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Dienstag, 21. August 2018
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"Markt des guten Geschmacks - die Slow Food Messe"
Besonderes Qualitätskonzept:

Handwerk und Transparenz statt industrielle Einheitsware

Immer mehr Verbraucher m√∂chten wissen, was sie essen, wie ihre Lebensmittel hergestellt werden und welche Auswirkungen die Produktion auf Menschen, Pflanzen, Tiere und Umwelt hat. Sie suchen unverf√§lschten Geschmack und mit Blick auf Herstellung und Inhaltsstoffe verl√§ssliche Qualit√§t und Transparenz. Auf dem "Markt des guten Geschmacks - die Slow Food Messe" werden sie f√ľndig: Vom 5. bis 8. April 2018 √∂ffnet sie ihre Tore auf dem Stuttgarter Messegel√§nde und die Besucher treffen auf circa 500 Genusshandwerker aus Deutschland und dem europ√§ischen Ausland. Diese verpflichten sich f√ľr die Messe den verbindlichen Qualit√§tsvorgaben von Slow Food Deutschland und bieten eine einzigartige Vielfalt regionaler Spezialit√§ten an.

Handwerk macht Qualität

Der "Markt des guten Geschmacks" unterscheidet sich durch die spezifischen Slow-Food-Qualit√§tsanspr√ľche an die ausgestellten Produkte sowie die begleitenden Pr√ľfverfahren von anderen Food-Messen in Deutschland. Um √ľberhaupt zugelassen zu werden, verpflichten sich die Aussteller die Slow-Food-Qualit√§tsvorgaben einzuhalten. So d√ľrfen sie beispielsweise ausschlie√ülich nach traditionell handwerklicher Art, weitestgehend frei von Hilfs-, Aroma- und Zusatzstoffen produzieren. Als Ausnahmen bei Zusatzstoffen etwa werden beispielsweise Nitritp√∂kelsalz in Wurstwaren, Pektin in Konfit√ľren sowie Sulfite bei Wein und Meerrettich toleriert.

Die Lebensmittelindustrie nutzt f√ľr ihre hochverarbeiteten Produkte hingegen eine Vielzahl an Hilfs-, Aroma- und Zusatzstoffen, um etwa Wachstums- und Reifeprozesse zu beschleunigen und die Ausbeute zu erh√∂hen. Ihrer Philosophie des "Wachse oder weiche" wurden so Qualit√§t, N√§hrstoffe und Vielfalt von Nahrungsmitteln geopfert. Handwerkliche Prozesse sind deshalb die Basis des Slow-Food-Qualit√§tskonzeptes: "Qualit√§t, Charakter und Geschmackstiefe entsteht bei Lebensmitteln nur, indem man ihnen Zeit und Raum l√§sst. Wir arbeiten mit Landwirten und Erzeugern zusammen, die dem folgen. Bei ihnen etwa d√ľrfen verschiedene Rinder- und Schweinerassen mehrere Jahre alt werden, bis sie ,schlachtreif' sind, und H√§hnchen lassen nicht nach Rekordgeschwindigkeit von 28 Tagen ihr Leben. Sie wissen, dass beim guten Brot der besondere Geschmack erst durch eine lange Teigf√ľhrung entsteht. Auch Obstsorten entfalten ihren guten Geschmack erst nach l√§ngerem Reifen und beim K√§se, Wein oder Wurstwaren kann sich der optimale Reifezeitraum sogar auf mehrere Jahre erstrecken. Handwerkliches K√∂nnen, welches diese Zeit gew√§hrt, braucht keine industriellen Helferlein", so Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.

Das Lebensmittelhandwerk sowie die damit verbundene Geschmacks- und Sortenvielfalt werden durch das aktuelle Lebensmittelsystem immer weiter in die Enge getrieben und unsere Ern√§hrung so einseitiger und monotoner. Um dem entgegenzuwirken und f√ľr den Erhalt von Vielfalt und Qualit√§t auf dem Teller zu sorgen hat sich Slow Food dem Schutz und der F√∂rderung dieses Handwerks, dessen vorgelagerter Produktionsprozesse und -betriebe, verschrieben. Das wirkt sich auch wirtschaftlich positiv auf l√§ndliche R√§ume und Gemeinschaften aus und kommt der Biodiversit√§t, regionaler √Ėkosysteme und Kulturlandschaften zugute.

Drin ist, was drauf steht

"Um zu zeigen, dass eine f√ľr Verbraucher verst√§ndliche Transparenz m√∂glich und n√∂tig ist, erwarten wir von unseren Ausstellern auf der Messe weitestgehende Transparenz, unter anderem √ľber Herkunft und Inhaltsstoffe", so Hudson. Damit die Besucher auf die Erzeugnisse kundiger Lebensmittelproduzenten treffen, f√ľhrt Slow Food vor sowie w√§hrend der Messetage au√üerdem Stichproben durch. "Produkte, die der Messequalit√§t nicht entsprechen und trotzdem nach Stuttgart mitgebracht wurden, werden vom Stand entfernt", erkl√§rt Messe-Projektleiter Nikitas Petrakis das im Messewesen einzigartige Vorgehen. Das erfordert einen sehr gro√üen zeitlichen und finanziellen Aufwand , erm√∂glicht aber die hohen Qualit√§tsstandards zu halten: Die Besucher k√∂nnen damit sicher sein, dass sie auf dem ,Markt des guten Geschmacks' keinen Gelschinken und keinen Analogk√§se antreffen.
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Eintrag vom: 08.03.2018  




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