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Mittwoch, 17. August 2022
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Chancen nutzen, Resilienz schaffen
Forderungen des B√ľndnisses #Ern√§hrungswendeAnpacken f√ľr eine Ern√§hrungsstrategie

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag eine Ern√§hrungsstrategie bis 2023 angek√ľndigt. Das B√ľndnis #Ern√§hrungswendeAnpacken aus 22 Verb√§nden hat jetzt ein Positionspapier f√ľr eine zukunftsweisende Ern√§hrungsstrategie erarbeitet, die es im Vorfeld der Auftaktveranstaltung des Bundesern√§hrungsministeriums zur Erarbeitung der Ern√§hrungsstrategie am 29. Juni vorlegt. Darin werden konkrete Ma√ünahmen vorgeschlagen, um allen Menschen eine gesundheitsf√∂rderliche und nachhaltige Ern√§hrung zu erm√∂glichen.

Die Initiative #Ern√§hrungswendeAnpacken begr√ľ√üt, dass die Ampelkoalition bis 2023 eine Ern√§hrungsstrategie f√ľr Deutschland erarbeiten will, um eine ‚Äěgesunde Umgebung f√ľr Ern√§hrung und Bewegung zu schaffen‚ÄĚ. Jetzt muss die Bundesregierung z√ľgig ambitionierte Ziele und einen klaren Zeitplan f√ľr die Umsetzung der wichtigsten Ma√ünahmen vorlegen.

Grundlage, Leitbild und Vision bei der Entwicklung der Ern√§hrungsstrategie sollte eine sozial gerechte, gesundheitsf√∂rdernde, umweltvertr√§gliche und dem Tierschutz zutr√§gliche Ern√§hrungspolitik f√ľr Deutschland sein. Die Ern√§hrungsstrategie und die darin definierten Ma√ünahmen sollten mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet sein. Ohne Investitionen wird eine Ern√§hrungswende nicht zu erreichen sein. Um eine verbindliche Umsetzung der Ma√ünahmen sicherzustellen, sollten konkrete Erfolgsindikatoren entwickelt werden.

Transparenz und Beteiligung
Eine Ern√§hrungswende kann nur gelingen, wenn sie breiten R√ľckhalt in der Bev√∂lkerung hat. Vor diesem Hintergrund fordert das B√ľndnis eine transparente Planung und Beteiligung der relevanten Wissenschaftler:innen und Berufsgruppen sowie der zivilgesellschaftlichen Verb√§nde bei der Erstellung der Ern√§hrungsstrategie bis 2023 sowie bei deren Umsetzung.

Eine Strategie f√ľr alle
Ziele und Ma√ünahmen der Ern√§hrungsstrategie m√ľssen mit Blick auf soziale Gerechtigkeit gestaltet werden. Dies gilt insbesondere f√ľr einkommensschw√§chere Bev√∂lkerungsgruppen. Eine Ern√§hrungswende muss dazu f√ľhren, dass allen Menschen eine gesundheitsf√∂rdernde und nachhaltige Ern√§hrung erm√∂glicht wird. Gesundes, nachhaltiges Essen darf kein Privileg f√ľr einkommensstarke Haushalte sein, sondern ist ein Grundrecht f√ľr alle.

Folgende konkrete Ma√ünahmen h√§lt das B√ľndnis f√ľr essenziell:
‚ÄĘ Finanzierung einer fl√§chendeckenden, gesundheitsf√∂rderlichen und nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung und eine Weiterentwicklung der Qualit√§tsstandards der Deutschen Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung.
‚ÄĘ √úberpr√ľfung der Lebensmittelbesteuerung mit dem Ziel einer sozial gerechten, gesundheitsf√∂rdernden, umweltvertr√§glichen und dem Tierschutz zutr√§glichen Ausrichtung.
‚ÄĘ F√∂rderung einer pflanzenbasierten Ern√§hrung mit dem Ziel, den Konsum tierischer Produkte zu reduzieren.
‚ÄĘ St√§rkung einer sozial gerechten, gesundheitsf√∂rderlichen und umweltfreundlichen Ern√§hrungskompetenz in Schule und Beruf.
‚ÄĘ Verbesserung der Qualifizierung und Verankerung von Ern√§hrungsbildung und Ern√§hrungstherapie im Gesundheitswesen.
‚ÄĘ Verbindliche Regulierung von an Kinder gerichteter Lebensmittelwerbung.
‚ÄĘ Erh√∂hung der Leistungen in der sozialen Mindestsicherung im Kampf gegen Ern√§hrungsarmut.

Um die Ziele der Vereinten Nationen f√ľr eine Nachhaltige Entwicklung sowie die im Pariser Klimaabkommen verankerten Ziele zu erreichen, ist ein ‚ÄěWeiter so‚Äú keine Option. Dar√ľber besteht ein breiter Konsens. Nun hat der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine nicht nur zu einer leidvollen humanit√§ren Krise gef√ľhrt, sondern er bedroht auch die globale Ern√§hrungssicherung und erschwert das Erreichen von Klima-, Biodiversit√§ts- und Nachhaltigkeitszielen in der Weltgemeinschaft.
Gerade jetzt ist es deshalb wichtiger denn je, dass wir f√ľr eine nachhaltige und gesunde Ern√§hrung ein langfristig resilientes Ern√§hrungssystem schaffen. Aktuellen und k√ľnftigen Herausforderungen und Krisen werden wir nur standhalten, wenn wir Gesundheit, soziale Gerechtigkeit und Umweltvertr√§glichkeit zusammendenken.

Dr. Nina Wolff, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e.V., unterstreicht die Dringlichkeit und Ziele einer Ern√§hrungsstrategie: ‚ÄěAuf unseren Feldern und in unseren K√ľchen haben wir zahlreiche bislang ungenutzte M√∂glichkeiten, das Klima, die biologische Vielfalt und die Gesundheit jedes einzelnen Menschen zu sch√ľtzen. Aufgabe der Ern√§hrungspolitik ist es, ein langfristig produktives Ern√§hrungssystem mit gutem, sauberem und fairem Essen f√ľr alle zu schaffen. Politik und Gesellschaft k√∂nnen und m√ľssen das jetzt gemeinsam auf die Teller bringen!‚Äú

Das Positionspapier wird getragen von: Berufsverband der Kinder- und Jugend√§rzte e. V. (BVKJ), BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE), Arbeitsgemeinschaft der deutschen √Ąrztekammern (B√ĄK), Bundesvertretung der Medizinstudierenden, Deutschland e. V. (bvmd), Bundeszahn√§rztekammer, Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahn√§rztekammern e.V. (BZ√ĄK), Bund √Ėkologische Lebensmittelwirtschaft e. V. (B√ĖLW), Der Parit√§tische Gesamtverband, Deutsche Adipositas Gesellschaft e. V. (DAG) Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) der DAG, Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), Deutsche Gesellschaft f√ľr Ern√§hrungsmedizin e. V. (DGEM), Deutsches Netzwerk Schulverpflegung (DNSV), Ecologic Institute, Netzwerk der Ern√§hrungsr√§te, Institut f√ľr Weltern√§hrung, iSuN - Institut f√ľr Nachhaltige Ern√§hrung, Fachhochschule M√ľnster, Physicians Association for Nutrition (PAN), ProVeg, RAL G√ľtegemeinschaft Ern√§hrungs-Kompetenz e.V., Slow Food Deutschland e. V., Verband der Di√§tassistenten ‚Äď Deutscher Bundesverband e. V. (VDD), Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv), WWF Deutschland
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Eintrag vom: 28.06.2022  




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