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Vom Acker in den Abfall: Ein Drittel der Lebensmittel landet im M├╝ll
WWF zum Agrarministergipfel in Berlin: ÔÇ×NachernteverlusteÔÇť m├╝ssen verringert werden

Berlin - Zum heutigen Welt-Agrarministergipfel auf der Gr├╝nen Woche in Berlin fordert der WWF von den Landwirtschaftsministern der teilnehmenden Staaten, die Vernichtung von Nahrungsmitteln zu bek├Ąmpfen. Derzeit wird fast ein Drittel aller erzeugten Lebensmittel weggeworfen, weil es beispielsweise an vern├╝nftigem Transport, rechtzeitiger Verarbeitung oder K├╝hlung fehlt. Diese so genannten Nachernteverluste zwischen Landwirt und Verbraucher belasten nach Angaben des WWF die Umwelt unn├Âtig und verschlimmern die weltweite Ern├Ąhrungskrise.

ÔÇ×Die Agrarlobby redet immer davon, die Produktion auszuweiten: Mit mehr Pestiziden, mehr Gentechnik, mehr gerodetem Wald f├╝r neue ├äckerÔÇť, kritisiert WWF-Agrarexperte Matthias Mei├čner. ÔÇ×Dabei m├╝ssen wir zuerst die dutzenden Lecks stopfen, die unser Ern├Ąhrungssystem hat. Wir k├Ânnen es uns nicht leisten, so viel Essen zu verschwenden, weder moralisch noch ├Âkologisch.ÔÇť

Nach wissenschaftlichen Sch├Ątzungen erzeugt die Landwirtschaft weltweit 4.600 Kilokalorien pro Tag und Mensch. Davon erreichen 1.400 Kalorien niemals einen Magen. ÔÇ×In schlecht entwickelten L├Ąndern verlieren wir Essen durch falsche oder fehlende Lagerung und VerarbeitungÔÇť, so Mei├čner. ÔÇ×Dort m├╝ssen die Handelsstr├Âme verbessert werden.ÔÇť In den reichen Industrienationen dagegen gehe es um einen Bewusstseinswandel: ÔÇ×Wir schmei├čen Lebensmittel weg, die eigentlich noch essbar w├Ąren. Dies gilt f├╝r Superm├Ąrkte genauso wie f├╝r den Privathaushalt.ÔÇť Allein in Gro├čbritannien wanderten 14 Millionen Tonnen Lebensmittel j├Ąhrlich aus Warentheke oder K├╝hlschrank direkt in den M├╝ll.

Der WWF fordert die Agrarminister auf, den Aufbau vern├╝nftiger Transport und Verarbeitungsstrukturen in die Hand zu nehmen und daf├╝r Geld bereitzustellen. Daneben m├╝sse es gesetzliche Vorgaben f├╝r den Handel und Verbraucheraufkl├Ąrung geben.

Verbrauchern r├Ąt WWF-Experte Mei├čner, planvoll einzukaufen und kein Essen wegzuwerfen. ÔÇ×Das w├╝rde helfen, die f├╝r 2050 vorhergesagten drei Milliarden Menschen mehr zu ern├Ąhren, ohne unseren ├Âkologischen Fu├čabdruck ├╝ber Geb├╝hr zu vergr├Â├čern.ÔÇť
 
Eintrag vom: 22.01.2011  




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