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Freiburger Projektgruppe ‚ÄěSchafe im Weinberg
Jakob Hörl und Dr. Nicolas Schoof (c) Marion Hunger
 
Freiburger Projektgruppe ‚ÄěSchafe im Weinberg" ausgezeichnet
8. Juni 2022. Slow Food Deutschland hat heute in Berlin den Ursula Hudson Preis verliehen. Preistr√§ger 2022 ist die Projektgruppe ‚ÄěSchafe im Weinberg‚Äú der Hochschule Rottenburg, des Staatlichen Weinbauinstituts Freiburg und der Universit√§t Freiburg. Das Team um Nicolas Schoof und Anita Kirmer erforscht das Potential von Schafen im Weinberg. Als Weidetiere tragen sie zum Erhalt der Biodiversit√§t bei, gleichzeitig reduziert sich der Einsatz von Pestiziden.

Der 2021 initiierte Bildungspreis von Slow Food Deutschland (SFD) ist nach der langj√§hrigen SFD-Vorsitzenden Ursula Hudson benannt, die im Sommer 2020 verstarb. Sie galt als Vordenkerin f√ľr die Ern√§hrungswende. Der Preis ehrt Menschen f√ľr ihren erfolgreichen Beitrag zur Transformation unseres Ern√§hrungssystems. Ein unabh√§ngiges f√ľnfk√∂pfiges Kuratorium w√§hlte aus den rund 80 Bewerbungen vier Nominierte aus, die heute in der Landesvertretung Baden-W√ľrttemberg in Berlin vorgestellt wurden. Preistr√§ger ist die Projektgruppe ‚ÄěSchafe im Weinberg‚Äú aus Baden-W√ľrttemberg, die in Theorie und Praxis erforscht, wie die Weidetiere dabei helfen, zwei Krisen gleichzeitig zu lindern: unsere Abh√§ngigkeit von hohen Pestizideins√§tzen bei der Lebensmittelerzeugung sowie den gravierenden Biodiversit√§tsverlust. Die Schafe leisten dreifache Synergieeffekte: Indem sie weiden, regulieren sie Beikraut und es reduziert sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln; ihr Dung n√§hrt Insekten und stellt Biodiversit√§t wieder her; gleichzeitig sind sie Fleisch- und Wolllieferant.

Jakob H√∂rl und Dr. Nicolas Schoof nahmen den Preis stellvertretend f√ľr die Forschungsgruppe entgegen. √úberreicht wurde ihnen die Troph√§e von Pirmin Spiegel und Tanja Busse aus dem Kuratorium, die dabei ihre Entscheidung unterstrichen: ‚ÄěUm die gro√üen Herausforderungen unserer Zeit angemessen zu bew√§ltigen, brauchen wir praktikable L√∂sungen. Die Ergebnisse der Forschungsgruppe haben uns √ľberzeugt und wir m√∂chten ihren innovativen Einsatz von Schafen als nat√ľrliche Rasenm√§her und Erhalter von Vielfalt auszeichnen‚Äú.

F√ľr den Ursula Hudson Preis k√∂nnen sich Engagierte j√§hrlich selbst bewerben bzw. nominiert werden. Rund 80 inspirierende Bewerbungen sind 2022 bei Slow Food eingegangen. Aus Sicht der SFD-Vorsitzenden Nina Wolff geb√ľhrt ihnen allen Anerkennung: ‚ÄěBesonders beeindruckt hat uns auch in diesem Jahr wieder die Kreativit√§t und die Entschiedenheit, mit der Menschen Kurs nehmen auf ein gutes, sauberes und faires Ern√§hrungssystem. Diesen Slow-Food-Weg m√∂chten wir weiter gemeinsam mit ihnen allen gehen. Weil jede und jeder Vorbildfunktion hat und wei√ü: wenn wir √ľber Zukunft sprechen, f√ľhrt kein Weg am Essen vorbei‚Äú.

Der Ursula Hudson Preis ist mit 1.500 ‚ā¨ dotiert; neben den Preistr√§gern waren nominiert: Kantine Zukunft (Berlin) f√ľr ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung, das Foodsharing-Caf√© Raupe Immersatt (Stuttgart) als Akteur gegen Lebensmittelverschwendung, Arbeitsgemeinschaft b√§uerliche Landwirtschaft e.V. (AbL) Mitteldeutschland (Nessetal) f√ľr ihre Vorreiterrolle bei der Erstellung von Kriterien f√ľr die Gemeinwohlverpachtung landwirtschaftlicher Fl√§chen. Das Kuratorium besteht aus der Autorin und Moderatorin Dr. Tanja Busse, Misereor-Hauptgesch√§ftsf√ľhrer Pirmin Spiegel, der Slow-Food-Engagierten Barbara Assheuer, der Vorsitzenden der Freien B√§cker Anke K√§hler und dem Winzer Sebastian John.
 
Eintrag vom: 08.06.2022  




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