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Montag, 26. Juli 2021
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Nicht nur gute Noten f√ľr die Quoten
WWF fordert Ende der Fisch-Verschwendung und bessere Kontrollen

Hamburg, Br√ľssel - Die Fischereiminister der Europ√§ischen Union haben sich heute Nacht auf Fangquoten f√ľr die Nordsee und den Nordostatlantik geeinigt. Demnach darf im kommenden Jahr 20 Prozent weniger Kabeljau in der Nordsee gefangen werden. Die Quoten f√ľr mehr als 70 andere Fischbest√§nde wurden ebenfalls gek√ľrzt. F√ľr Nordsee-Hering, Seezunge und wenige weitere Fischbest√§nde wurde die Fangquote aufgestockt. Der WWF ist mit den Entscheidungen zufrieden, da sie von den wissenschaftlichen Empfehlungen deutlich weniger abweichen als in der Vergangenheit. Mit Blick auf die anstehende Fischereireform sei aber eine verbesserte Kontrolle auf den Schiffen n√∂tig. Der WWF fordert zudem ein Ende der verschwenderischen R√ľckwurfpraxis von zu kleinem und zu viel gefischtem Fisch.

In den vergangenen Jahren √ľberschritten die EU-Fangquoten die wissenschaftlichen Empfehlungen regelm√§√üig um durchschnittlich 40 Prozent. "Diese Praxis konnte auf Dauer nicht gut gehen", erl√§utert Karoline Schacht, Fischereireferentin beim WWF Deutschland. "Die Politik hat keine andere Wahl, als der Wissenschaft zu folgen. Wenn der Fisch erst einmal weg ist, n√ľtzen taktische politische Spielereien nichts mehr." F√ľr den WWF sind wissenschaftlich begr√ľndete Fangquoten das notwenige Mosaikst√ľck einer nachhaltigen Fischereipolitik. Erst mit langfristigen Pl√§nen f√ľr den Aufbau der Best√§nde und einem Verbot der R√ľckwurfpraxis k√∂nnten die Voraussetzungen f√ľr eine zukunftsf√§hige Fischerei entstehen.

Die existierenden Langzeitpl√§ne, in denen eine maximale Abweichung der n√§chstj√§hrigen Fangmenge von 15 Prozent festgeschrieben ist, wurden bei der heutigen Entscheidung grunds√§tzlich ber√ľcksichtigt. Ausnahme ist der Nordsee-Hering, f√ľr den in der vorgeschalteten Verhandlung zwischen der EU und Norwegen bereits eine 23-prozentige Anhebung beschlossen wurde. Der WWF kritisiert dieses Vorgehen. "Die Kommission und alle Beteiligten m√ľssen die beschlossenen Langzeitpl√§ne konsequent durchsetzen", fordert Karoline Schacht. Nur dann k√∂nne sich ein Erfolg wie in der Ostsee einstellen, wo man im Rahmen eines Langzeitplans ein neues "Dorschwunder" beobachten konnte. In der Nordsee dagegen gilt der langfristige Wiederaufbauplan f√ľr Kabeljau als gescheitert. Hier werden nach wissenschaftlichen Berechnungen des Internationalen Rates zur Erforschung der Meere (ICES) noch immer rund 36 Prozent des zun√§chst gefangenen Kabeljau wieder "entsorgt". Der WWF fordert eine schnelle und gr√ľndliche Nachbesserung des Plans und begr√ľ√üt die Absicht der EU-Staaten, in Pilotprojekten Kameras an Bord zu installieren und so die Kontrolle der tats√§chlichen F√§nge zu verbessern. "Mit den elektronischen Augen klettert nicht `Big Brother` an Bord", tritt Karoline Schacht Bef√ľrchtungen entgegen. F√ľr Fischer, die beweisen wollen, dass sie nachhaltig arbeiten, seien Kameras die optimale L√∂sung. Fischern, die sich f√ľr die Kamera entscheiden, werde eine leicht erh√∂hte Fangmenge zugeteilt, daf√ľr werde ihnen jedoch jeder falsch gefangene Fisch auf ihre Quote angerechnet. Das verst√§rke den Anreiz, schon beim Fang auf Gr√∂√üe und Art des Fisches zu achten.
 
Eintrag vom: 15.12.2010  




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