oekoplus - Freiburg
Montag, 23. Mai 2022
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


 
Internationaler Tag der Biologischen Vielfalt (22.5.): Biologische Eintönigkeit
WWF fordert drastischen Abbau Natur zerstörender Subventionen

Berlin - „Die Menschheit wird allmĂ€hlich einsam auf dem Planeten Erde“, diese Bilanz zieht GĂŒnter Mitlacher vom WWF Deutschland zum Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt. Er verweist auf einen aktuellen Lagebericht der UN. Der Report dokumentiert, dass die weltweiten TierbestĂ€nde seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts um ein Drittel abgenommen haben. Obwohl sich die Staatengemeinschaft darauf geeinigt hat, den Verlust der Biologischen Vielfalt bis 2010 entscheiden zu vermindern, schrumpfen natĂŒrliche LebensrĂ€ume weiter rasant zusammen: Die FlĂ€che der Mangroven und Seegraswiesen habe in den vergangen 40 Jahren um 20 Prozent und die FlĂ€che der Korallenriffe um 40 Prozent abgenommen. Der WWF warnt davor, die Problematik zu unterschĂ€tzen. Sowohl die durch das Artensterben hervorgerufenen Kosten als auch die Leistungen der Natur wĂŒrden dramatisch vernachlĂ€ssigt.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, fordert der WWF wirtschaftliche Aspekte stĂ€rker zu berĂŒcksichtigen. Es gehe nicht allein um den Schutz faszinierender Tiere und Pflanzen, sondern um handfeste wirtschaftliche Interessen und das Überleben vieler Menschen. Um das Artensterben zu stoppen, dĂŒrfe es nicht bei Sonntagsreden bleiben. Ein wichtiger Schritt sei ein drastischer Abbau Natur zerstörender Subventionen. Zudem mĂŒssen die Leistungen der Ökosysteme deutlicher im Blickpunkt stehen. Ob es um die SĂ€uberung von Böden und Wasser oder die Speicherung von Kohlendioxid durch WĂ€lder und Ozeane gehe, die Natur erbringe Jahr fĂŒr Jahr gigantische Leistungen. Fruchtbare Böden seien die Grundlage fĂŒr die Landwirtschaft, gesunde FischbestĂ€nde sichern die Proteinversorgung von Millionen Menschen.

Der WWF betont, dass im nĂ€chsten Jahrzehnt dringend viel aufgeholt werden mĂŒsse, um dem Verlust an BiodiversitĂ€t Einhalt zu gebieten. Die von Menschen verursachte Aussterberate von Tieren und Pflanzen liege mindestens hundertmal höher als der natĂŒrliche Artenschwund. Verursacht werde der Artentod von der ungebremsten Lebensraumzerstörung, dem Klimawandel, dem Raubbau an WĂ€ldern und Ozeanen. „Die Politik hat versagt und ihre Ziele weder in Deutschland noch international erreicht“, bemĂ€ngelt GĂŒnter Mitlacher. Aktuellen Studien zufolge fließen weltweit Jahr fĂŒr Jahr 670 Milliarden Euro an Staatshilfen in Branchen, die wesentlichen Anteil an der Zerstörung der Natur haben. Diese fatale Fehlentwicklung der deutschen und europĂ€ischen Finanzpolitik mĂŒsse gestoppt und die Vergabe der Mittel an ökologische Kriterien geknĂŒpft werden, um eine nachhaltige Wirtschaftsweise zu fördern und die Leistungen der Natur fĂŒr die Menschheit zu sichern.
 
Eintrag vom: 22.05.2010  




zurück
Oekostation_Haus_3026_2a.JPG

Copyright 2010 - 2022 Benjamin Jäger