oekoplus - Freiburg
Sonntag, 2. Oktober 2022
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


 
Zwei Brennstoffzellenfahrzeuge f√ľr den ASF-Fuhrpark
Einstieg in die Nutzung der Wasserstofftechnologie bei der Abfallsammlung
12 weitere Fahrzeuge bis 2023

Freiburgs Abfallwirtschaft setzt bei der Umstellung ihres Fuhrparks auf Elektromobilit√§t und steigt fortan auch in die Nutzung der Wasserstofftechnologie ein. Bei der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH (ASF) kommen ab Juli zwei Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb zur Sammlung von Bioabfall und Papier zum Einsatz. Diese werden zwei dieselbetriebene M√ľllwagen ersetzen und j√§hrlich bis zu 60 Tonnen CO2 einsparen.

Obwohl gerade schwere Nutzfahrzeuge f√ľr knapp 30 Prozent der CO2-Emissionen im Verkehrssektor verantwortlich sind und den Klimawandel weiter vorantreiben, wurden Technologien f√ľr alternative Antriebe dieses Fahrzeugtyps in der Vergangenheit eher vernachl√§ssigt. Inzwischen haben auch wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge Markttauglichkeit erreicht, was der ASF die Ausweitung ihres Elektrofuhrparks auf das Feld der Abfallsammlung erm√∂glicht. Mit 15 alternativ angetriebenen Fahrzeugen ist der Gro√üteil derzeit im Bereich der Stra√üenreinigung unterwegs.

‚ÄěDas ist f√ľr uns ein bedeutender Meilenstein in Richtung emissionsfreie Mobilit√§t‚Äú, erkl√§rt Michael Broglin, Gesch√§ftsf√ľhrer der ASF. ‚ÄěBis Ende 2023 werden auf Freiburgs Stra√üen insgesamt 14 Sammelfahrzeuge mit dieser klimafreundlichen Technologie unterwegs sein und mit 64 Prozent einen gr√∂√üeren Anteil an der kommunalen Abfallsammlung aufweisen als Dieselfahrzeuge.‚Äú

Oberb√ľrgermeister Martin Horn freut sich √ľber die umweltfreundliche Umstellung des ASF-Fuhrparks: ‚ÄěFreiburg wird dann √ľber einen der gr√∂√üten Fuhrparks mit alternativ angetriebenen Abfallsammelfahrzeugen verf√ľgen und eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet einnehmen. Dies soll ein bedeutender Beitrag zur Verwirklichung der Klimaschutzziele der Stadt Freiburg werden‚Äú, so Horn.

Wie klassische Elektrofahrzeuge werden auch Brennstoffzellenfahrzeuge durch einen Elektromotor angetrieben, fahren emissionsfrei und sind ger√§uscharm. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen k√∂nnen Brennstoffzellenfahrzeuge dagegen ihren Strom w√§hrend der Fahrt durch die Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff selbst produzieren, ohne an eine Steckdose angeschlossen werden zu m√ľssen. Hiermit l√§sst sich die Fahrtzeit verl√§ngern und die Flexibilit√§t erh√∂hen. Das eingebaute Batteriesystem erm√∂glicht zudem die Speicherung r√ľckgewonnener Bremsenergie und eine Teilaufladung der Batterie ‚Äď ein entscheidender Vorteil im allt√§glichen Stop-and-go Verkehr.

Die Tragweite der Freiburger Technologiewende verdeutlicht auch die Aussage des Staatssekret√§rs im Umweltministerium Baden-W√ľrttemberg Dr. Andre Baumann: ‚ÄěDer Stra√üenverkehr ist eines unserer Sorgenkinder beim Klimaschutz im Land: Die Treibhausgasemissionen sind hoch und leider in den vergangenen Jahren sogar gestiegen. Das muss sich √§ndern. Denn nur dann werden wir unsere Klimaziele erreichen. Wie die Fahrzeuge der Zukunft angetrieben werden, ist dabei eine zentrale Frage. Bei Bussen, LKWs und Fahrzeugen mit hohen Anforderungen an Leistung, Reichweite und Einsatz-Flexibilit√§t stellt sich Wasserstoff als eine sehr gute L√∂sungsoption dar. Darum freue ich mich, dass die Stadt Freiburg den richtigen und nachhaltigen Weg eingeschlagen hat.‚Äú

Die Finanzierung der ersten zwei wasserstoffbetriebenen Abfallsammelfahrzeuge erfolgte mit Unterst√ľtzung bundesweiter F√∂rdermitteln. Somit konnten die Anschaffungskosten von rund 1.440.000 Euro (netto) f√ľr beide Fahrzeuge zu 75 Prozent √ľber F√∂rdermittel gedeckt werden. Eine Bezuschussung erfolgte im Rahmen des Sofortprogramms ‚ÄěSaubere Luft 2017-2020‚Äú des Bundesministeriums f√ľr Verkehr und digitale Infrastruktur mit rund 925.000 Euro (netto). Die F√∂rderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projekttr√§ger J√ľlich (PtJ) umgesetzt. Eine zus√§tzliche F√∂rderung in H√∂he von insgesamt 150.000 Euro (netto) wurde √ľber den Innovationsfonds der badenova AG & Co. KG bereitgestellt. ‚ÄěDie Brennstoffzellen-Technik in der Abfallwirtschaft einzusetzen, hat unseren Sachverst√§ndigenrat √ľberzeugt. Wir freuen uns, dass wir die ASF mit Mitteln aus unserem Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz unterst√ľtzen k√∂nnen‚Äú, so Mathias Nikolay, Vorstand der badenova.

Mit Blick auf die Anschaffung weiterer Abfallsammelfahrzeuge bis 2023 verwies Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekret√§r beim Bundesministerium f√ľr Verkehr und digitale Infrastruktur, auch auf die Ausrichtung des Bundes: "Bald werden in Freiburg 14 neue Abfallsammelfahrzeuge ihren Dienst versehen: leise und CO2-neutral. Das Bundesministerium f√ľr Verkehr und digitale Infrastruktur unterst√ľtzt das Projekt mit √ľber 8 Millionen Euro. Die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie ist eine wichtige Zukunftstechnologie f√ľr den Wirtschafts- und Mobilit√§tsstandort Deutschland. So haben wir es auch in der Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung festgelegt. Im Verkehrsbereich ist Wasserstoff zur Erreichung der Klimaziele eine sinnvolle Erg√§nzung zu den leistungs- und reichweitenbeschr√§nkten Batteriefahrzeugen."
 
Eintrag vom: 18.07.2021  




zurück
Oekostation_Haus_3026_2a.JPG

Copyright 2010 - 2022 Benjamin Jäger