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Mittwoch, 17. August 2022
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Amerikanische Faulbrut bedroht Bienenvölker im Stadtkreis
Keine Gefahr f√ľr andere Tiere oder Menschen

Am Dienstag wurde bei einem Bienenstand im Stadtkreis Freiburg der Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut amtlich festgestellt. Dies ist eine bakterielle Infektionskrankheit der Bienenbrut, auch unter dem Namen ‚ÄěB√∂sartige Faulbrut‚Äú bekannt. Der Erreger stellt keine Gefahr f√ľr ausgewachsene Honigbienen, andere Tiere oder Menschen dar.

Die bösartige Faulbrut ist anzeige- und bekämpfungspflichtig, da sie das Überleben der Bienenvölker massiv bedroht. Im Falle eines Ausbruchs sind die Schutzmaßnahmen gemäß der Bienenseuchen-Verordnung einzuleiten, um die Erkrankung inzudämmen und eine Ausbreitung zu verhindern:

Um den betroffenen Betrieb ist eine Restriktionszone (Radius mindestens 1 km) einzurichten, diese wird per Allgemeinverf√ľgung der Stadt Freiburg √∂ffentlich bekannt gemacht. Bienenhalter sind in der Pflicht, sich zu informieren, ob ihr Bienenstand in dieser Restriktionszone liegt.

Das Verbringen oder Transportieren von Bienenvölkern und Materialien, die in Kontakt mit Bienen kommen, sowohl in diese als auch aus dieser Zone, ist streng verboten. Die Völker in der Restriktionszone werden allesamt untersucht, seuchenkranke Völker werden nötigenfalls abgetötet.

Zeigen andere Bienenv√∂lker einer betroffenen Imkerei keine klinischen Symptome und besteht bei diesen nach dem Gutachten einer Amtstier√§rztin/eines Amtstierarztes eine Chance auf Heilung, so kann mit Zustimmung der Veterin√§rbeh√∂rde ein sogenanntes Kunstschwarmverfahren durchgef√ľhrt werden. Hierbei werden alle Waben einschlie√ülich der Bienenbrut vernichtet. Lediglich die adulten Bienen werden nicht abget√∂tet, jedoch unter amtlicher Kontrolle so behandelt, dass ein Weitertragen des Erregers ausgeschlossen ist.

Alle Materialien, die mit den befallenen Bienenv√∂lkern in Kontakt gekommen sind, m√ľssen ordnungsgem√§√ü und ebenfalls unter beh√∂rdlicher Kontrolle gereinigt und desinfiziert werden. Ist dies nicht m√∂glich, m√ľssen die Materialien unsch√§dlich beseitigt werden.

Honig, der von befallenen Bienenv√∂lkern gewonnen wurde, kann eine hohe Anzahl von Bakterien-Sporen enthalten. Diese sind f√ľr den Menschen ungef√§hrlich. Der Honig bleibt somit f√ľr den menschlichen Verzehr geeignet. Mit Sporen belasteter Honig darf aber unter keinen Umst√§nden an Bienen verf√ľttert werden und ist daher stets bienensicher aufzubewahren! Bei der Entsorgung von Honigresten ist darauf zu achten, dass Bienen diesen nicht erreichen k√∂nnen.

Die Veterin√§rbeh√∂rde der Stadt Freiburg hat bereits am 28. Juni im Ausbruchsbetrieb die genannten Ma√ünahmen verf√ľgt. Es wurde zudem Kontakt mit dem Bienengesundheitsdienst sowie dem zust√§ndigen Bienensachverst√§ndigen aufgenommen, um die Ausbreitung der Seuche z√ľgig einzud√§mmen und weiteren Schaden an den Bienenv√∂lkern in Freiburg zu verhindern.

Da alle im Sperrbezirk befindlichen Bienenv√∂lker untersucht und auf das Vorhandensein des Erregers beprobt werden m√ľssen, werden alle Imker im Stadtkreis Freiburg nochmal auf die Registrierpflicht nach der Bienenseuchen-Verordnung hingewiesen. Demnach hat jeder, der Bienen halten will, dies sp√§testens bei Beginn der T√§tigkeit der zust√§ndigen Beh√∂rde anzuzeigen; dabei sind die Anzahl der Bienenv√∂lker und ihr Standort anzugeben. Hierbei wird auf ¬ß26 Bienenseuchen-Verordnung aufmerksam gemacht. Danach handelt ordnungswidrig, wer eine solche Anzeige vors√§tzlich oder fahrl√§ssig nicht, nicht richtig, nicht vollst√§ndig oder nicht rechtzeitig erstattet.

Die Veterin√§rbeh√∂rde bittet um die Unterst√ľtzung aller Imker im Stadtgebiet, damit die Erkrankung effektiv bek√§mpft und eine Ausbreitung verhindert werden kann.

Die Allgemeinverf√ľgung der Stadt Freiburg stehen zur allgemeinen Information auf www.freiburg.de; der genaue Sperrbezirk ist online detailliert einzusehen.
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Eintrag vom: 02.07.2022  




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