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Skandalöse Vorentscheidung
AKW Laufzeitverlängerung
 
Skandalöse Vorentscheidung
Die schwarz-gelbe Atomkoalition hat am 5.9.2010 die W√ľnsche der Atomkonzerne EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON erf√ľllt und sich auf eine Verl√§ngerung der Gefahrzeiten f√ľr die deutschen Atomkraftwerke verst√§ndigt.

Die Bundesregierung verl√§ngert die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke um durchschnittlich 12 Jahre. Bleibt es bei dieser skandal√∂sen Entscheidung, dann geht das letzte deutsche AKW fr√ľhestens 2040 vom Netz. Es ist zu erwarten, dass die AKW noch l√§nger betrieben und dies nach dem Prinzip der Salamitaktik durchgesetzt werden soll.

Die Entscheidung bedeutet mehr Atomm√ľllproduktion, mehr Kinderkrebs in der Umgebung von Atomkraftwerken und insbesondere mehr atomares Risiko durch √ľberalterte Atomanlagen. Es bedeutet aber auch satte Profite f√ľr die Atomkonzerne auf Kosten der Allgemeinheit.

Alternde, laufzeitverlängerte AKW vergrößern die Unfallgefahr.
Durch den Dauerbeschuss mit Neutronen aus der Kernspaltung, extrem hohe Temperaturen und Temperaturunterschiede, mechanische Belastung und Korrosion altern die einzelnen Bauteile der Atomkraftwerke, das Risiko eines Unfalls durch Materialerm√ľdung steigt. Zwar werden immer wieder alte Reaktoren mit neuer Technologie nachger√ľstet, doch die Kombination aus alter Technik des letzten Jahrhunderts und neuer Technik birgt bisher unbekannte Probleme und Risiken. W√§hrend W√§rmetauscher, Reaktordeckel, Rohrst√ľcke und andere Teile unter teilweise immensen Kosten und Risiken f√ľr die AKW-Arbeitnehmer (und insbesondere f√ľr die Leiharbeiter) ausgetauscht werden k√∂nnen, kann das am st√§rksten von der Neutronenstrahlung belastete Reaktordruckgef√§√ü nicht ausgetauscht werden. Haarrisse wachsen und der Stahl wird spr√∂de und korridiert. Grosse Risse im Reaktordruckgef√§√ü oder ein Abriss der Hauptk√ľhlmittelleitung f√ľhren zwangsl√§ufig zum GAU, zum gr√∂√üten anzunehmenden Unfall mit verheerenden Folgen.

Der riskante Betrieb von Atomkraftwerken funktioniert nur in L√§ndern, in denen die politisch Verantwortlichen nicht damit rechnen m√ľssen, im Falle eines schweren Unfalls zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Axel Mayer / BUND-Gesch√§ftsf√ľhrer
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Eintrag vom: 07.09.2010  




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