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Samstag, 22. Juni 2024
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Plusenergie-Petition ÔÇô ein offener Brief ...
... von SolarArchitekt Rolf Disch an die Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel


Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,

hiermit ├╝bersende ich Ihnen im Namen von ├╝ber 4.400 Unterzeichnern unsere Plusenergie-Petition.

Plusenergie ist der derzeit fortgeschrittenste Standard im Bauen und Sanieren: Die Geb├Ąude erreichen nicht nur ein Optimum an Energie-Effizienz. Das ist angesichts des enormen Anteils an den Energie-Verbr├Ąuchen von ├╝ber 40 Prozent, die durch das Bauen und Nutzen von Geb├Ąuden anfallen, das erste Gebot der Stunde. Sondern sie produzieren dar├╝ber hinaus einen regenerativen Energie├╝berschuss, der ans Stromnetz abgegeben werden oder zum Beispiel f├╝r die Elektro-Mobilit├Ąt selbst genutzt werden kann. Es geht nicht nur um die W├Ąrmeversorgung, es geht um ein ganzheitliches Konzept, das alle Energieformen und alle Ressourcen ber├╝cksichtigt.

Das Bundesbauministerium hat einen Prototyp eines Plusenergiehauses gef├Ârdert, hat erkl├Ąrt, die Weiterentwicklung zu forcieren und propagiert auf erfreuliche Weise die Verbreitung des Konzepts. Allerdings sind wir ├╝ber das Stadium der Prototypen l├Ąngst hinaus. Die ersten Plusenergie-Geb├Ąude stehen bereits seit 1994. Eine komplette Siedlung, die Solarsiedlung in Freiburg mit 60 Plusenergieh├Ąusern, hat die technische und wirtschaftliche Machbarkeit bereits seit ├╝ber zehn Jahren nachgewiesen. Die Mittel f├╝r einen entscheidenden Schritt der Energiewende sind zur Hand. Es gilt nur noch, das Konzept in der Breite umzusetzen. Im Neubau wie in der Sanierung. Im Wohnungs-, B├╝ro- und Gewerbebau.

Genau dieses ist ohnehin gefordert von der EU-Geb├Ąuderichtlinie EPBD 2010, die bereits vor 2020 in Deutschland implementiert werden kann. Es steht im Einklang mit dem Energiekonzept der Bundesregierung ebenso wie mit dem Kabinettsbeschluss zur energetischen Ert├╝chtigung des Geb├Ąudebestands. Es w├Ąre eine au├čerordentlich weitreichende Ma├čnahme zur Umsetzung der dort gesetzten Ziele und w├╝rde noch dar├╝ber hinaus gehen. Das Plusenergiekonzept muss ein Leitbild, eine Vorgabe f├╝r die unmittelbar anstehende Fortschreibung der Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) werden ÔÇô ebenso wie f├╝r die Weiterentwicklung des Gesetzes zum Vorrang der Erneuerbaren Energien (EEG) und des Energiew├Ąrmegesetzes (EnW├ĄrmG).

Verehrte Frau Bundeskanzlerin, wir alle stehen fassungslos vor der Katastrophe von Fukushima. Wieder wird uns allen schockhaft vor Augen gef├╝hrt, dass es nicht nur um die Reduktion von CO2-Emissionen geht. Sondern dass unser gesamtes System der Energieversorgung untragbar ist. Ziehen Sie jetzt die Konsequenzen. Setzen Sie Ihre politischen Mittel, Ihren Ehrgeiz und Elan daran, dass jetzt gemacht wird, was machbar ist und notwendig. Setzen Sie auf den jeweils besten Standard. Die Welt bewundert Deutschland daf├╝r, wie wir mit Konzepten wie Plusenergie neue M├Âglichkeiten geschaffen haben, und man beginnt, das zu adaptieren.

Die Bundespolitik kann und muss den Rahmen setzen. Der beste Standard muss gef├Ârdert werden. Die Investitionen werden dann aus der Privatwirtschaft erfolgen. Ein nachhaltigeres Wirtschaftsf├Ârderprogramm ist kaum denkbar. Und jedes einzelne Projekt wird ganz direkt eine Ma├čnahme sein zum Klimaschutz, zum Ressourcenschutz, zum Umbau des Energiesystems. Wie Sie selbst einmal sagten: ÔÇ×Die beste Strategie f├╝r eine sichere Energieversorgung ist daher die Steigerung der Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien.ÔÇť

Die Forderungen im einzelnen und die Begr├╝ndungen derselben entnehmen Sie dem beiliegenden Text der Petition. Die Petition├Ąre erwarten gespannt Ihre Reaktion. Dass wir f├╝r R├╝ckfragen, f├╝r jede Mitarbeit an der Umsetzung zur Verf├╝gung stehen, versteht sich von selbst.

Mit freundlichen Gr├╝├čen

im Namen der Petitionszeichner



Rolf Disch
SolarArchitekt


P.S.

Sie finden alle Informationen auch unter www.plusenergie.de.

Die Plusenergie-Petition ergeht auch an

den Bundesminister f├╝r Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Herrn Dr. Norbert R├Âttgen,
den Bundesminister f├╝r Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung, Herrn Peter Ramsauer,
den Bundesminister f├╝r Finanzen, Herrn Dr. Wolfgang Sch├Ąuble,
den Bundesminister f├╝r Wirtschaft, Herrn Dr. Philipp R├Âsler,
sowie den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages.
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Eintrag vom: 13.07.2011  




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