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Samstag, 26. September 2020
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Nach dem Fischsterben im August wird der Waldsee ab nächster Woche entschlammt
Bisher wurden √ľber 8500 Muscheln geborgen, die nach der Entschlammung in den See zur√ľck kehren

Der Sommer 2018 war sehr lang und sehr trocken. Das hat sich in vielf√§ltiger Weise auch auf die heimische Tierwelt ausgewirkt. Eine Folge dieser Trockenheit war das Fischsterben im Waldsee Anfang August. Die Fische starben, weil die Wassertemperatur auf bis zu 26 Grad anstieg, wegen dem vielem Schlamm am Seegrund, aber auch weil der Waldsee keinen nat√ľrlichen Zulauf von k√§lterem Wasser aus h√∂her gelegenen Regionen hat. Dadurch fehlte es an Sauerstoff.

Weitere Untersuchungen ergaben, dass der Grund des Waldsees nach nunmehr 18 Jahren wieder einer Entschlammung bedarf, um der Eutrophierung vorzubeugen. Das hei√üt: Das Laub, das Jahr f√ľr Jahr in den Waldsee f√§llt, und das Futter, das Wasserv√∂geln gegeben wird, tragen viele N√§hrstoffe ein. Und diese zehren viel vom Sauerstoff, den die Tier- und Pflanzenwelt des Sees ben√∂tigt.

Daher hat das Garten- und Tiefbauamt (GuT) eine Fachfirma mit der Entschlammung des Waldsees beauftragt. Diese Arbeiten beginnen am n√§chsten Montag, 5. November. Der Schlamm wird mit einem Schwimmbagger entnommen, der das Sediment unter der Wasseroberfl√§che auf einer Breite bis zu 2,80 Meter schonend absaugt. Pro √úberfahrt werden bis zu 30 cm Sediment abgetragen. Weil bei diesem Verfahren kein Kettenbagger oder √§hnliches schweres Ger√§t zum Einsatz kommt, wird die Teichsohle gesch√ľtzt, und das Wasser muss nicht abgelassen werden.

Der Waldseeschlamm wird in geotextile Entw√§sserungsschl√§uche gepumpt, √ľber die sich Wasser und Schlamm nach und nach trennen. Das Schlammsediment wird stichfest, und am Ende ist eine wesentlich geringere Menge abzutransportieren, weil das heraus gefilterte Wasser in den See zur√ľckflie√üt. Zus√§tzlich wird das fl√ľssige Sediment erst durch den Einsatz der Filterschl√§uche transportf√§hig (mit Lkw). Bei diesem Verfahren kommen keine Polymere zum Einsatz. Daher gibt es keine zus√§tzliche Belastung des Gew√§ssers.

Die Entschlammung erfolgt Zug um Zug und wird bis Ende des Jahres abgeschlossen. Die Entw√§sserungsschl√§uche bleiben aber bis zum Fr√ľhjahr 2019 am √∂stlichen und n√∂rdlichen Ufer des Waldsees liegen, um das Sediment vollst√§ndig zu entw√§ssern. Nach Vorgaben des Umweltschutzamtes werden √∂kologisch wichtige Stellen, etwa die Lebensst√§tten f√ľr gesch√ľtzte Libellen oder die Kinderstuben der Waldsee-Salamander, beim Entschlammen ausgespart.

Da die Schläuche bis zu 35 Meter lang sind, werden sie so gelegt, dass die wandernden Amphibien ungehindert zu ihrem Laichgewässer gelangen können. Das Vorgehen ist mit dem NABU und dem Umweltschutzamt abgestimmt.

Zuvor wurden im Oktober die drei vorkommenden besonders gesch√ľtzten Muschelarten aus dem Waldsee geborgen. Dabei kamen √ľber 8.500 Schwanenmuscheln (Gro√üe Teichmuschel), 30 Gro√üe Flussmuscheln und 15 Malermuscheln zusammen; bis zum Beginn der Entschlammung werden es insgesamt wohl √ľber 10.000 Muscheln gewesen sein. Nach der Entschlammung werden sie in den See zur√ľck gesiedelt, damit sie weiterhin ihre f√ľr den Waldsee wichtigen Funktionen, etwa die N√§hrstoffreduzierung, √ľbernehmen k√∂nnen.
Die exotische Chinesische Muschel kam mit √ľber 50 Individuen vor und wird nicht wieder in den Waldsee eingesetzt.

Alle Muscheln wurden einzeln mit den Händen oder mit Keschern vorsichtig geborgen. Bei der letzten Entschlammung des Waldsees vor 18 Jahren wurden etwa 900 Muscheln geborgen.

Die Muschelbergung wurde vom Umweltschutzamt mit organisiert. Neben Mitarbeiterinnen des Amtes waren auch der F√ĖJ-ler des UWSA und ein freiwilliger Helfer von der Naturschutzjugend (NAJU) daran beteiligt. Die Stadtverwaltung bedankt sich f√ľr den ehrenamtlichen Einsatz. Die Bev√∂lkerung nahm regen Anteil an der mehrw√∂chigen Muschelbergung im Waldsee.

Damit die Muscheln sich weiterhin fortpflanzen können, werden auch entsprechende Wirtsfische in den derzeit fischlosen Waldsee eingebracht.
 
Eintrag vom: 03.11.2018  




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