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Mittwoch, 30. September 2020
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Zur Stilllegung des AKW Fessenheim / Elsass zum 29.6.2020
* Teilentwarnung - Strahlenkatastrophe durch Atomm├╝ll in Fessenheim bis Ende 2023 weiterhin nicht unm├Âglich

* ECOtrinova e.V. erinnert an die grenz├╝berschreitende Zusammenarbeit der B├╝rgerinitiativen gegen Atomkraft und f├╝r Alternativen am s├╝dlichen Oberrhein: Widerstand gegen die Atomkraftwerke Fessenheim, Wyhl und weitere Standorte und die Folgen. Lieber aktiv als radioaktiv **)

ENDLICH ÔÇô nach rund 50 Jahren Protesten und Widerstand wird der Leistungsbetrieb des 1977 ans Netz gegangenen Atomkraftwerks Fessenheim/Elsass am 29.6.2020 sp├Ątabends endg├╝ltig beendet. Das bedeutet laut Dr. Georg L├Âser, Vorsitzender des gemeinn├╝tzigen Vereins ECOtrinova e.V., vorerst nur eine wichtige Teilentwarnung. Sehr viele St├Ârf├Ąlle, manche davon sehr gef├Ąhrlich, haben immer wieder das t├Âdliche Risiko des Atomkraftwerks f├╝r die Region und dar├╝ber hinaus aufgezeigt. Der Strom ging weit ├╝berwiegend Richtung Paris, aber auch nach Baden-W├╝rttemberg und in die Schweiz. Der Vorsitzende, der schon als Student Mitte der 1970er gegen das AKW Fessenheim mit vielen anderen protestierte, dankt all den Menschen, die sich im Laufe der Jahrzehnte gegen die Atomkraft in Fessenheim und anderswo einsetz(t)en, hier zuvorderst den 3 Frauen aus dem Elsass, die 1970 als erste die Brosch├╝re "Fessenheim, vie ou mort d'Alsace, du pays de Bade-Wurtemberg et de quelques cantons suisses" (Fessenheim, Leben oder Tod...) erstellten. Die bei ECOtrinova e.V. online verf├╝gbare Schrift "Grenz├╝berschreitende Kooperation am Oberrhein - Die Badisch Els├Ąssischen B├╝rgerinitiativen" greift das Geschehen aus der Perspektive 2011 nach Fukushima auf.

Es ist Atomm├╝ll aller Arten entstanden vom Uranbergbau bis hin zum hochradioaktiven Atomm├╝ll der im Atomkraftwerk verwendeten Brennelemente samt radioaktiven Materialien u.a. des Atomkraftwerks und anderen Strahlenabf├Ąllen. Das ist gef├Ąhrlich f├╝r Hunderte, teils Hunderttausende, teils f├╝r Millionen Jahre, so ECOtrinova: "Der Atomm├╝ll des Atomkraftwerks Fessenheim darf nicht ├╝berschwemmungsgef├Ąhrdet in der hiesigen Erdbebenregion am Rhein verbleiben - ├╝ber einem der gr├Â├čten Grundwasserk├Ârper Europas und an einer Trinkwasserquelle mit Uferfiltrat f├╝r viele MIllionen Rheinanlieger bis in die Niederlande!"

Zwar sinke das atomare Risiko laut einer franz├Âsischen Studie zu den 900-Megawatt-Reaktoren nach Reaktorstilllegung auf etwa die H├Ąlfte. In Fessenheim ist es der ├Ąlteste dieser Baureihe. Aber Unf├Ąlle bei der zu unsicheren Lagerung der Brennelemente in Fessenheim k├Ânnen auch Strahlenkatastrophen bedeuten. Deshalb kann die Region zu Fessenheim erst mit dem angek├╝ndigten bis Ende 2023 vollzogenen Abtransport aller Brennelemente vorl├Ąufig aufatmen. Die von den franz├Âsischen Beh├Ârden jetzt kurzfristig geplanten Sicherheits-Verbesserungen f├╝r die Brennelementelagerung reichen nicht aus, wie Stellungnahmen zur Anh├Ârung durch die Atombeh├Ârde ASN vom 16. Juni 2020 zeigen. Auch gelte es, die Bedrohung der Region durch Atomkraftwerke etwa in der Nordwestschweiz und eine f├╝r den Standort Fessenheim vorgeschlagene Atomschrottfabrik, genannt Technocentre, abzuwehren. Diese Fabrik w├╝rde radioaktiv verseuchte Bauteile von Atomkraftwerken nicht nur aus Fessenheim verwerten.

"Die Energiewende ohne Atomkraft und ohne fossile Energien muss nun beschleunigt werden - die Ideen und Vorbilder sind da ", unterstrich der ECOtrinova-Vorsitzende. Mit dem trinationalen B├╝rgervereine-Netzwerk und der Resolution "Energie-3Regio" (energie-3Regio.de) von 2003 hat sich ECOtrinova samt Projekttr├Ąger F├Ârderverein Zukunftsenergien SolarRegio Kaiserstuhl aus Wyhl f├╝r Energiealternativen eingesetzt. Jene Resolution wurde von der offiziellen deutsch-franz├Âsisch-schweizerischen Oberrheinkonferenz in deren Energieresolution 2006 weitgehend ├╝bernommen. Der trinationale "1. Energiegipfel" in Breisach im Juli 2003 bildete den H├Âhepunkt dieses B├╝rger-Interreg-Projekts. Es folgten die von ECOtrinova geleiteten Ideenwettbewerbe f├╝r Vereine und Einzelpersonen zur "Nachhaltigkeit rhein├╝berschreitend Energie und Wasser" mit Preisverleihung beim "1. Umweltgipfel" der Vereine in Breisach im Oktober 2005. Alle Projektideen, u.a. zum AKW Fessenheim und Alternativen sind 2-sprachig online. Auch das Vorhaben "Sonnen-Energie-Wege" (Sentiers solaires) mit 50 Vorbildstationen im Eurodistrikt Region Freiburg/Zentral- und S├╝d-Elsass war Gewinner bei Wettbewerben des Landes-Umweltministeriums. Die Stationen und Beschreibungen mit Tourenvorschl├Ągen sind seit 2009 zweisprachig online bei ecotrinova.de.
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Eintrag vom: 26.06.2020  




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