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Sonntag, 25. Juli 2021
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EnBW in Landeshand
Kommunalisierung statt Atom- und Kohlekraftwerke

Der fesa e.V. begr├╝├čt die ├ťbernahme von EnBW durch das Land, h├Ąlt jedoch Umstrukturierungen im Konzern f├╝r notwendig. Statt zentraler Anlagen zur Produktion von Kohle- und Atomstrom bedarf es dezentraler Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien in der Hand der Kommunen. Bei der Landtagswahl k├Ânnen die B├╝rgerinnen und B├╝rger nun ├╝ber die energiepolitische Zukunft des Landes mitbestimmen.

V├Âllig ├╝berraschend berichteten die Nachrichtenagenturen in der ersten Dezemberwoche ├╝ber den Kauf der EnBW-Aktienanteile des franz├Âsischen Konzerns EdF durch das Land Baden-W├╝rttemberg. EnBW ist der drittgr├Â├čte Stromerzeuger in Deutschland und geh├Ârt zu den vier gro├čen deutschen Strommonopolisten. Der in Baden-W├╝rttemberg t├Ątige Konzern produziert seinen Strom zu 57 Prozent in Atomkraftwerken und zu 32 Prozent aus fossilen Energietr├Ągern. Mit dem Kauf der Aktien liegt EnBW nun zu ├╝ber neunzig Prozent in ├Âffentlicher und staatlicher Hand.

Der fesa e.V. begr├╝├čt die R├╝ckf├╝hrung des Energiekonzerns an das Land Baden-W├╝rttemberg. Die Landesregierung sollte jetzt jedoch nicht den Verkauf der Aktien an der B├Ârse vorbereiten, sondern zusammen mit den Gemeinden und Stadtwerken an einer ├ťberf├╝hrung von EnBW an die Kommunen arbeiten.

Nico Storz: ÔÇ×Der fesa e.V. setzt sich seit 18 Jahren f├╝r eine dezentrale und b├╝rgernahe Energieversorgung ein. Deshalb bef├╝rworten wir es grunds├Ątzlich, wenn sich die Energieversorgung in ├Âffentlicher Hand befindet. Allerdings muss mit dem gewonnenen Einfluss bei der EnBW eine deutliche Kehrtwende in Richtung Erneuerbare Energieerzeugung IN Baden-W├╝rttemberg eingeleitet werden. Denn ein Energiekonzern, der bei der dezentralen Energiewende auf die Bremse dr├╝ckt und der Gesellschaft somit schadet, geh├Ârt ins Museum und nicht in den Besitz der Bev├Âlkerung.ÔÇť

Der R├╝ckkauf von EnBW muss zum Startsignal f├╝r eine dezentrale Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien werden. Fraglich ist jedoch, wie weit das bei der EnBW aufgrund ihres hohen Atomstromanteils m├Âglich ist. Um eine Energiewende herbeizuf├╝hren, m├╝ssen die klimasch├Ądlichen Atom- und Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden. Nur so ist in den Netzen Platz f├╝r Erneuerbare Energien.
Fragw├╝rdig ist ebenso das Vorgehen von Ministerpr├Ąsident Mappus. Mit Parteifreunden aus der Wirtschaft hat er den Deal am Parlament vorbei eingef├Ądelt. Zwar ist der Kauf aufgrund seines Ablaufes zu kritisieren, doch herrscht die allgemeine Einsch├Ątzung vor, dass durch den Kauf Energiepolitik zum zentralen Thema der Landtagswahl im M├Ąrz 2011 werden kann.

Marcus Brian, Vorstandsmitglied des fesa e.V. meint: ÔÇ×Das Land Baden-W├╝rttemberg als gro├čer Anteilseigner der EnBW ist allemal besser als die EdF. Denn mit der n├Ąchsten Landtagswahl haben wir es selbst in der Hand zu entscheiden, welche Ausrichtung die EnBW in Zukunft haben wird. Mit einer ver├Ąnderten Positionierung weg von der Atomenergie hin zu den Erneuerbaren Energien k├Ânnte die EnBW zuk├╝nftig ein attraktiverer Partner f├╝r hiesige Stadtwerke, Energieversorger oder Kommunen werden.ÔÇť
 
Eintrag vom: 26.12.2010  




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