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Dienstag, 16. Juli 2024
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Bewusster Fischgenuss = Meeresschutz!
WWF-Einkaufsratgeber empfiehlt Seelachs, Ostseedorsch und Bioforelle

Verbraucher sollten beim Fischkauf auf Art und Herkunft des Fisches achten. Eine gute Wahl sind Hering und Seelachs aus dem Nordostatlantik, Dorsch aus der Ostsee, sowie Lachs und Forelle aus Bio-Zucht. Dagegen sollte man auf Rotbarsch, Dorade aus dem Mittelmeer, Pangasius oder tropische Garnelen lieber verzichten. Dies geht aus dem neuen WWF-Einkaufsratgeber hervor, den die Umweltstiftung heute in Hamburg veröffentlichte. Darin bewertet der WWF handelsĂŒbliche Fischarten nach ökologischen Kriterien wie Bestandsentwicklung und Fangmethoden. 20 Arten gelten demnach als gute Wahl, 13 als zweite Wahl, 29 fallen in die Kategorie „Lieber nicht“.

Mit der praktischen Einkaufshilfe fĂŒr unterwegs gibt der WWF dem Verbraucher eine schnelle Orientierung fĂŒr den Kauf oder Verzehr von Fisch im Supermarkt, im Fachhandel oder im Restaurant an die Hand. „Fisch ist ein gesundes und beliebtes Lebensmittel. Doch leider richten einige Fangmethoden im Meer massive SchĂ€den an. Aufgrund der weltweiten PlĂŒnderung der Ozeane hat es fĂŒr viele FischbestĂ€nde lĂ€ngst fĂŒnf vor zwölf geschlagen“, so WWF-Fischereiexpertin Catherine Zucco. 80 Prozent aller wirtschaftlich genutzten BestĂ€nde weltweit gelten bereits als zu stark oder bis an ihre Grenzen befischt. 140 Millionen Tonnen Fisch werden jĂ€hrlich gefangen oder in Aquakulturen gezĂŒchtet. „Wer auf nachhaltig gefangenen Fisch setzt, betreibt aktiven Meeresschutz damit wir auch morgen noch Fisch genießen können“ so Zucco weiter.

Jeder Deutsche konsumiert im Jahr durchschnittlich 15,7 Kilogramm Fisch. Nur 15 Prozent davon stammen aus hiesiger Fischerei. Der Löwenanteil von 85 Prozent stammt aus Import oder Aquakultur. Bei vielen Fischen komme es jedoch auf die Herkunft und Fangmethode an. Beim Fang von Seezunge im Nordostatlantik werde der Meeresboden regelrecht durchpflĂŒgt, bis zu 90 Prozent der Tiere im Netz werde ungenutzt ĂŒber Bord geworfen. Eine erfreuliche Entwicklung hat der Ostseedorsch genommen. Insbesondere der Bestand der östlichen Ostsee hat sich so deutlich erholt, dass der WWF ihn ausdrĂŒcklich als gute Wahl empfehlen kann. Das Umweltsiegel des MSC steht fĂŒr nachhaltige Meeresfischerei, bei der nur so viel Fisch gefangen wird, wie nachwĂ€chst. Auch die Zerstörung der Meeresumwelt wird minimiert. 13 Empfehlungen fĂŒr MSC-Fisch finden sich im WWF-Ratgeber. Eine weitere naturvertrĂ€gliche Alternative ist laut WWF Fisch aus Bio-Zucht. Auch der „Modefisch“ Pangasius ist in BioqualitĂ€t zu erhalten. „Von konventionell gezĂŒchtetem Pangasius sollte man aber besser die Finger lassen“, rĂ€t Zucco. Die boomende Zuchtwirtschaft vor allem in Vietnam und Thailand sei in den vergangenen Jahren außer Kontrolle geraten und belaste die Umwelt erheblich.

Erstmals ist der WWF Einkaufsratgeber Fische und MeeresfrĂŒchte auch als kostenfreie
App fĂŒr iPhone und Smartphone erhĂ€ltlich und bewertet ca. 90 Arten. Die umfangreichen Informationen finden Verbraucher und FischhĂ€ndler ebenfalls in der Online-Version des Ratgebers.

FĂŒr den WWF Ratgeber wurden FischbestĂ€nde und Zuchten mit einer Methode bewertet, die unter dem Dach der Seafood Choices Alliance von mehreren UmweltverbĂ€nden entwickelt worden sind. BerĂŒcksichtigt werden dabei Informationen zum Zustand der FischbestĂ€nde sowie zu den Umweltauswirkungen und dem Management von Fischereien und Zuchten. Angaben ĂŒber die Herkunft der Fischarten sind den Informationen entnommen, die der Handel den Verbrauchern bereit stellt.
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Eintrag vom: 30.10.2010  




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