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Dienstag, 28. Januar 2020
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Breigau S-Bahn: Ein alter BUND-Traum wird war
Am Sonntag, 15. Dezember, startet der Betrieb der Breisgau-S-Bahn . Die Fahrplanzeiten verbessern sich, es fahren auch elektrische Z√ľge und es gibt neue, teilweise wesentlich bessere Verbindungen. Damit werden auch alte W√ľnsche und Forderungen des BUND endlich realisiert.

Wer erinnert sich noch an lang zur√ľckliegende Demos und Aktionen, f√ľr die Einf√ľhrung einer Regio-Karte und f√ľr einen besseren Nahverkehr? Die positiven Entwicklungen im regionalen √ĖPNV sind (trotz massiver M√§ngel, Versp√§tungen und anderer Probleme auf der Rheintalstrecke) ein echter Grund zur Freude. Nur bei der Entwicklung der Kosten haben wir manchmal den Eindruck, dass der Markt nicht funktioniert, und dass die √∂ffentliche Hand, also wir alle, √ľber den Tisch gezogen werden.

Mit dem jetzigen Ausbau des √ĖPNV ist allerdings auch ein Aspekt verbunden, der wenig diskutiert wird. Der erfreuliche Ausbau des Nahverkehrs spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von ‚ÄěGro√ü-Freiburg‚Äú. Entlang der Breisgau S-Bahnstrecken streckt Freiburg seine Arme ins Umland. Schon jetzt ‚Äěexplodiert‚Äú der Fl√§chenverbrauch entlang der Schienen in Gemeinden wie Bahlingen, Waldkirch und Endingen. Eine von den Anliegergemeinden gew√ľnschte, relativ ungeplante Entwicklung, √§hnlich der Verbreiung entlang der B 3, ist leider sehr wahrscheinlich. Zwischen Offenburg und Freiburg ist ein fast durchg√§ngiges, gesichtsloses Siedlungsband entstanden. (auf der Gesamtstrecke von 68 km bleiben zwischen 50,3 km Siedlungsfl√§chen nur noch 17,7 km Freiraum) Ein √§hnlicher Betonring w√§chst langsam auch um den Kaiserstuhl und wuchert ins Elztal.

Was fehlt, ist eine kluge, fl√§chensparende, naturschonende, durchsetzungsf√§hige Regionalplanung, die Fehlentwicklungen verhindert und Regionalf√ľrsten bremst.

Gerade mit der Einweihung der S-Bahn wird deutlich, dass Freiburg und die beiden Nachbarkreise viel st√§rker als Einheit gesehen werden m√ľssen. Der in Stadt und Landkreisen vorherrschende ‚ÄěKant√∂nligeist‚Äú muss √ľberwunden werden um ein zuk√ľnftiges ‚ÄěBreiburg mit einer h√§sslichen, gesichtslosen Suburbia‚Äú zu verhindern. Das w√§ren auch Themen f√ľr die kommenden ‚Äě900 Jahre Freiburg‚Äú Debatten.

Axel Mayer, Gesch√§ftsf√ľhrer
 
Eintrag vom: 14.12.2019  




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