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Donnerstag, 2. Dezember 2021
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ECOtrinova e.V. lehnt Energiekonzept Neubaustadtteil Dietenbach ab
- aktuelle Argumente und Alternativen -

Zu schwerer Klotz am Bein f√ľr Klimaschutz, zu schwere Eingriffe in Trinkwasserschutzgebiet, Stromkrisen-anf√§llig. Ja zu warmem Nahw√§rmenetz und hocheffizientem Wasserstoff-Einsatz.

ECOtrinova e.V. lehnt die von der Stadt vorgelegten Energiekonzepte, I, II, IV f√ľr Dietenbach strikt ab und nennt Alternativen, die auch f√ľr andere Wohngebiete nutzbar sind. Das Konzept III ist wenig sinnvoll: Denn W√§rme aus tiefer Geothermie sollte wenn, dann f√ľr Altbaustadtteile verwendet werden. Der Verein hat dazu an OB Horn, dem Gemeinderat sowie der B√ľrgermeisterriege Forderungen und Gr√ľnde √ľbermittelt.

Die Energiekonzepte f√ľr Dietenbach sind erstens ein viel zu schwerer Klotz am Bein f√ľr den Klimaschutz in Freiburg. Errichtet man den Neubaustadtteil, fehlen Planungs- und viel zu knappes Baupersonal sowie ggf. mehr st√§dtische F√∂rder-Gelder f√ľr den zwingend und schnell n√∂tigen massiven Klima-schutz bei rund 20.000 Altbauten Freiburgs. Freiburg m√ľsse w√§hlen: erfolgreich Klimaschutz bei Altbauten mit mehr Wohnen oder gro√üe Neubaugebiete. Laut √Ėko-Institut haben Neubaugebiete auf regionaler Ebene direkt Auswirkung auf die Umsetzbarkeit von Sanierungsma√ünahmen.

Das Energiekonzept solle zur√ľckgezogen und nicht mehr ausgeschrieben werden: Denn es werde immer fraglicher, ob der Neubaustadtteil √ľberhaupt kommt angesichts sehr stark gestiegener Baulandpreise, kr√§ftig gestiegener Baukosten und hoch verschuldetem Konzern Stadt.

Der Neubaustadtteil w√§re zweitens keineswegs klimaneutral, auch wenn das behauptet werde. Denn die gesamte ‚Äěgraue‚Äú Energie f√ľr die Erschlie√üung (Stra√üe, Wege, Versorgungsleitungen, Aufsch√ľttun-gen usw.) und f√ľr Baustoffe und die Errichtung der Geb√§ude wird ausgeklammert. Zudem bestehen Klimanachteile durch z.B. weitgehenden Wegfall der Kohlendioxidspeicherung im Boden, durch mehr Nahrungsmitte-l‚Äúimporte‚Äú nach Freiburg nach Wegfall von √ľber 100 Hektar Landwirtschaft. Und es drohen Klimasch√§-den durch Tausende Baumrodungen.

Eklatanter Grundfehler Nr. 3 ist der viel zu hohe Energiebedarf der Geb√§ude f√ľr W√§rme und Strom. Das Energiekonzept muss deswegen ge√§ndert, die Ausschreibung dazu gestoppt werden. Der Heizw√§rme- und Haushaltstromverbrauch sollten auf ein Viertel gesenkt werden. Dann ist ein n√∂tiger Plusenergiestandard erreichbar: Neubauten sollten, wenn, dann Altbauten bei Klimaschutz und Energie entlasten! Bis 6000 Kilowattstunden W√§rme und fast 4000 Kilowattstunden Strom pro Haushalt und Jahr wie f√ľr Dietenbach erkennbar ‚Äď nach Abz√ľgen u.a. f√ľr Schule und Gewerbe - das sind keine Energiespar-Klimaschutzhaushalte!

Der Geb√§udew√§rmestandard KfW-55 wird in Deutschland in K√ľrze nicht mehr gef√∂rdert. Das ist ein Signal gegen den f√ľr Dietenbach beabsichtigten veralteten Freiburger Effizienzhausstandard 55, f√ľr den Gemein-deratsbeschl√ľsse fr√ľherer Jahre verantwortlich sind. Mit dem Freiburger Effizienzhausstandard 55 w√ľrden Klima- und Energie-Altlasten von morgen entstehen. Klageberechtigte Umweltverb√§nde k√∂nnten den Freiburger Effizienzhausstandard 55 verbieten lassen.

Vierter Grundfehler bei Varianten IV und II ist der extreme Zugriff aufs Grundwasser. Hier geht es um den Schutz des in K√ľrze kommenden gro√üen Umkircher Trinkwasserschutzgebiets u.a. unter ganz Dietenbach. Die beabsichtigten Grundwasserabsenkungen um deutlich √ľber 5 m bei Entnah-men bis 2000 Kubikmetern pro Stunde und bis zu 5 Meter bei 1000 Kubikmetern pro Stunde haben m√∂gliche unangenehme Folgen: Zur Kl√§rung seine unabh√§ngige Untersuchungen n√∂tig:

* zum Austrocknen von Teilen der Wäldchen an der Mundenhoferstr.,
* zur Verminderung der Dreisam-Wasserf√ľhrung in Trockenperioden bis zu deren Austrocknen.

* Das Gel√§nde k√∂nnte sich nahe den F√∂rderbrunnen periodisch senken, mit Folgen f√ľr Geb√§ude.

Die Konzepte I, II, IV mit el. W√§rmepumpen bzw. kalter Nahw√§rme sind abzulehnen: Indem man auf elektrische W√§rmepumpen f√ľr Heizung und Warmwasser setzt, bestehen erhebliche Krisenrisiken bei Stromman-gel und Stromausf√§llen. Sie tragen selber dazu bei. Sie leiden am Wintermangel des Solarstroms und dem dazu stark gegenl√§ufigen Verlauf des W√§rme-bzw. Strombedarfs bei Deckung durch el. W√§rmepumpen.

Strategische Krisensicherheit bietet als Alternative der ‚Äězellul√§re Ansatz‚Äú des VDE mit zellul√§ren Energie-systemen, und zwar mit der inselbetriebsf√§higen intelligent gesteuerten Kombination aus BHKW f√ľr Strom und W√§rme plus begrenzt W√§rmepumpen plus W√§rme- und Strom-Speichern. F√ľr die BHKW - z.B. mit Brennstoffzellen oder Wasserstoff-Motor, beide mit Abw√§rmenutzung - ist Brennstoff erforderlich, heute Erdgas oder Biomethan, k√ľnftig in der Regel Wasserstoff (H2).

Die Stromversorgung in Baden-W√ľrttemberg und Freiburg im Winter werde ab 2022/23 zunehmend prek√§r. Die Bundesnetzagentur BNA hat die Stilllegung der meisten Kohlekraftwerksbl√∂cke in Baden-W√ľrttemberg verboten. Auch Freiburg muss alles tun gegen mehr und f√ľr weniger Stromverbrauch, vor allem im Winter! Dazu sind Energiekonzeptvarianten I, II, IV genau das Falsche!

ECOtrinova bef√ľrwortet den Einsatz von Wasserstoff bei Energiekonzepten. Diese Zukunftstechnologie muss n kommunale Energiesysteme eingef√ľhrt werden f√ľr die Sicherheit der Energiever-sorgung f√ľr gut speicherbare und sauber einsetzbare Brennstoffe vor allem f√ľr BHKW. Dazu ist Elektrolyse vor Ort sinnvoll mit Abw√§rmenutzung vor Ort f√ľr W√§rme- und K√§ltezwecke. Beispiele seien die Stadtwerken Ha√üfurth/Main und die Neue Weststadt in Esslingen. Mit der Abw√§rmenut-zung der Elektrolyse und der BHKW erreiche die Kette erneuerbarer Strom-Elektrolyse-BHKW f√ľr Strom und W√§rme sehr gute Nutzungsgrade. Ein hoher Bonus sei anzusetzen f√ľr die meist vergessene Nutzung des Sauerstoffs der Elektrolyse f√ľr vielf√§ltige Zwecke.

Besonderes interessant f√ľr die Wasserstoffspeicherung sind mit LOHC (Liquid organic Hydrogen Carrier) ungiftige im Kreislauf gef√ľhrte organische Fl√ľssigkeiten, die Wasserstoff chemisch aufnehmen, den Wasserstoff drucklos, verlustlos und bei Umgebungstemperatur speichern und leicht wieder abgeben. Diese Technologie ist auf dem Markt. Sie bietet gespeicherte erneuerbare Wasserstoff-Sekund√§renergie f√ľr alle Strom-lastbereiche von Grund- bis Spitzenlast plus nutzbare W√§rme f√ľr Heizung und K√§lte. - In diesem Zusammengang sind warme Nahw√§rmenetze sinnvoll. Anders als gelegentlich behauptet, k√∂nnen diese mit kleinen Verlusten von z.B. nur 12 bis 14 Prozent betrieben werden.
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Eintrag vom: 19.11.2021  




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