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NABU klagt gegen Bau von Nord Stream 2
Miller: Geplante Gaspipeline schädigt die Meeresumwelt der Ostsee

Greifswald/Berlin ‚Äď Einen Monat nachdem das Bergamt Stralsund den Weg zum Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 freigemacht hat, hat der NABU am heutigen Freitag per Eilantrag Klage beim zust√§ndigen Oberverwaltungsgericht in Greifswald eingereicht. Der NABU kritisiert grobe Verfahrensfehler und bef√ľrchtet durch den Bau der Ostsee-Pipeline erhebliche Sch√§den f√ľr streng gesch√ľtzte Lebensr√§ume und Arten in mehreren FFH- und Vogelschutzgebieten. Die Klage begr√ľndet sich dar√ľber hinaus auch durch eine Reihe von Verfahrensfehlern.

NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller: ‚ÄěWir nehmen nicht in Kauf, dass allein in den K√ľstengew√§ssern Mecklenburg-Vorpommerns gleich vier Natura-2000-Schutzgebiete auf einer L√§nge von 50 Kilometern und in einer Breite von bis zu 80 Metern umgegraben werden. Wir bef√ľrchten irreparable Umweltsch√§den und fordern jetzt das zust√§ndige Gericht auf, den Planfeststellungsbeschluss zu √ľberpr√ľfen.‚Äú

Mit dem Bau der Ostsee-Pipeline in den deutschen K√ľstengew√§ssern m√∂chte Nord Stream im Mai beginnen. Aus diesem Grund hat der NABU eine Klage im sogenannten Eilverfahren eingereicht. Ziel ist es, dass mit dem Bau von Nord Stream 2 gar nicht erst begonnen wird und das Gericht einen Baustopp verf√ľgt. Damit Nord Stream keine Tatsachen schafft, die die Meeresumwelt irreparabel sch√§digt. Der NABU hatte sich bereits im Sommer 2017 gegen das Projekt ausgesprochen. Nachdem der Planfeststellungsbeschluss Ende Januar ver√∂ffentlicht wurde, beauftragte der Umweltverband eigene juristische und naturschutzfachliche Gutachten und entschloss sich daraufhin zur Verbandsklage. Dabei wird der NABU vom WWF fachlich und finanziell unterst√ľtzt.

‚ÄěWir mussten eklatante Verfahrensfehler feststellen: Monitoringdaten wurden vorenthalten, die Methodik der Datenerhebung ist intransparent, Umweltvertr√§glichkeitspr√ľfungen sind unvollst√§ndig. In der Summe sind wir der Meinung, dass keine ausreichende Pr√ľfung stattgefunden hat, welche Umweltauswirkungen mit dem Bau und damit Risiken f√ľr streng gesch√ľtzte Riffe und Gro√üalgenbest√§nde, Meeresenten sowie vom Aussterben bedrohte Schweinswale und Flussneunaugen tats√§chlich verbunden sind‚Äú, sagt NABU-Meeresschutzexpertin Anne B√∂hnke-Henrichs. Dar√ľber hinaus f√ľhren die geplanten Grabarbeiten zu massiven Aufwirbelungen von Schad- und N√§hrstoffen in der ohnehin stark eutrophierten Ostsee.

Die Gaspipeline l√§uft auf einer L√§nge von 1200 Kilometern durch die Ostseegew√§sser Russlands, Finnlands, Schweden, D√§nemarks und Deutschlands. Nur in Deutschland wurde jetzt mit dem Planfeststellungsbeschluss des Bergamtes eine erste Baugenehmigung erteilt. ‚ÄěWir erwarten, dass erst alle notwendigen Genehmigungen f√ľr das gesamte Projekt vorliegen, ehe in deutschen Meeresschutzgebieten Tatsachen geschaffen werden. Das gilt auch f√ľr die landseitige Ableitung der Gaspipeline EUGAL‚Äú, so NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Miller.
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Eintrag vom: 04.03.2018  




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