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Bestandszahlen 2009: Tiger am Abgrund
WWF fĂŒrchtet baldiges Aussterben der Raubkatzen. / Ilegaler Handel mit Tiger-Körperteilen in Asien viel zu hoch.

Nach einem neuen Bericht der Umweltstiftung WWF und des Artenschutzprogramms TRAFFIC leben weltweit nur noch rund 3.500 bis 5.000 Tiger in freier Wildbahn. Damit gehört die grĂ¶ĂŸte aller Raubkatzen zu den am stĂ€rksten bedrohten Tierarten dieser Erde. Der sĂŒdchinesische Tiger, von dem vor zehn Jahren wahrscheinlich noch 20 bis 30 Individuen existierten, könnte mittlerweile ausgestorben sein, so der WWF. „Ursache fĂŒr den dramatischen BestandsrĂŒckgang ist neben dem Lebensraumverlust vor allem die Wilderei und der illegale Handel mit Tigerknochen, Fell oder ZĂ€hnen“, sagt Volker Homes, Leiter WWF-Artenschutz. „Wenn im Kampf gegen die Wilderei nicht schnellstens ein Durchbruch gelingt, wird es Tiger bald nur noch in Zoos geben.“

Dreizehn Tigerstaaten wurden in dem Bericht „Die Zukunft der Tiger“ danach beurteilt, wie effektiv sie gegen die illegale Jagd und den Handel vorgehen. Als „absolut ungenĂŒgend“ werden in dem Ranking die geringen Anstrengungen von Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Thailand und Vietnam bewertet. „Ausreichend bis gut“ seien hingegen die Maßnahmen in Kambodscha, China, Indien, Nepal und Russland. „Von einem großen, entscheidenden Durchbruch im Schutzmanagement fĂŒr die Raubkatze sind wir jedoch noch weit entfernt“, sagt WWF-Experte Homes. Die Hoffnungen liegen jetzt auf einer langfristigen, globalen Überlebensstrategie fĂŒr den Tiger, die im kommenden Oktober von zahlreichen Organisationen - darunter der WWF und TRAFFIC - entwickelt werden soll.

Vor allem der Wunderglaube an die medizinische Heilkraft von Tigerprodukten schĂŒrt nach WWF-Informationen die Nachfrage immer noch weiter an. Trotz eines seit 1975 bestehenden, internationalen Handelsverbots, werde die Raubkatze in ganz Asien weiterhin illegal abgeschossen. Nach den neusten BestandsschĂ€tzungen steht der Sumatra-Tiger am Rande der Ausrottung. Als stark gefĂ€hrdet gelten die BestĂ€nde des Amurtiger, sowie der Bengalischen, Indochinesischen und Malaysischen Unterarten. „Der WWF fordert ein hĂ€rteres Vorgehen gegen Wilderei und den Schmuggel mit Tiger-Produkten“, sagt Volker Homes. Nur durch vereinte Anstrengungen der - zumeist armen - Tigerverbreitungsstaaten und wohlhabender GeberlĂ€nder könne das Aussterben des Tigers noch verhindert werden.

Der WWF hat jĂŒngst eine Initiative gestartet, die sich in elf LĂ€ndern zur Rettung der Tiger engagiert und die Anzahl der frei lebenden Tiger bis 2020 deutlich erhöhen will.
 
Eintrag vom: 18.07.2009  




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