oekoplus - Freiburg
Montag, 14. Juni 2021
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


 
Wilderei wieder auf dem Vormarsch
Dramatischer Anstieg der Wilderei bei Nashorn und Elefant.
Thailand: WWF warnt vor illegalen Elfenbein-Souvenirs.

Frankfurt - Nachdem die Zahl der illegal abgeschossenen Elefanten und Nashörner lĂ€ngere Zeit konstant oder gar rĂŒcklĂ€ufig war, kam es innerhalb weniger Jahre zu einem dramatischen Anstieg der Wilderei. Nach einem aktuellen Bericht des WWF und des Artenschutzprogramms TRAFFIC werden allein in SĂŒdafrika und Simbabwe monatlich zwölf Nashörner illegal abgeschossen. Zum Vergleich: Noch im Jahr 2005 waren es in ganz Afrika höchstens drei illegale Nashorn-AbschĂŒsse pro Monat. Schuld ist vor allem die steigende Nachfrage in Asien. Dort findet das begehrte Horn vor allem in Produkten der traditionellen asiatischen Medizin Verwendung. „Die Lage aller fĂŒnf Nashornarten ist dramatisch“, warnt WWF-Artenschutzexperte Volker Homes. „Angesichts der geringen Bestandszahlen bringt jeder Abschuss die Arten nĂ€her an den Rand der Ausrottung.“. Besonders prekĂ€r sei die Lage des Java-Nashorns. Derzeit gibt es nach WWF-Angaben nur noch etwa 50 bis 60 wildlebende Exemplare.

Sorge bereitet den NaturschĂŒtzern auch der Handel mit illegalem Elfenbein in der Touristenmetropole Bangkok. „Thailand ist der grĂ¶ĂŸte illegale Elfenbeinmarkt in Asien. GesetzeslĂŒcken und fehlender Vollzug erleichtern der Artenmafia ihre illegalen Machenschaften“, sagt Volker Homes vom WWF. Obwohl verdeckte Ermittler der UmweltschutzverbĂ€nde auf MĂ€rkten in Bangkok and Chiang Mai eine Zunahme der Elfenbein-HĂ€ndler registrierten, gab es seit 2004 in ganz Thailand nur insgesamt zwei gemeldete Beschlagnahmungen durch die Polizei. „Die Behörden schauen bewusst weg und unternehmen nichts gegen diese GesetzesverstĂ¶ĂŸe“, kritisiert Artenschutzexperte Homes. Um die wachsende Nachfrage zu befriedigen werden im Nachbarland Myanmar im großen Stil Elefanten gewildert. Auch aus Afrika werde das „weiße Gold“ nach Thailand geschmuggelt. Hinzu kommt, dass pro Jahr schĂ€tzungsweise 25 asiatische Elefanten, vornehmlich MĂŒtter mit ihren Jungtieren, aus ihrer natĂŒrlichen Umgebung verschleppt und in den Touristenregionen als lebende Attraktionen missbraucht werden.

Der WWF fordert ein hĂ€rteres und konsequenteres Vorgehen der örtlichen Behörden in Thailand und Myanmar gegen den illegalen Elfenbeinhandel und die Wilderei. Doch auch westliche Touristen sieht die Umweltstiftung in der Verantwortung, denn nur wo eine Nachfrage existiert, entsteht ein illegaler Schwarzmarkt. „Unwissenheit schĂŒtzt vor Strafe nicht“, betont Volker Homes vom WWF. „Touristen die mit Elfenbeinprodukten oder Nashorn-Medizin im GepĂ€ck erwischt werden, mĂŒssen mit harten Strafen rechnen.“
 
Eintrag vom: 16.07.2009  




zurück
Oekostation_Haus_3026_2a.JPG

Copyright 2010 - 2021 Benjamin Jäger