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Sonntag, 25. August 2019
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NABU: Steinhummel liegt zur Halbzeit beim Insektensommer vorn
Zählen, was zählt - Weniger Schmetterlinge gemeldet, Ausnahme Distelfalter

Berlin ‚Äď Die Steinhummel liegt wie im Vorjahr zur Halbzeit der diesj√§hrigen gro√üen bundesweiten NABU-Insektenz√§hlung vorn. Es folgen Honigbiene, Hainschwebfliege und auf Platz vier der Asiatische Marienk√§fer. Der heimische und bekannte Siebenpunkt-Marienk√§fer schafft es auch in diesem Jahr wieder nicht in die Top 20. Laut vorl√§ufigem Ausz√§hlungsstand gingen die Schmetterlingssichtungen zum Vorjahreszeitraum um 40 Prozent zur√ľck mit Ausnahme des Distelfalters, den Insektensommer-Teilnehmer dieses Jahr dreimal so oft gesehen haben wie 2018. Der farbenpr√§chtige Falter ist einer der wenigen fast √ľber den ganzen Erdball verbreiteten Schmetterlinge. Jedes Fr√ľhjahr wandern die Distelfalter aus dem S√ľden ein, mal sind es mehr, mal weniger.

Auch im zweiten Jahr des Insektensommers erkunden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am liebsten ihre unmittelbare Umgebung. Der am weitaus h√§ufigste Z√§hlort ist das n√§here Wohnumfeld, wie der eigene Garten oder Balkon, gefolgt vom Park. Bislang beteiligten sich √ľber 6.400 Insektenfans an der Aktion und gaben √ľber 3.600 Meldungen √ľber gesichtete Insekten ab.

‚ÄěIm Zuge des Insektensommers erhalten wir zahlreiche Anfragen, was jeder direkt f√ľr den Schutz von Insekten tun kann. Es freut uns, dass es eine offensichtlich gr√∂√üere Sensibilit√§t in der Bev√∂lkerung gibt und die Bereitschaft, dieser artenreichsten Tiergruppe vor der Haust√ľr geeignete Lebensr√§ume zu bieten‚Äú, sagt NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller. Mit der Mitmachaktion will der NABU die flei√üigen Helfer der √Ėkosysteme ins Licht der √Ėffentlichkeit stellen. In Deutschland gibt es etwa 33.000 Insektenarten. Fast 90 Prozent aller Wild- und Kulturpflanzen sind auf die Best√§ubung durch Insekten angewiesen. Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahren einen drastischen R√ľckgang vor allem an Fluginsekten festgestellt.

‚ÄěGro√üe auff√§llige Insekten wie die Steinhummel oder Populationen wie Ameisen sind einfacher erkennbar, daher finden sie sich unter den h√§ufig gemeldeten Arten‚Äú, so NABU-Insektenexpertin Daniela Franzisi. ‚ÄěDer Asiatische Marienk√§fer steht in Konkurrenz zum heimischen Siebenpunkt-Marienk√§fer. Insgesamt wurden weniger Schmetterlinge erfasst.‚Äú Das zeige sich am Beispiel des weit verbreiteten Kleinen Fuchses. Obwohl es ein sehr angepasster Schmetterling ist und seine Raupe auf der Brennnessel lebt, die fast √ľberall w√§chst, liegt er aktuell nur auf Platz 43 im Ranking. Im gleichen Zeitraum wurde er im Vorjahr mehr als doppelt so h√§ufig gesehen.

Mit Spannung blickt der NABU nun auf den nächsten Zählzeitraum. Die nächste Insekten-Zählung findet im Hochsommer vom 2. bis zum 11. August statt, wenn die Heuschrecken zirpen und Libellen fliegen.

Beobachten und z√§hlen ist fast √ľberall m√∂glich: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht gr√∂√üer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gez√§hlt wird eine Stunde lang. Insektenbeobachtungen melden kann man unter www.insektensommer.de oder direkt von unterwegs per Smartphone √ľber die NABU-App ‚ÄěInsektenwelt‚Äú. Eine Besonderheit der App ist eine fotografische Erkennungsfunktion.

Die Daten der Aktion Insektensommer werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah ver√∂ffentlicht. Der Insektensommer findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich in beiden Z√§hlr√§umen zusammen genommen 18.000 Menschen mit √ľber 7.300 Beobachtungen.
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Eintrag vom: 25.06.2019  




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