oekoplus - Freiburg
Freitag, 19. Oktober 2018
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


NABU: Heiße Temperaturen beeinflussen Vogelzug
Fliegende Graugänse / Foto: nabu, Olaf Titko
 
NABU: Heiße Temperaturen beeinflussen Vogelzug
Am 6. und 7. Oktober zum "EuroBirdwatch" den Blick in den Himmel richten

Berlin ‚Äď Das ‚ÄěEuroBirdWatch‚Äú-Wochenende am 6. und 7. Oktober gibt den Startschuss f√ľr zahlreiche Veranstaltungen rund um die Faszination Vogelzug. Das Zugvogelverhalten verl√§uft allerdings in diesem Jahr durch den heftigen trockenen Sommer anders als sonst und birgt einige √úberraschungen. ‚ÄěBeobachtungen am Birdwatch-Wochenende helfen dabei, Ver√§nderungen von Zugzeiten festzustellen und Wettereinfl√ľsse auf die Natur besser zu verstehen ‚Äú, sagt NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller.

Viele Arten haben schon fr√ľher ihre Brutpl√§tze verlassen, beispielsweise der Wei√üstorch oder viele Watv√∂gel. Kraniche und nordische G√§nse lassen sich an ihren Rast- und Sammelpl√§tzen aber immer noch beobachten. Innerhalb von wenigen Wochen haben sich die Kranichrastbest√§nde an der Ostseeboddenk√ľste und R√ľgen rund um das NABU-Kranichzentrum Gro√ü Mohrdorf auf √ľber 32.700 erh√∂ht.

Zugv√∂geln ist der Klimawandel besonders dicht auf den ‚ÄěSchwingen‚Äú, denn sie sind auf intakte Verh√§ltnisse gleich an mehreren Orten der Welt angewiesen: an ihren Brutpl√§tzen, in ihrem √úberwinterungsgebiet und an den Rastpl√§tzen entlang der Zugrouten. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass der derzeitig auf der ganzen Welt wirksame Klimawandel verschiedene Ver√§nderungen in f√ľr die Vogelwelt mit sich bringt. ‚ÄěViele Zugv√∂gel kehren im Fr√ľhjahr etwa drei Wochen fr√ľher aus ihren Winterquartieren zur√ľck als vor 40 Jahren, manche √§ndern ihre Abzugszeiten im Herbst und immer mehr unserer Rotmilane oder Graug√§nse fliegen gar nicht mehr bis in den Mittelmeerraum oder an die Atlantikk√ľste‚Äú, so NABU-Vogelschutzexperte Eric Neuling.

Bekannt f√ľr ihre spektakul√§ren Flugformationen sind Starenschw√§rme. Der Star, vom NABU gew√§hlter ‚ÄěVogel des Jahres‚Äú 2018, geh√∂rt zu den Zugv√∂geln, die sich jetzt gut beobachten lassen. ‚ÄěViele Stare haben aufgrund der diesj√§hrigen D√ľrre im Osten und Norden keine zweite Brut aufgezogen. Ob das auch die d√§nischen oder osteurop√§ischen Stare betrifft, ist noch unklar. Die riesigen Schw√§rme an der Nord- und Ostsee von 100.000 und mehr Staren blieben in diesem Jahr jedenfalls bisweilen aus‚Äú, sagt Neuling. Daf√ľr scheinen die vollen Weinreben in diesem Jahr viele Stare in die Winzergebiete von Rheinland-Pfalz gelockt zu haben. In Deutschland wurde der gr√∂√üte Trupp des Septembers bisher mit rund 80.000 V√∂geln Anfang September bei Offstein in Rheinland-Pfalz gemeldet.

Jedes Jahr verlassen √ľber 200 Millionen Zugv√∂gel ihre Brutgebiete in Deutschland, um in S√ľdeuropa oder Afrika zu √ľberwintern. Hinzu kommen 300 Millionen Zugv√∂gel, die auf ihrem Weg durch Deutschland fliegen oder schon hier ihr Winterquartier erreicht haben.

Bis Mitte Oktober bieten NABU-Gruppen Exkursionen und gef√ľhrte Beobachtungen an, um den Vogelzug erlebbar zu machen. Beispielsweise liegt die NABU-Storchenschmiede Linum an einem der spektakul√§rsten Kranichrastpl√§tze in Deutschland. J√§hrlich finden sich dort √ľber hunderttausend von Tieren ein, um auf ihren Weg nach S√ľdeuropa zu rasten.

Ausf√ľhrliche Informationen zur Teilnahme und zur Aktion im Internet ...
Mehr
Eintrag vom: 04.10.2018  




zurück

Copyright 2010 - 2018 Benjamin Jäger