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NABU und WWF fordern: Keine Beliebigkeit bei steuerlichen Anreizen
Förderung der Gebäudesanierung muss sich an Klimaschutzzielen ausrichten

Berlin - Die Umweltverb√§nde WWF und NABU fordern die Bundesregierung und die Regierungen der L√§nder auf, sich bei der Frage der Kostenverteilung f√ľr die geplante steuerliche F√∂rderung von anspruchsvollen energetischen Geb√§udesanierungen zu einigen. Ein Scheitern gef√§hrdet aus Sicht der Verb√§nde den Erfolg einer echten Energiewende und nachhaltige, positive Effekte f√ľr Klimaschutz sowie Wirtschaft und Besch√§ftigung. Eine steuerliche F√∂rderung anspruchsvoller energetischer Geb√§udesanierungen kommt auch dem lokalen und regionalen Fachhandwerk zu Gute. Hierdurch profitieren vor allem Kommunen und L√§nder.

Bis dato kennt die deutsche Steuerlandschaft keinerlei Anreizinstrumente f√ľr Energieeffizienz. Die von der Bundesregierung vorgeschlagene steuerliche F√∂rderung ist daher ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Ziel eines klimaneutralen Geb√§udebestands im Jahr 2050. Der Entwurf richtet sich gezielt an Eigenheimbesitzer und Kleinvermieter, die mehr als drei Viertel der Wohnfl√§che in Deutschland repr√§sentieren. Dies ist nach Meinung von NABU und WWF ein sinnvoller Ansatz, da hier gro√üe, bislang nicht ausreichend erschlossene Energiespar- und CO2-Reduktionspotenziale liegen.

Tobias Krug, Energieeffizienz-Experte beim WWF Deutschland: ‚ÄěDer WWF fordert, dass der vorliegende Gesetzentwurf w√§hrend den nun anstehenden Beratungen nicht verw√§ssert wird. Wir unterst√ľtzen den Vorschlag der Bundesregierung, die steuerliche F√∂rderung an ambitionierte Effizienzstandards f√ľr Gesamtgeb√§ude zu kn√ľpfen. Der Standard ist technologieoffen, da er dem Eigent√ľmer eine gr√∂√ütm√∂gliche Wahlfreiheit hinsichtlich der Ma√ünahmen zur Energie- und CO2-Einsparung √ľberl√§sst. Gleichzeitig f√ľhrt er dazu, dass im Zuge der Sanierungsma√ünahme auch tats√§chlich gro√üe Energie- und CO2-Einsparungen erzielt werden. Das ist der richtige Weg.‚Äú

NABU-Energieeffizienzexperte Ulf Sieberg: ‚ÄěWir unterst√ľtzen den Gesetzesvorschlag der Bundesregierung, weil er zus√§tzliche Geb√§udesanierungen anreizt und dabei auch die notwendige Sanierungstiefe zum Ziel hat. Eine alleinige Verdopplung der Sanierungsrate reicht nicht aus. Zielf√ľhrend sind Ma√ünahmen nur dann, wenn sie an hohe Effizienzstandards gekn√ľpft sind. Das gilt gerade auch f√ľr Einzelma√ünahmen. Jede Investition muss vom Ende her gedacht werden und vereinbar mit den Klimaschutzzielen sein. Eine beliebige F√∂rderung von Ma√ünahmen k√§me einer Verschwendung von Steuergeldern gleich.‚Äú

Geb√§ude sind sehr langlebige Kapitalst√∂cke. Die Zeit ist daher knapp, denn den typischen Sanierungs-, Investitions- und Lebenszyklen folgend, wird es bis 2050 nur wenige Gelegenheiten geben, die energetische Qualit√§t von Geb√§uden auf einen praktisch klimaneutralen Standard zu verbessern. Die Messlatte f√ľr die F√∂rderung von energetischen Geb√§udesanierungen muss aus Sicht von WWF und NABU so ausgestaltet werden, dass sie die Erreichung des Ziels eines klimaneutralen Geb√§udebestands bis 2050 auch tats√§chlich erm√∂glicht.
 
Eintrag vom: 24.06.2011  




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