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Donnerstag, 25. April 2019
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40 Jahre Atomkraft-Unfall Three Mile Island Block 2
bei Harrisburg, USA, und Strahlenfolgen

Der Unfall beim Atomkraftwerk Three Mile Island 2 (TMI-2) bei Harrisburg/USA beginnt.
Zahlreiche Strahlenopfer des Atomkraft-Unfalls bei Harrisburg (TMI-2) erwiesen.
Bei älterem Reaktor wäre der Unfall eine Riesenkatastrophe geworden.
Als Menschen zu ‚ÄěMessinstrumenten‚Äú wurden. Beschwichtigungen und Vertuschungen

Am 28.3.1979 4 Uhr nachts begann im US-Bundesstaat Pennsylvania unweit von dessen Haupt¬≠stadt Harrisburg im Atomkraftwerk Three Mile Island (TMI) im Block2, der erst wenige Wo¬≠chen zuvor in Betrieb gegangen war, ein schwerer Unfall. Dieser umfasste eine weitgehen¬≠de Schmelze des Reaktorkerns, mindestens eine Wasserstoffexplosion und erheb¬≠liche Freisetzungen von Radioaktivit√§t. Mehrere Tage lang bestand die Gefahr einer sehr viel gr√∂√üeren Katastro¬≠phe. Bereits am 1. Tag kam es zu Aussto√ü von Radioaktivit√§t in die Luft. Am 30.3. wurde ent¬≠schieden, alle schwangeren Frauen und alle Kinder im Vorschulalter aus der 8-km-Zone (5 Mei¬≠len) zu evakuieren . Die Nachricht erreichte die Menschen erst 2 Tage sp√§ter. Die Schulen wu¬≠rden geschlossen. F√ľr den 16-km-Umkreis (10 Meilen) wur¬≠de die Bev√∂lkerung aufgefordert, die H√§u¬≠ser nicht zu verlassen. Fast 200.000 Menschen flohen. Entwarnung kam erst am 9. April.

Unkontrollierte Freisetzungen von Radioaktivit√§t in die Umwelt begannen schon kurz nach Unfallbeginn. Messger√§te im Kraftwerk √ľberschritten ihre Me√übereiche. Radioaktives Edelgas des TMI-2-Unfalls wurde sogar in Albany gemessen, der rund 400 km entfernten Hauptstadt des Staates New York. Zu den Strahlen- und Krankheitsfolgen des TMI-Unfalls gibt es viele Anzeichen f√ľr eine gro√üe Beschwichtigungs- und Vertuschungskampagne. Die Frage der Strahlensch√§den bei der Bev√∂lkerung wurde offiziell schon auff√§llig fr√ľh verneint, obwohl z.B. Krebserkrankungen nicht sofort auftreten. Viele ernst zu nehmende Berichte aus der Bev√∂l¬≠kerung und unabh√§ngige in Fachjournalen ver√∂ffentlichte wissenschaftliche Untersuchungen von Forschern an der Universt√§t von North Carolina belegen dagegen erhebliche Gesundheitssch√§den, u.a. geh√§ufte bestimmte Krebserkrankungen. Auch bei der Kindersterblichkeit gabe es Erh√∂hungen. Beobachtungen aufmerksamer Menschen, die schon bald am 1. Unfalltag 28.3.1979 und danach strahlenbedingte Krankheitssymptome, die bei hoher Belastung auftreten, bei sich selber und bei Tieren feststellten mit Hunderten an sich √ľberzeugenden schriftlichen Berichten, wurden von offiziellen Stellen nicht anerkannt. Die Eigner von TMI zahlten Bewohnern der Umge¬≠bung aber viele Millionen Dollar au√üergerichtlich, um gerichtliche Klagen wegen missgebildeter Kinder zum Schwei¬≠gen zu bringen.

Der Unfall h√§tte sehr viel schwerer ablaufen k√∂nnen bis hin zu einer Riesen-Katastrophe ("gro√üer SuperGAU", INES 7) mit gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen schwerer als "Tschernobyl 1986" oder "Fukushima 2011", wenn der "brandneue" Unfallreaktor mehr als nur ein paar Wochen Strom erzeugt h√§tte. Denn die dann viel gr√∂√üeren Freisetzungen w√§ren bodennah erfolgt und nicht durch einen Graphitbrand in die H√∂he und damit auf der Nordhalbkugel der Erde verteilt worden bzw. nicht wie bei Fukushima haupts√§chlich Richtung Pazifischrn Ozean geweht oder oder in ihn abgeleitet worden. - Der Block TMI-2 ist auch 40 Jahre nach dem Unfall wegen der hohen Verstrahlung nur teilweise r√ľckgebaut. Der √§ltere Block TMI-1 soll in 2019 stillgelegt werden, da der Betrieb nicht mehr wirtschaftlich sei. Man erhofft aber staatliche Gelder f√ľr eventuellen Weiterbetrieb.
 
Eintrag vom: 27.03.2019  




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