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Donnerstag, 25. April 2019
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Klimaschutz durch Atomkraft? Riskant und sehr teuer
Der zeitliche Abstand zu den Atomunf√§llen in Tschernobyl und Fukushima ist so gro√ü, dass die Atomlobby wieder in die Offensive geht. Mit gezielt vorgeschobenen Klimaschutzargumenten versuchen die Atomkonzerne und ihre Tarnorganisationen der Nuclear Pride Coalition Werbung f√ľr Atomkraft zu machen und ihre Profite zu sichern. Doch Atomkraft ist hochriskant, teuer und der Atomm√ľll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden. Bei der Nutzung der Atomenergie (vom Uranabbau bis zum Abriss) wird mehr Kohlendioxid freigesetzt als beim Betrieb eines Windrades sagt eine Studie des Deutschen Bundestages. Atomstrom aus neuen AKW ist sehr teuer. Das neue englische AKW Hinkley Point wird 23,2 Milliarden Euro kosten und extrem teuer Strom produzieren. Ab 2025 wird der Atomstrom f√ľr rund 12 Eurocent pro Kilowattstunde (kWh) ins Stromnetz verkauft. Hinzu kommt ein j√§hrlicher Aufschlag f√ľr die Inflation. Solar- und Windstrom sind im Vergleich deutlich g√ľnstiger. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts f√ľr Solare Energiesysteme (ISE) kostet heute in Deutschland Strom aus neuen Windanlagen etwa 6 Eurocent pro kWh und aus neuen gro√üen Solarkraftwerken im Durchschnitt ca. 5 Eurocent. In sonnenreichen L√§ndern sind die Kosten f√ľr Solarstrom noch g√ľnstiger und liegen unter vier Eurocent. Der Kostenvergleich mit fossiler und nuklearer Stromerzeugung wird dadurch erschwert, dass externe Kosten durch Umwelt-, Klima- und Gesundheitssch√§den au√üen vor bleiben. Mit einem Bruchteil des Geldes f√ľr neue AKW l√§sst sich umweltfreundlich Strom aus Wind und Sonne erzeugen und das Klima sch√ľtzen. Aus diesem Grund werden die zukunftsf√§higen Energien von der Atom- und Kohlelobby und ihren Tarnorganisationen auch massiv behindert.

Warum sollen wir auf eine gef√§hrliche, teure Hochrisikotechnologie wie den Thorium Reaktor setzen, wenn wir kosteng√ľnstige, umweltfreundliche Alternativen haben?

Um tats√§chlich in gro√üem Umfang teuren Atomstrom zu erzeugen, m√ľssten weltweit sehr viele AKW in immer mehr L√§ndern gebaut werden. Doch jeder neue Staat, der mit Hilfe der Atomkraft in den Besitz von Atomwaffen kommt, erh√∂ht die Gefahr zuk√ľnftiger Atomkriege und ist eine Katastrophe f√ľr die Menschheit und alles Leben auf diesem Planeten.

Der menschengemachte Klimawandel muss umweltfreundlich und nachhaltig angegangen werden. L√∂sungsans√§tze sind regenerativen Energien, Energiesparen und eine √Ąnderung unseres nicht nachhaltigen Lebensstils. "Gut leben statt viel haben" ist die Zukunftsdevise. Es gilt, eine tats√§chlich nachhaltige Entwicklung einzuleiten und Wege f√ľr ein gutes Leben aufzuzeigen. Die gr√∂√üten Einschr√§nkungen auf diesem Weg sind die √∂konomisch-politischen Widerst√§nde alter Eliten und die Tatsache, dass dieser Weg Vernunft und ein massives Umdenken voraussetzt. Der Versuch, die Probleme des Klimawandels mit Atomkraft zu l√∂sen, ist ein gef√§hrlicher, r√ľckw√§rtsgewandter Irrweg.

Axel Mayer, BUND-Gesch√§ftsf√ľhrer, Vizepr√§sident Trinationaler Atomschutzverband TRAS
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Eintrag vom: 31.03.2019  




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