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├ľKO-TEST Hintergrund: Olympische Winterspiele
Kettens├Ągen-Massaker

Offiziell beteuert das Internationale Olympische Komitee (IOC) immer wieder, dass man bei olympischen Winterspielen auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit gro├čen Wert lege. Doch die Realit├Ąt sieht anders aus ÔÇô darauf macht ├ľKO-TEST in der aktuellen Februar-Ausgabe aufmerksam: F├╝r den Bau der Sportst├Ątten werden gesch├╝tzte Landschaften zerst├Ârt, wie aktuell in Pyeongchang, wo ein Hunderte Jahre alter Urwald abgeholzt wurde.

Wenn am 9. Februar die olympischen Winterspiele in Pyeongchang er├Âffnet werden, dann gibt es bereits einen gro├čen Verlierer: die Umwelt. So wurden f├╝r die Abfahrt am Mount Gariwang 58.000 B├Ąume gef├Ąllt. Dabei handelte es sich um einen Urwald der besonderen Art: mongolische Eichen mit meterdicken St├Ąmmen, einzigartige Vorkommen gro├čer Wangasre-B├Ąume, eine lokale Birkenart. Der Wald geh├Ârte zu den heiligsten in S├╝dkorea; er galt als ÔÇ×├Âkologische ArcheÔÇť, nicht wieder herstellbar ÔÇô und war streng gesch├╝tzt. F├╝r die Winterspiele hoben die Beh├Ârden diesen Schutzstatus jedoch auf.

Die Abholzaktion zeigt deutlich, wie r├╝cksichtslos Organisationen rund um Olympia vorgehen ÔÇô vom IOC ├╝ber die Internationale Ski-F├Âderation bis hin zu den Regierungen. Dabei gibt man sich nach au├čen gerne umweltbewusst. 1998 in Japan schaffte es der Klimawandel zum ersten Mal in einen offiziellen IOC-Report. Demnach sei es besonders wichtig, Winterspiele im Einklang mit der Natur auszurichten. Doch die Idee von den ÔÇ×gr├╝nenÔÇť Spielen ist nicht glaubw├╝rdig umgesetzt: Schnee wird oft per Lkw oder Hubschrauber geholt oder mithilfe von Schneekanonen k├╝nstlich produziert. Weil alpine Disziplinen steile H├Ąnge verlangen, werden die Sportst├Ątten in empfindlichen Gebirgslandschaften und engen Bergt├Ąlern errichtet. Dort dr├Ąngen sich dann f├╝r die Dauer der Spiele Tausende Sportler und ein Vielfaches an Zuschauern, Journalisten und Offiziellen. F├╝r den schnellen Transport der Menschenmassen werden mehrspurige Stra├čen gebaut.

├ľKO-TEST warnt, dass sich diese M├╝he f├╝r die Gastgeberl├Ąnder in der Regel nicht lohnt. Einige Orte haben sich finanziell ├╝bernommen und m├╝ssen ├╝ber Jahre Schulden abzahlen. Die Schanzen, Bobbahnen und Hallen werden nach Olympia kaum genutzt. Teilweise ist man mit den Kosten f├╝r den Unterhalt der Anlagen ├╝berfordert ÔÇô die St├Ątten liegen brach.

Daher ist es umso wichtiger, dass sich die olympische Bewegung Gedanken macht, wie das Bekenntnis zu Umwelt und Nachhaltigkeit glaubw├╝rdiger umgesetzt werden kann. Welcher Ort den Zuschlag f├╝r die Spiele erh├Ąlt, das sollte sich auch an ├Âkologischen Aspekten orientieren, fordert ├ľKO-TEST. Viele Umweltsch├╝tzer raten, neue Wege zu gehen, wie etwa vorhandene Wettkampfst├Ątten zu nutzen oder einen festen Standort auf jedem Kontinent festzulegen, um die Neubauten zu begrenzen.

Das ├ľKO-TEST-Magazin Februar 2018 gibt es seit dem 25. Januar 2018 im Zeitschriftenhandel.
 
Eintrag vom: 31.01.2018  




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