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Dienstag, 15. Oktober 2019
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Kirche im Klimaschutz lokal aktiv
Dach des Johanneskindergartens mit Modulen / Foto: G├╝nter Hammer
 
Kirche im Klimaschutz lokal aktiv
Photovoltaikanlagen auf Kindergartend├Ąchern

Freiburg / Merzhausen. Die Evangelische Kirche in Freiburg arbeitet konsequent weiter an ihrem lokalen Klimaschutzprogramm. In diesem Herbst konnten zwei Photovoltaikanlagen auf Geb├Ąuden der Kirche in Betrieb genommen werden. ÔÇ×Das soll die umfangreichen Ma├čnahmen zur Energieeffizienz und zur Reduzierung von CO2-Emmission erg├Ąnzen", sagt Bauamtsleiter Reinhard Stulz.

Beide Anlagen werden von kirchennahen Unternehmen betrieben. In Merzhausen wird auf dem Dach der neu errichteten Kindertagesst├Ątte (Kita) eine 30-Kilowatt-Anlage von der Gesellschaft zur Energieversorgung der kirchlichen und sozialen Einrichtungen (KSE) gebaut. Die Kirche hat dazu das Dach der Johannes-Kita direkt neben der Kirche verpachtet. 92 Module wurden auf einer Fl├Ąche von 200 Quadratmetern auf dem Dach verlegt. Mit der Anlage k├Ânne eine CO2-Ersparnis von 400 Gramm pro Kilowattstunde gegen├╝ber anderen Stromerzeugern erzielt werden, erkl├Ąrt Tobias Moser. Dem Elektroingenieur ist dabei wichtig, dass zur Vermeidung von so genannten Verschattungsverlusten ein Regler mit Einzelmoduloptimierung eingebaut ist. Der Stadtkirchenbezirk verpachtet das Dach an die KSE, die den erzielten Strom einspeist. Der Photovoltaik (PV)-Strom k├Ânne aber auf Wunsch ab 2020 auch direkt an die Johanneskirche geliefert werden, sodass die Gemeinde ihren eigenen PV-Strom verbrauchen kann, erkl├Ąrt Lena Klietz von KSE. "Den zus├Ątzlichen Strombedarf decken sie weiterhin ├╝ber das Netz mit dem KSE-├ľkostrom", sagt sie weiter. ├ťber die Lieferung des PV-Stroms und den Rest KSE-├ľkostrom werde dann ein Stromlieferungsvertrag auf max. 3 Jahre abgeschlossen.

Die Betreiberin der Anlage, die KSE wurde von den beiden Landeskirchen und den beiden Di├Âzesen in Baden-W├╝rttemberg gegr├╝ndet und hat ihren Sitz in Freiburg.

Ein weiters Modell der Stromeinspeisung mit der Evangelischen Kirche in Freiburg gibt es in Freiburg-St. Georgen. Auf dem gemeinsamen Dach des evangelischen Oberlin-Kindergartens und des Gemeindehauses der Lukasgemeinde wurde ebenfalls eine rund 30-KW-Anlage in Betrieb genommen. Hier ist die Betreiberin die ├ľkumenische Energiegenossenschaft e.G. (├ľEG), die es seit 2009 gibt und ihren Sitz in Bad Boll hat. ÔÇ×Die Module dieser so genannten Aufdachanlage stammen aus deutscher Produktion", betont der Solarteur Klaus Winterer. Auch hier laufe der Pachtvertrag ├╝ber 20 Jahre, so Sebastian Edel von der ├ľEG, der Strom werde ins Netz eingespeist. ÔÇ×Die Nutzung des Stromes vor Ort w├Ąre wirtschaftlicher gewesen, scheiterte aber an den Rahmenbedingungen des Erneuerbare-Energie-Gesetzes", sagt der Experte. Demnach st├╝nde die gemeinsame Nutzung des Daches durch Kita und Pfarrgemeinde laut EEG der Eigennutzung des Stroms bisher entgegen.

Mit beiden Anlagen k├Ânnten zusammen rund 20 Haushalte mit Energie versorgt werden. Die Kirche betreibt seit einiger Zeit bereits kleinere PV-Anlagen, unter anderem in Freiburg-Hochdorf auf dem Katharina-von-Bora-Haus, wo die b├╝rger- und spendenfinanzierte Anlage bereits fast 20 Jahre alt ist. Jetzt sollen weitere M├Âglichkeiten geschaffen werden, Photovoltaikanlagen zu montieren. Erste Vor├╝berlegungen f├╝r eine weitere Anlage auf dem Dach der Kreuzkirche in Freiburg-St├╝hlinger sind schon in Gang.

zum Bild oben:
Auf dem Dach des Johanneskindergartens in Merzhausen werden die Module installiert.
Foto: G├╝nter Hammer
 
Eintrag vom: 02.10.2019  




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