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14.09.09: Tag der Tropenwälder
WWF warnt vor Artensterben und Klimawandel durch Waldzerstörung

Tropenw√§lder bis zum Ende des Jahrhunderts abgeholzt ‚Äď positive Nachrichten aus Brasilien und Kolumbien

Frankfurt - Anl√§sslich des Tags der Tropenw√§lder warnt der WWF vor den fatalen Folgen der Tropenwaldvernichtung. Wenn die Abholzung der tropischen W√§lder mit dem jetzigen Tempo fortschreitet, werden sie weltweit sp√§testens bis zum Ende des Jahrhunderts abgeholzt sein. Das h√§tte katastrophale Folgen f√ľr die Artenvielfalt und das Weltklima. Jedes Jahr werden rund 13 Millionen Hektar Tropenwald abgeholzt, das entspricht der Fl√§che von 36 Fu√üballfeldern pro Minute. Weltweit gibt es nur noch etwa 10 Millionen Quadratkilometer tropische W√§lder.

‚ÄěWenn die Abholzung der W√§lder nicht schnellstm√∂glich gestoppt wird, wird es schon bald zu irreversiblen Sch√§digungen in der globalen Waldstruktur kommen‚Äú, so WWF Tropenwaldexperte Markus Radday. ‚ÄěDadurch w√ľrden Tropenw√§lder als Lebensraum und Klimastabilisator zunichte gemacht‚Äú.

Hauptursachen der Waldzerst√∂rung sind Rodungen zur Landumwandlung, durch Menschen verursachte Waldbr√§nde und durch den Klimawandel hervorgerufene Austrocknungen. Neben dem ‚Äělegalen‚Äú Raubbau ist illegaler Holzeinschlag und Handel mit Holz aus illegalen Quellen eine der Hauptursachen f√ľr die Zerst√∂rung von W√§ldern weltweit. Sch√§tzungen des WWF zufolge stammen bis zu 20 Prozent der Holzimporte in die Europ√§ische Union aus illegalem Einschlag. Den Tag der Tropenw√§lder begeht der WWF Deutschland seit 1989 am 14. September, dem Geburtstag des bedeutenden Amazonas-Forschers Alexander von Humboldt (1769-1859).

Tropenw√§lder gelten als ‚ÄěSchatztruhe der Biodiversit√§t. Rund zwei Drittel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten leben dort. Nach Sch√§tzungen des WWF werden jeden Tag bis zu 150 Arten in Folge der Waldzerst√∂rung ausgerottet. Tropische W√§lder speichern zudem etwa doppelt soviel Kohlenstoff wie W√§lder au√üerhalb der Tropen. In den B√§umen und Str√§uchern wird die H√§lfte des auf der Erde gebundenen Kohlenstoffs gespeichert. Werden W√§lder gerodet, so wird der Gro√üteil des Kohlenstoffes als Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Schon jetzt stammen ca. 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen aus der Vernichtung von W√§ldern. Besonders schwerwiegend wirkt sich die Abholzung der Torfmoorw√§lder Indonesiens aus. Sie speichern 50-mal so viel Kohlenstoff wie eine gleich gro√üe Fl√§che Regenwaldes ohne Torfboden. ‚ÄěDie Zerst√∂rung der Torfmoorw√§lder ist in Bezug auf den Klimawandel eine tickende Zeitbombe‚Äú, so Markus Radday.

Positive Meldungen aus Lateinamerika

Allerdings gibt es auch positive Meldungen zu verzeichnen. Die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes hat sich nach Angaben der brasilianischen Regierung deutlich verlangsamt. Im zur√ľckliegenden Messzeitraum ist die Entwaldung ersten Sch√§tzungen zufolge um 46 Prozent zur√ľckgegangen und war so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die offiziellen Zahlen f√ľr den Zeitraum von August 2008 bis Juli 2009 werden im Sp√§therbst vorgelegt.

Auch aus Kolumbien gibt es positive Nachrichten. Die Regierung unterzeichnete gerade gemeinsam mit 24 Organisationen eine Erkl√§rung, den Handel mit Holz aus illegalen Quellen zu stoppen. Nach Meinung des WWF ist dieses B√ľndnis ein wichtiger Schritt zu einer nachhaltigen Waldwirtschaft und wird die ganze Holzbranche in Kolumbien revolutionieren. In der Vergangenheit waren in Kolumbien j√§hrlich fast 50.000 Hektar Wald abgeholzt und √ľber 20 Baumarten √ľbernutzt worden.

Folgende Maßnahmen haben aus Sicht des WWF Priorität im Kampf gegen die Tropenwaldvernichtung:

* Verbrauchern und Wirtschaft empfiehlt der WWF, nur Holzprodukte mit FSC-Siegel zu verwenden. Alle Produkte mit diesem Label stammen aus einer verantwortungsvollen Waldwirtschaft.

* Auf europ√§ischer Ebene fordert der WWF dringend rechtliche bindende Regelungen, wie die Einf√ľhrung einer Nachweispflicht f√ľr Unternehmen, dass ihre Holzprodukte aus legalen Quellen stammen. Ein solcher Verordnungsentwurf wurde im Herbst letzten Jahres von der EU-Kommission vorgelegt. Dieser l√§uft allerdings derzeit Gefahr, in den Diskussionen im EU-Rat massiv verw√§ssert zu werden. Der WWF ruft besonders Bundesagrarministerin Aigner auf, sich f√ľr eine wirksame Verordnung einzusetzen und die Abschw√§chungen nicht zu unterst√ľtzen.

* Auf internationaler Ebene dr√§ngt der WWF auf die schnelle Einigung auf ein Verfahren zur Entsch√§digung der gro√üen Waldnationen f√ľr den Erhalt ihrer W√§lder im Rahmen des REDD-Mechanismus. REDD (‚ÄěReduced Emissions from deforestation and forest degradation‚Äú) ist einer der zentralen Punkte des internationalen Post 2012 Klimaschutzabkommens, das auf der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember ausgehandelt werden soll.
 
Eintrag vom: 16.09.2009  




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