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Dienstag, 21. Mai 2024
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Der Igel ist Tier des Jahres 2024
Hinweise der städtichen Wildtierbeauftragten

Wer kennt ihn nicht, den Igel? Der kleine stachlige Bewohner unserer Vorg√§rten ist unverwechselbar und allseits beliebt. Was viele nicht wissen ist, dass der Bestand der kleinen Stacheltiere r√ľckl√§ufig ist. Obwohl der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) in ganz Deutschland verbreitet ist, steht er mittlerweile auf der Vorwarnliste der Roten Liste der S√§ugetiere Deutschlands. Fehlende Nahrung und geeignete R√ľckzugsorte in der Kulturlandschaft haben dazu gef√ľhrt, dass Igel mittlerweile verst√§rkt in Siedlungsr√§umen ziehen. Aber auch hier ergeht es ihnen nicht unbedingt besser. Die gr√∂√üte Gefahr f√ľr ihn stellt der Mensch dar. Nicht nur der Verkehr macht ihm zu schaffen, sondern auch fehlende Unterschlupfm√∂glichkeiten. Um darauf aufmerksam zu machen, hat die Deutsche Wildtierstiftung den Igel zum Tier des Jahres 2024 gew√§hlt.

Um dem Igel zu helfen, braucht es wenig. In wilden Ecken im Garten findet er Nahrung und Unterschlupf. Je strukturreicher und naturn√§her ein Garten also ist, desto besser. Dazu z√§hlt, giftfrei zu g√§rtnern und auf den M√§hroboter zu verzichten, der Tiere ernsthaft verletzen kann. Zus√§tzlich kann man den heimlichen Einzelg√§ngern sichere und trockene √úberwinterungsm√∂glichkeiten schaffen. Dazu braucht es nicht die gekaufte √úberwinterungshilfe, ein Holz- oder Laubhaufen reicht aus. Gef√ľttert werden sollte der Igel nicht. In der Regel findet er gen√ľgend bodenlebende Tiere wie Schnecken, Insekten, Spinnen und W√ľrmer.

Der Igel z√§hlt zu den besonders gesch√ľtzten Tieren. Diese d√ľrfen nicht einfach aus der Natur entnommen werden. Wer aber einen kranken, verletzten oder hilfsbed√ľrftigen Igel findet, darf ihn laut Bundesnaturschutzgesetz f√ľr den Zeitraum der Genesung bei sich aufnehmen. Es besteht jedoch keine gesetzliche Verpflichtung dazu. Wenn man sich f√ľr eine Aufnahme entscheidet, gilt es einiges zu beachten und Rat bei Experten einzuholen. Ansprechpartner sind hierf√ľr das bundesweite Igelnotnetz, der Tierschutzverein oder die Wildtiertierbeauftragten der Stadt Freiburg.

Die Kosten einer Behandlung beim Tierarzt hat der Aufnehmende zu tragen. Sobald sich das Tier selbst erhalten kann, ist es unverz√ľglich freizulassen. In Ausnahmef√§llen und nur wenn es die Kapazit√§ten zulassen, nimmt der Tierschutzverein auch Igel im hauseigenen Wildtiercontainer auf. Auf diese Weise werden etwa 70 Igel im Jahr betreut. Bei Ankunft der Tiere werden sie von einem Tierarzt oder Tierpflegern durchgecheckt, gewogen und, wenn n√∂tig, zugef√ľttert.

In der Wildtierunterkunft k√∂nnen Igel auch ihren Winterschlaf verbringen. Gegen Fr√ľhling werden sie dann wieder in ihrem Revier ausgewildert. Die zunehmende st√§dtische Verdichtung und die Verkleinerung ihres Lebensraums, die damit einhergeht, l√§sst die Zahl hilfebed√ľrftiger Wildtiere, die im Tierschutzverein eintreffen, kontinuirlich steigen. Die Wildtierstation im Tierheim finanziert sich dabei nur √ľber Spenden und ist √ľber jede Unterst√ľtzung dankbar.

Besteht keine Chance auf eine vollst√§ndige Heilung, wird es komplizierter. Wildtiere sollten generell nicht zur Dauerpflege aufgenommen werden, denn der Kontakt zum Menschen ist in der Regel sehr belastend f√ľr die Tiere und ein Leben in Gefangenschaft nicht w√ľnschenswert. Zudem gibt es kaum Stellen, wo eine dauerhafte Unterbringung √ľberhaupt m√∂glich ist. Manchmal ist es deshalb sinnvoller, sie in der Natur zu belassen und gegebenenfalls daf√ľr zu sorgen, dass sie einen ruhigen R√ľckzugsort haben.

Bei allgemeinen Fragen zu Wildtieren k√∂nnen sich B√ľrgerinnen und B√ľrger an die Wildtierbeauftragten der Stadt werden (Montag bis Freitag 8 bis 16 Uhr). Lea Dieminger (Tel. 0761/201 6217, mobil 0151-7248 7146, lea.dieminger@stadt.freiburg.de) ist f√ľr gesch√ľtzte Tierarten zust√§ndig und Andreas Sch√§fer (Tel. 0761-201 6213, mobil 0176-63471864, andreas.schaefer@stadt.freiburg.de) f√ľr jagdbare Tierarten.
 
Eintrag vom: 09.05.2024  




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