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NABU verfolgt Vogelzug √ľber die ISS
Besenderte Turteltauben sind Teil des ICARUS-Projekts zur globalen Beobachtung von Tierwanderungen aus dem All

Berlin/ISS ‚Äď An der Internationalen Raumstation (ISS) wird heute die Antenne f√ľr die Satellitentelemetrie-Empf√§nger der 2002 gegr√ľndeten ICARUS-Initiative (International Cooperation for Animal Research Using Space) installiert. Damit wird es weltweit erstmals m√∂glich sein, globale Wanderbewegungen auch kleinerer Tiere mit einem Satellitensystem in hoher Aufl√∂sung zu erfassen. Auch vom NABU besenderte Turteltauben liefern demn√§chst Daten √ľber die ISS.

Der NABU besendert seit 2016 gemeinsam mit seinem maltesischen Partnerverband BirdLife Malta und in Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universit√§t Gie√üen Turteltauben. ‚ÄěDie Art ist die einzige ziehende und international gef√§hrdete Taubenart Mitteleuropas. Turteltauben werden im gesamten Mittelmeerraum auf dem Zug zu Hunderttausenden legal und illegal abgeschossen, obwohl sie bereits durch den Lebensraumverlust in ihren europ√§ischen Brutgebieten sehr selten geworden sind‚Äú, so NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller. Sechs V√∂gel wurden daf√ľr in deutschen Brutgebieten in Hessen und Brandenburg besendert. Die ICARUS-Sender wurden am Max-Planck-Institut f√ľr Ornithologie in Radolfzell entwickelt. ‚ÄěWir erhoffen uns Klarheit dar√ľber, welchen Zugweg die heimischen V√∂gel w√§hlen, damit wir unsere Schutzbem√ľhungen an den Rastpl√§tzen gezielt ausrichten und wissenschaftlich abgesicherte Vogelschutzforderungen an die EU-Kommission stellen k√∂nnen‚Äú, so Miller weiter.

‚ÄěVon f√ľnf in 2016 und 2017 auf Malta besenderten Turteltauben haben wir enorm wichtige Informationen erhalten, etwa wo Turteltauben die Sahara √ľberqueren und welche Lebensr√§ume sie in der Sahelzone als √úberwinterungsquartiere nutzen, ebenso zur Dauer und Entfernung der einzelnen Flugetappen‚Äú, so Petra Quillfeldt, die mit ihrer Arbeitsgruppe an der Justus-Liebig-Universit√§t in Gie√üen am Forschungsprojekt beteiligt ist. ‚ÄěDie sechs nun besenderten V√∂gel werden uns Hinweise dazu liefern, ob in Deutschland br√ľtende Turteltauben unterschiedliche Zugrouten w√§hlen, aber auch, wie gro√ü ihre Aktionsr√§ume im Brutgebiet sind.‚Äú

Milliarden Zugv√∂gel, Flederm√§use, Fische, Schmetterlinge und Meeress√§uger legen gro√üe Wanderungen zwischen den Kontinenten zur√ľck. Mit dem ICARUS-Projekts k√∂nnen nicht nur die Zugbewegungen der Tiere erfasst werden, sondern auch die Verbreitung von durch Tieren √ľbertragene Krankheiten sowie Auswirkungen des Klimawandels. Au√üerdem k√∂nnten die Daten genutzt werden, um Naturkatastrophen vorherzusagen, indem Tiere beobachtet werden, die auf solche Ereignisse sensibel reagieren.
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Eintrag vom: 16.08.2018  




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