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Umweltministerkonferenz
Insekten- und Gewässerschutz prioritär, ambitioniert und gemeinsam angehen

6. November 2018. Anl√§sslich der morgen beginnenden 91. Umweltministerkonferenz von Bund und L√§ndern appellieren die Naturschutzverb√§nde BUND, DUH, NABU, Gr√ľne Liga, WWF und ihr Dachverband Deutscher Naturschutzring in einem gemeinsamen Schreiben an die Umweltminister und -senatoren, die enormen Herausforderungen zum Insekten- und Gew√§sserschutz gemeinsam anzugehen und auf eine st√§rkere Koh√§renz und Integration der Ziele des Insekten- und Gew√§sserschutzes in √ľber die Umweltpolitik hinausreichende Politikbereiche und Gesetzgebungsvorhaben hinzuwirken.

‚ÄěDie Verschmutzung unseres Trinkwassers und das Massensterben unserer Insekten haben die gleiche Ursache: Eine verfehlte Landwirtschaftspolitik, die den massenhaften Eintrag von Pestiziden und D√ľngern f√∂rdert. Was wir brauchen, ist ein ressort√ľbergreifendes Sofortprogramm f√ľr eine vielf√§ltige und gesunde Natur! Wer die Gew√§sser rettet, rettet auch Insekten‚Äú, betont Kai Niebert, Pr√§sident des Deutschen Naturschutzrings.

"Die Problemlage ist klar, jetzt geht es um L√∂sungen. Wenn wir im Insekten- wie im Gew√§sserschutz etwas erreichen wollen, dann wird dies nur √ľber eine naturvertr√§glichere EU-Agrarpolitik funktionieren. Die Umwelt- und Agrarminister der L√§nder m√ľssen gemeinsam von Bundeslandwirtschaftsministerin Kl√∂ckner fordern, sich bei den derzeitigen GAP-Verhandlungen in Br√ľssel f√ľr ambitionierten Naturschutz und ausreichende Finanzmittel einzusetzen" stellt NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller klar.

‚ÄěGew√§sserrandstreifen sind f√ľr den Schutz der Wasserressourcen, aber auch als R√ľckzugsraum f√ľr Insekten von elementarer Bedeutung. Deshalb pl√§dieren wir f√ľr bundesweit einheitliche Gew√§sserrandstreifen von mindestens zehn Metern Breite, innerhalb derer die Ausbringung von D√ľngern und Pestiziden verboten ist,‚Äú f√ľhrt Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, aus. Er fordert weiter: ‚ÄěUm alle Gew√§sser bis 2027 wieder in einen guten Zustand zu bringen, muss zudem der Umsetzungsstau bei den notwendigen Ma√ünahmen jetzt beendet werden. Auf Grundlage der Ma√ünahmenvorschl√§ge, die die Bund/L√§nder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) f√ľr die UMK erarbeitet hat, m√ľssen Bundesregierung und Bundesl√§nder einen gemeinsamen Aktionsplan erstellen, der klar darlegt, mit welchen Ma√ünahmen, Mitteln und Zust√§ndigkeiten die Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt werden soll.‚Äú

Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Sascha M√ľller-Kraenner von der DUH: ‚ÄěDie Bundesregierung muss ihr Nationales Aktionsprogramm zum Schutz von Gew√§ssern vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen ausweiten. Das D√ľngerecht muss deutlich versch√§rft werden, damit sich betroffene Lebensr√§ume und Arten langfristig erholen k√∂nnen. Ebenso n√∂tig sind eine konsequente Anwendung des Bau- und Immissionschutzrechts durch die L√§nder sowie finanzielle Anreize, um Stoffeintr√§ge zu verringern. Ansonsten drohen eine Verurteilung Deutschlands durch den Europ√§ischen Gerichtshof und Strafzahlungen an die EU. Denn die Spatzen pfeifen es schon von den D√§chern: Der EU-Kommission gen√ľgen die von der Bundesregierung bisher ergriffenen Ma√ünahmen zur Reduzierung der Nitratbelastung nicht.‚Äú

‚ÄěPestizide zu reduzieren hilft Insekten und Gew√§ssern gleicherma√üen. Seit Jahren verschleppt die Bundesrepublik Deutschland, die Vorgaben der EU-Pestizidgesetzgebung umzusetzen. Der Nationale Aktionsplan Pflanzenschutz (NAP) muss endlich √ľberarbeitet werden, um Wirkung zu entfalten. Auch werden viele der in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizid-Wirkstoffe von der Gew√§sser√ľberwachung gar nicht oder nur unzureichend erfasst. Es ist h√∂chste Zeit, im Rahmen der geplanten Ackerbaustrategie endlich eine Verpflichtung zu einer konsequent ressourcenschonenden landwirtschaftlichen Bewirtschaftungspraxis auf den Weg zu bringen‚Äú, kommentiert Michael Bender, Leiter der GR√úNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser.

Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz des WWF Deutschland stellt noch einmal die Wichtigkeit der Richtlinie heraus: ‚ÄěMit der WRRL k√∂nnen wir symbolisch zwei Fliegen mit einer Klappe sch√ľtzen. Um eine Verbesserung der Gew√§sser in Deutschland zu erreichen und auch die Gew√§sserrandstreifen mit Blick auf den Insektenschutz weiterzuentwickeln, ist die WRRL das zentrale Instrument. Wir brauchen daher ambitionierte Ma√ünahmen, mehr Geld und mehr Personal, damit die Umsetzung der WRRL zum Erfolg wird. Davon profitieren nicht nur unsere Gew√§sser, sondern auch viele gef√§hrdete Insektenarten.‚Äú
 
Eintrag vom: 07.11.2018  




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