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R√ľckkehr des Wolfes: Hessen braucht Managementplan
Managementpl√§ne: Ziel ist Vermeidung von Konflikten und ‚Äěkritischen Situationen‚Äú.
R√ľckkehrer: W√∂lfe seit Ende der Neunziger wieder in Deutschland.

Frankfurt - Ein verletzter Wolf in der Region Gie√üen hat Anwohner und Beh√∂rden in Atem gehalten. Das offensichtlich verletzte Tier wurde von Spazierg√§ngern, der Polizei, J√§gern und Veterin√§ren verfolgt, konnte nach Augenzeugenberichten aber trotz einer augenscheinlichen Verletzung am Hinterlauf entkommen. ‚ÄěHessen muss sich auf die R√ľckkehr des Wolfes vorbereiten. Das Bundesland braucht dringend einen Managementplan nach dem Vorbild von Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern‚Äú, fordert WWF-Experte Janosch Arnold. Unklare oder gar kritische Situationen wie derzeit in der Region Gie√üen w√ľrden durch verhindert werden k√∂nnen. In den Pl√§nen der beiden ‚ÄěWolfs-L√§nder‚Äú ist klar geregelt, wie mit einem verletzten Wolf umgegangen werden soll. Anders als bei angefahrene Wild, wie Reh oder Hirsch, darf dies beim unter Naturschutz stehenden Wolf n√§mlich nicht der zust√§ndige Jagdaus√ľbungberechtigte entscheiden. Die bestehenden Managementpl√§ne wurden in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von Beh√∂rden, Wissenschaftlern, Jagdverb√§nden, Schafsz√ľchtern und Umweltschutzorganisationen sowie B√ľrgerinitiativen erarbeitet.

‚ÄěWenn Anwohner oder Spazierg√§nger einen noch dazu verletzten Wolf verfolgen, ihn gar in die Enge treiben, kann das schnell zu einer kritischen Situation f√ľhren‚Äú, warnt Arnold. Zum Schutz von Mensch und Wolf sei es notwendig einen Managementplan mit klaren Zust√§ndigkeiten aufzustellen und durch Kommunikation und Aufkl√§rungsarbeit vor Ort zu verankern. ‚ÄěEs braucht einen gelassenen, aber koordinierten Umgang mit den Tieren. Die Menschen in Deutschland m√ľssen erst wieder lernen, mit Beutegreifern wie Wolf und Luchs zu leben", so Arnold. Panische Forderungen nach einem generellen Abschuss seien v√∂llig unangebracht. ‚ÄěIm Gegensatz zu streunenden Haushunden haben W√∂lfe eine nat√ľrliche Scheu vor dem Menschen‚Äú, beruhigt der WWF-Experte.

Trotzdem wird kaum eine Art so argw√∂hnisch beobachtet wie der Wolf. Doch die vielerorts tief verwurzelte Angst sei unbegr√ľndet, so der WWF. Obwohl der Wolf seit Ende der neunziger Jahre wieder in Deutschland heimisch ist, hat es bis heute keinen einzigen √úbergriff auf den Menschen gegeben. Auch bei den bis zu 20.000 in Europa lebenden W√∂lfen gab es in den vergangenen f√ľnfzig Jahren neun t√∂dliche Angriffe auf Menschen, zumeist von tollw√ľtigen Tieren. In den USA, ein Land mit immerhin etwa 60.000 W√∂lfen, wurden im selben Zeitraum zwei t√∂dliche Wolfsangriffe gemeldet. Zum Vergleich: Allein in Deutschland sterben jedes Jahr rund 40 Menschen an den Folgen von Bienen- und Wespenstichen.
 
Eintrag vom: 14.01.2011  




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