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Mittwoch, 22. März 2023
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Jahresr├╝ckblick im Mundenhof
Vom neuen Besucherrekord bis zu K├╝ken jagenden Kr├Ąhen

Gro├čbaustelle auf der Zielgeraden: Erdm├Ąnnchen- und Strau├čenstall wird in den n├Ąchsten Monaten fertig

Noch nie war der Mundenhof so begehrt wie heute: Im Jahr 2022 wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Insgesamt kamen ├╝ber 480.000 Besucherinnen und Besucher in Freiburgs Tier-Natur-Erlebnispark. Diese gute Nachricht verk├╝ndete B├╝rgermeisterin Christine Buchheit heute auf der Jahrespressekonferenz des Mundenhofs. ÔÇ×Wir beobachten, dass inzwischen auch an hei├čen Tagen die Besucherzahlen hoch sind. Der Mundenhof ist f├╝r viele Menschen ein niederschwelliger Ort der Entspannung f├╝r die ganze Familie. Viele kommen regelm├Ą├čig hierher und besuchen ihre Lieblingstiere. Der kostenfreie Zugang erm├Âglicht den Besuch aller Bev├Âlkerungsschichten ÔÇô das ist uns besonders wichtigÔÇť, betont Buchheit.

Der Besucherrekord hatte mehrere Ursachen. Die Wichtigste: Im Laufe des Jahres wurden alle Corona-Einschr├Ąnkungen aufgehoben. Zudem bewirkte der Hitzesommer, dass viele Menschen Entspannung im Freien suchten ÔÇô und das bekommt man nicht nur im Freibad. Schlie├člich f├╝hrten Ukrainekrieg, Energiekrise und Inflationsangst dazu, dass weniger auf Fernreisen als auf Schwarzwald-Tourismus gesetzt wurde; und f├╝r Familien, die im Schwarzwald Urlaub machen, steht ein Besuch auf dem Mundenhof hoch im Kurs. Somit hat der Tier-Natur-Erlebnispark als Erholungsraum, Ort der Begegnung, Bildungsst├Ątte und Ruhepunkt f├╝r das Wohlbefinden der Besuchenden noch mehr Gewicht.

Doch der Hof hatte im Jahr 2022 auch mit Problemen zu k├Ąmpfen. Am gravierendsten waren die Folgen der Wetterextreme der vergangenen Jahre wie D├╝rre, Starkregen, St├╝rme. Dass es in den vergangenen zehn Jahren immer wieder Ernteausf├Ąlle gab, erschwert die Futterversorgung. Wo vor 20 Jahren noch bis zu drei Heuernten normal waren, ist es heute schwierig, zwei gute Ernten zu erzielen. Aus diesem Grund hat der Mundenhof ein Netzwerk mit regionalen Heulieferanten aufgebaut, das inzwischen gut funktioniert; seither steht die Versorgung der Tiere auf sicheren Beinen.

Dar├╝ber hinaus haben die Landschaftsg├Ąrtnerinnen und -g├Ąrtner des Hofes ein Projekt zum Thema Pflanzenkohle angesto├čen. Das anfallende biologische Material (Mist, Laub) wird in einem speziellen Verfahren kompostiert und danach wieder auf den Fl├Ąchen verteilt. So wird die Humusschicht im Boden angereichert und das hilft den Pflanzen, mehr Wasser zu speichern und schneller zu wachsen.

Doch die Extremwetterlagen haben nicht nur Ernteausf├Ąlle zur Folge. Durch spezielle Witterung, auch im vergangenen Jahr, sind die Tiere anf├Ąlliger f├╝r Parasiten. So hatten die Tierpflegerinnen und -pfleger vor allem vermehrt mit Fell- und Hautproblemen bei den Tieren zu k├Ąmpfen. Zu warme Winter, die die Erreger unbeschadet ├╝berstehen, tun dabei das ihre.

F├╝r Besucherinnen und Besucher haben die begehbaren Gehege, die in der Corona-Zeit geschlossen waren, zumindest zeitweise wieder ge├Âffnet. Die Aussichtsplattform bei den Buntmardern war sogar zum ersten Mal seit ihrem Bau offen. Manja und Valerian, die zwei Buntmarder, lie├čen sich davon aber nicht beeindrucken und erkunden weiterhin neugierig ihr Gehege.

Spannend kann es dieses Jahr bei den Javaneraffen werden. Hier steht ein Machtwechsel an. Nijamuk und Elisha, das bisherige K├Ânigspaar, ist in die Jahre gekommen, und die jungen Empork├Âmmlinge wittern nun ihre Chance. Das Thema begleitet den Klan bereits seit L├Ąngerem, und so ist es nicht verwunderlich, wenn bei einem Besuch im Tiergehege pl├Âtzlich lautes Geschrei zu h├Âren ist und eine wilde Verfolgungsjagd stattfindet. Dabei kam es im letzten Jahr auch immer wieder zu Verletzungen. Das Team der Pflegerinnen und Pfleger hatte den Tierbestand jedoch immer genauestens im Blick. So wurde sich auch mit viel Geduld um ver├Ąngstigte Affen, die sich nicht mehr vom Baum trauten, gek├╝mmert und diese konnten in den Stall und zum Futter gef├╝hrt werden.

Auch im vergangenen Jahr gab es auf dem Mundenhof wieder viel tierischen Nachwuchs. Allein bei den Ziegen und Schafen kamen 37 L├Ąmmer zur Welt. Die Pfauen bekamen neun Jungtiere und der neue Strau├čenhahn Kito nahm seine Rolle als Vater von Anfang an sehr ernst. Leider waren die Kr├Ąhen so aufdringlich wie noch nie zuvor. In Gruppen lauerten sie den K├╝ken auf, jagten sie und pickten auf sie ein. Die Pflegerinnen und Pfleger kamen mit der Wundversorgung kaum hinterher. In m├╝hsamer Flei├čarbeit wurde schlie├člich ein Netz ├╝ber den gesamten Auslauf der K├╝ken gespannt.

Bemerkenswert war die Geschichte von Alba. Das junge Schottische Hochlandrind konnte von seiner Mutter Blondi nicht mit gen├╝gend Milch versorgt werden. Von M├Ąrz bis Oktober wurde Alba deshalb mit der Flasche gro├čgezogen. Heute hat sie die Zeit gut ├╝berstanden.

Ein trauriges und zugleich besonderes Ereignis mit doch noch gutem Ausgang war bei den Lamas die Geburt des Hengstes Jaro im Juni. Sie ereignete sich in der Nacht, und seine Mutter erlitt w├Ąhrenddessen eine schwere Kolik. Das sind starke, wehenartige Kr├Ąmpfe der Muskulatur, die zum Tod f├╝hren k├Ânnen. Die hinzugezogene Tier├Ąrztin konnte ihr nicht helfen: W├Ąhrend das Lamafohlen ├╝berlebte, musste die Mutter vor Ort eingeschl├Ąfert werden. Inzwischen wurden Jaro der Lamawallach Muracho und die Stute Thala als Zieheltern zur Seite gestellt. Anfang November durfte die kleine Familie dann zur├╝ck zur Herde.

Neben einem neuen Heidschnucken- und Kaschmirziegenbock, zwei neuen Kamerunschafen und zwei neuen Nandus gab es einige besondere Neuzug├Ąnge in der Mundenhoffamilie. Im Februar 2022 konnte ein neuer Bisonbulle mit dem Namen Manitou begr├╝├čt werden. Auch bei den Ungarischen Steppenrindern gab es einen Neuzugang. Nachdem Tibor, der vorherige Bulle, wegen eines Tumors eingeschl├Ąfert werden musste, vergr├Â├čert seit Oktober 2022 Bika als neuer Stier die Herde. Im November hat der Mundenhof dann ├╝ber die Gesellschaft zur Erhaltung bedrohter Haustiere zwei neue Wollschweindamen gefunden. Sie hei├čen Marla und Gretel und leben noch im Absperrgehege, bis sie gro├č genug sind, um zu Waldemar und Nanni gelassen zu werden.

Auf der Gro├čbaustelle Erdm├Ąnnchen- und Strau├čenstall hat sich 2022 viel getan. Auch wenn von au├čen nicht viel zu erkennen war, waren die Arbeiten in vollem Gange. Nach dem Versetzen des Zauns und den Grabungen wurde im Herbst die neue Bodenplatte gegossen und danach das neue Stallgeb├Ąude errichtet. Vorher gab es intensive Beratungen auch mit anderen Einrichtungen und Experten. Nun erf├╝llt das neue Geb├Ąude alle Anspr├╝che, die an eine moderne, artgerechte Haltung gestellt werden. Der Stall wird in der ersten Jahresh├Ąlfte 2023 er├Âffnet.

Aber auch viele kleinere Bauma├čnahmen konnten verwirklicht werden. Dazu geh├Ârt der Stall auf der Hinterw├Ąlderkoppel und der sanierte Aufgang zum oberen Lager im Kamelstall. Au├čerdem hat die Krankenstation einen gesch├╝tzten Auslauf bekommen, den besonders die jungen Zwergziegen bereits eingehend nutzen. In der KonTiKi-Scheune wurde auf einer Seite ein Zwischenboden als Dauerlagerplatz f├╝r die Krippenspielrequisiten eingezogen. Ein Meilenstein hin zu einer sinnvollen guten Lagerung und dem Freimachen des gro├čen Kuhstalles.

Neben dem Kuhstall befindet sich die Alte Schmiede. Diese soll zu einer Zukunftsschmiede umgebaut werden. Hier soll ein Schulklassenraum beziehungsweise Werkraum mit angrenzender K├╝che entstehen. Aus den Garagen soll eine Orangerie werden, die einen direkten Zugang zu den neu entstehenden Gartenfl├Ąchen bietet. Da dies viel Geld kosten wird, will der Mundenhof nun F├Ârdermittel bei Stiftungen und Unternehmen beantragen.

Neben baulichen Erneuerungen haben auch viele Veranstaltungen den Mundenhof bereichert. Zum Beispiel zogen das Osterfest, das Mittsommerfest und das K├╝rbisfest viele Besucherinnen und Besucher an. Beim Blumenkr├Ąnze basteln und K├╝rbis schnitzen hatten Jung und Alt ihren Spa├č.

Im KonTiKi (Kontakt-Tier-Kind), der naturp├Ądagogischen Bildungs-und Freizeiteinrichtung des Hofes, konnten auch im vergangenen Jahr viele Kinder die Natur spielerisch entdecken. An allen KonTiKi-Nachmittagen kamen zusammen 3885 Kinder (im Jahr 2021: 2596) auf den Hof. Die Angebote f├╝r Schulklassen fanden w├Âchentlich statt. Insgesamt besuchten 62 Klassen (38) mit 1231 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (835) das Angebot. Au├čerdem fanden in den ersten beiden Wochen der Sommerferien Ferienfreizeiten statt, an denen insgesamt 50 Kinder teilnahmen. Auch in den Anfragen f├╝r die geplanten Kindergeburtstage auf dem Mundenhof zeichnet sich deutlich die Beliebtheit des Tier-Natur-Erlebnis-Parks ab. S├Ąmtliche Termine f├╝r das Jahr 2023 sind bereits ausgebucht.

Auch in der Tierwelt des KonTiKi hat sich 2022 einiges ge├Ąndert. Seit September bereichert Elsa die Hauseselherde. Im Oktober ergab sich auch bei den Poitou-Eseln die M├Âglichkeit, die Herde zu erweitern - Dora durfte einziehen. Die Schafherde blieb konstant, in n├Ąchster Zeit wird hier Nachwuchs erhofft. Im Juli kamen bei den Ziegen Anton und P├╝nktchen auf die Welt.
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Eintrag vom: 16.03.2023  




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