oekoplus - Freiburg
Montag, 22. Juli 2019
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


Weltverbrauchertag: Mehr Klarheit und Transparenz beim Lebensmitteleinkauf
Tauernroggen / Foto: Slow Food Archiv
 
Weltverbrauchertag: Mehr Klarheit und Transparenz beim Lebensmitteleinkauf
Zum Weltverbrauchertag 2019 am 15. M√§rz fordert Slow Food Deutschland von der Politik, Rahmenbedingungen daf√ľr zu schaffen, damit Verbraucherinnen und Verbraucher zwischen n√§hrstoffreichen Lebensmitteln ausw√§hlen k√∂nnen, die auf ethisch sowie √∂kologisch vertr√§gliche Weise hergestellt und gehandelt werden. ‚ÄěDie Politik sollte Vorbild sein und unseren Lebensmitteln ihren Stellenwert als Mittel zum Leben zur√ľckgeben, sie in in ihrer wahren Qualit√§t und ihrem Preis aufwerten und Transparenz sicherstellen,‚Äú so Ursula Hudson, die Vorsitzende von Slow Food Deutschland.
Der Weltverbrauchertag ist ein internationaler Aktionstag, der auf die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher aufmerksam macht. Dazu geh√∂rt f√ľr Slow Food das Recht eines jeden Menschen auf gute, saubere und faire Lebensmittel. Doch ist es um unseren Lebensmitteleinkauf inzwischen sehr komplex bestellt. Unser industrielles Lebensmittelsystem hat zur √úberproduktion und zum √úberangebot von zumeist n√§hrstoffarmen und hochverarbeiteten Nahrungsmitteln gef√ľhrt. Das wirkt sich negativ auf die Qualit√§t und den wahren Preis von Nahrungsmitteln, auf die Gesundheit aller Lebewesen sowie den Schutz von Umwelt und Klima aus. Auf der Suche nach dem ‚Äöguten Lebensmittel‚Äė bewegen sich Verbraucherinnen und Verbraucher in einem Dschungel aus G√ľtesiegeln, denen verschiedene Kriterien und Anforderungen zugrunde liegen. √úber die wahre Qualit√§t eines Lebensmittels im umfassenden Sinne informiert aus Slow-Food-Sicht keines davon. Auch eine N√§hrwertkennzeichnung nach dem Raster Fett, Kohlehydrate, Salz und Zucker greift zu kurz. Wichtige Erkennungsmerkmale f√ľr Qualit√§t wie Angaben zu Lieferketten, Verarbeitungsprozessen und Herkunft der Inhaltsstoffe lassen sich f√ľr die meisten industriellen Lebensmittel jedoch kaum abbilden.

‚ÄěEs fehlt an einer einheitlichen und glaubw√ľrdigen Grundlage, auf der Verbraucherinnen und Verbraucher sozial- und umweltvertr√§gliche und damit auch genussvolle Kaufentscheidungen treffen k√∂nnen. Daf√ľr m√ľssen sie selber unendlich gut Bescheid wissen. Und, dass inzwischen wie bei der Tierhaltung Kennzeichnungen von Staat und Handel miteinander konkurrieren, ist v√∂llig kontraproduktiv. Eine sinnvolle, belastbare, verst√§ndliche und rechtlich verbindliche Lebensmittelkennzeichnung ist ein l√§ngst √ľberf√§lliger Schritt im aktuellen System und muss beim Staat anstatt bei einzelnen Handelsketten liegen‚Äú, kritisiert Ursula Hudson. Sie w√ľnscht sich von der Politik auch, den Verbraucherinnen und Verbrauchern Hilfestellung dabei zu geben, ihre Lippenbekenntnisse in verl√§ssliches Handeln zu transformieren. ‚ÄěDie vermeintliche Bereitschaft, f√ľr √∂kologisch und regional hergestellte Lebensmittel und tierische Produkte mehr zu bezahlen, spiegelt sich nicht ausreichend in den Verkaufszahlen wieder‚Äú, erkl√§rt Hudson. Langfristig helfe nur eine ganzheitliche Verbraucherbildung sowie die Umstellung unseres Lebensmittelsystems hin zu einer √∂kologischen Landwirtschaft und Fischerei, mit der wir im Rahmen der Grenzen unseres Planeten wirtschaften und ethisch korrekt handeln. Damit st√ľnden etwa Billigfleisch aus Massentierhaltung sowie Fisch aus √ľberfischten Best√§nden und illegalen Fangnetzen erst gar nicht mehr zur Wahl.
 
Eintrag vom: 13.03.2019  




zurück

Copyright 2010 - 2019 Benjamin Jäger