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Montag, 22. Juli 2019
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Insekten, Windräder & die Interessen der Agrochemie-, Kohle- & Atomlobby
Quelle: BUND S√ľdlicher Oberrhein
 
Insekten, Windräder & die Interessen der Agrochemie-, Kohle- & Atomlobby
Eine neue Studie des DLR besagt, dass pro Jahr m√∂glicherweise ca. 1.200 Tonnen Insektenbiomasse in Deutschland an Windrotoren verloren gehen. "Die aufgrund vereinfachter Annahmen hochgerechnete Zahl einer maximalen Masse von 1.200 Tonnen get√∂teter Insekten erscheint auf den ersten Blick sehr hoch" kritisiert das Bundesamt f√ľr Naturschutz. Dennoch haben viele Medien, aber auch Kohle-, Atom- und Agrarchemielobbyisten die Studie begierig aufgegriffen. Die inhaltlich umstrittene Studie ist lesenswert. Sie beschreibt gemessen an den Hauptursachen des Insektensterbens, allerdings nur ein kleines Rand- und Nischenthema. Allein in deutschen W√§ldern fressen V√∂gel ca. 400.000 Tonnen Insektenbiomasse im Jahr!

Die Hauptursache f√ľr das Sterben von Insekten wie Schmetterlingen und Bienen ist eindeutig die industrielle Landwirtschaft mit ihren Giften, √úberd√ľngung und die ‚Äěpflegeleichte‚Äú ausger√§umte, monotone Agrarlandschaft.

Doch auch in kleinen Randbereichen des Insektensterbens muss selbstverst√§ndlich seri√∂s geforscht werden. Nischendebatten und Nischenberichterstattung f√ľhren allerdings dazu, dass die tats√§chlichen Hauptprobleme nicht angegangen werden. Spannend sind nicht nur die Ergebnisse der umstrittenen Windrad-Studie, sondern auch die Art und Weise, wie von interessierter Seite das Thema gezielt und erfolgreich aufgebauscht wird.

Das Ganze erinnert an die industriegelenkte Debatte zu den j√§hrlich ca. 100.000 durch Windr√§der get√∂tete V√∂gel. Eine Nischendebatte, die verhindert, dass √ľber die 18 Millionen V√∂gel diskutiert wird, die in Deutschland an Glasscheiben sterben.

Strom aus neuen AKW ist nicht nur gefährlich und umweltschädlich, sondern auch viel teurer als Strom aus Windenergie. Gerade darum bekämpfen die Atom- und Kohlelobbyisten und ihre Vorfeldorganisationen die erneuerbaren Energien mit gezielt vorgeschobenen Scheinargumenten. Gerade rechtspopulistische Netzwerke und Klimawandelleugner, die ansonsten immer gegen Umwelt- und Naturschutz agitieren, benutzen immer wieder aus dem Zusammenhang gerissene Naturschutzargumente, um Kohle- und Atomkonzernen zu nutzen.

Wie schaffen es Konzerne und PR-Agenturen, dass manche wichtigen Themen gezielt ablenkend nur in Nischen debattiert werden und gleichzeitig aber in den Medien solche Aufmerksamkeit finden?

Axel Mayer, BUND-Gesch√§ftsf√ľhrer
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Eintrag vom: 06.04.2019  




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