit allen NaturschĂ€tzen gehört ihnen, den StĂ€mmen und Dorfgemeinschaften. Sie entscheiden, was damit geschieht. Niemand, weder die Regierung noch irgendeine NGO, darf ihnen etwas vorschreiben. Deshalb schĂŒtzen sie die Natur. Sie wissen, dass sie ihnen ihr Auskommen sichert.“ Nach WWF-SchĂ€tzungen gilt als Faustformel fĂŒr Kaza: sieben Touristen sichern einen Arbeitsplatz, von dem in dieser Region bis zu 15 Menschen ernĂ€hrt werden können.

FĂŒr die Artenvielfalt der Region ist der Megapark laut WWF immens wichtig. Beispiel Elefanten: rund 300.000 der Tiere leben in Kaza, doch fast alle auf einem Fleck: 135.000 sind es in Botswana, nur 800 in Angola. In Botswana leidet die Artenvielfalt unter dem massiven Appetit der Elefanten. Die Wanderkorridore sollen hier Abhilfe schaffen und den Lebensraum der Elefanten wie auch vieler anderer Tiere erweitern.

„Die Idee zu Kaza ist 20 Jahre alt. Der WWF war von Anfang an als einer der Geburtshelfer dabei. Aber die wahren Treiber hinter der Idee sind die StammeshĂ€uptlinge und die Vertreter der beteiligten LĂ€nder, die alte Auseinandersetzungen hinter sich lassen und ĂŒber den Naturschutz zu einer lĂ€nderĂŒbergreifenden Vision finden“, sagt Philipp Goeltenboth. WillkĂŒrliche Grenzziehungen aus der Kolonialzeit seien dank Kaza bald Geschichte.
 
Eintrag vom: 20.08.2011  




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