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Willkommen auf der Welt! ‚Äď Nachwuchs bei den Flachlandgorillas
Dzanga-Sangha: √Ėkotouristen beobachten erstmals Gorillageburt

Frankfurt - Erstmals waren √Ėkotouristen gemeinsam mit WWF-Rangern bei der Geburt eines Gorilla-Babys anwesend. Die Gruppe beobachtet schon rund zwanzig Minuten eine Sippe bei der Futtersuche, beim Spielen und Ausruhen, ohne dass die Tiere die geringste Notiz von den menschlichen Besuchern nahmen. ‚ÄěDann begann sich die Gorilla-Frau Mopani pl√∂tzlich seltsam zu benehmen‚Äú, berichtet eine Touristen. ‚ÄěSie kauerte sich nieder, st√ľtzte ihren Kopf in die H√§nde und st√∂hnte leise. Pl√∂tzlich h√∂rten wir einen leisen Schrei und sahen ein winziges K√∂pfchen zwischen ihren Beinen auftauchen. Wir konnten es einfach nicht glauben! Kurz darauf hielt Mopani ihr Kind in den H√§nden, durchtrennte vorsichtig mit den Z√§hnen die Nabelschnur und reinigte Kind und H√§nde sorgf√§ltig mit ihrer Zunge!‚Äú Die Geburt dauerte keine Viertelstunde. Die anderen Gorillas hielten sich w√§hrend dieser Zeit ruhig im Hintergrund auf.

Gorilladame Mopani ist nach WWF-Angaben eine erfahrene Mutter, die inzwischen vier T√∂chter zur Welt gebracht hat. ‚ÄěDie vierj√§hrige Bokata, ihr zweitj√ľngstes Kind, muss sich derzeit sichtlich daran gew√∂hnen, nicht mehr im Mittelpunkt zu stehen‚Äú, berichtet Johannes Kirchgatter, Referent Dzanga-Sangha bei WWF Deutschland. ‚ÄěSie wird aber nun auch immer selbst√§ndiger.‚Äú Der WWF hat inzwischen zwei sehr gut ‚Äěhabituierte‚Äú, also an den Besuch von Menschen gew√∂hnte, Gorilla-Gruppen in Dzanga-Sangha. ‚ÄěJede Gorilla-Gruppe wird am Tag h√∂chstens zweimal von Gruppen mit maximal drei Touristen, f√ľr nicht mehr als eine Stunde besucht‚Äú, erkl√§rt Kirchgatter. ‚ÄěAlle habituierten Gorillas sind inzwischen so daran gew√∂hnt, dass sie nicht mal ein eventuelles Nickerchen unterbrechen, wenn Besucher kommen. Das dadurch v√∂llig nat√ľrliche Verhalten ist auch f√ľr die Forschung von unsch√§tzbarem Wert. Wir wissen nun genau, wie viel Lebensraum eine Gorilla-Gruppe ben√∂tigt, wovon sie sich zu jeder Jahreszeit ern√§hrt, welche Gefahren durch Krankheiten drohen k√∂nnen und vieles mehr.‚Äú

Der WWF sieht in einem nachhaltigen und sanften √Ėkotourismus die Chance, der lokalen Bev√∂lkerung eine alternative Einkommensquelle zu erschlie√üen und so die Wilderei zu bek√§mpfen. Bis zu 6.000 Menschenaffen werden nach WWF-Sch√§tzungen j√§hrlich f√ľr den illegalen Buschfleischhandel get√∂tet. Gemessen an der langsamen Fortpflanzungsrate der Primaten stuft der WWF die Jagd auf Gorillas, Schimpansen und Bonobos als die Hauptgef√§hrdungsursache f√ľr das √úberleben dieser Arten ein.

zum Foto: Die Geburt dauerte keine Viertelstunde. Die anderen Gorillas hielten sich während dieser Zeit ruhig im Hintergrund auf. © Angelique Todd / WWF
 
Eintrag vom: 27.11.2010  




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