oekoplus - Freiburg
Montag, 23. Mai 2022
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


 
NABU-Statement zur Glyphosat-Entscheidung in Br√ľssel
Miller: Glyphosat hat in der EU keine Zukunft

Berlin/Br√ľssel ‚Äď Der NABU begr√ľ√üt, dass die Experten der Mitgliedsstaaten dem Vorschlag der EU-Kommission, die Zulassung des Breitbandherbizids Glyphosat um zehn Jahre zu verl√§ngern, heute eine klare Abfuhr erteilt haben. Damit steht fest: Glyphosat hat in der EU keine Zukunft. Der NABU fordert daher die Kommission auf, einen neuen Vorschlag vorzulegen, der sich an den Forderungen der gestern im EU-Parlament mit gro√üer Mehrheit verabschiedeten Resolution orientiert. Diese hatten u.a. eine letztmalige maximale Verl√§ngerung bis 2022 und ein sofortiges Komplettverbot im Haus- und Kleingartenbereich sowie im √∂ffentlichen Gr√ľn gefordert.

Dazu erkl√§rt NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller:
‚ÄěDie EU-Kommission hat jetzt Gelegenheit unter Beweis zu stellen, dass sie das Vorsorgeprinzip und die Sorgen Millionen EU-B√ľrgerinnen und B√ľrger ernst nimmt. Bei einer erneuten Abstimmung sollte auch die neue Bundesregierung zeigen, dass sie die Meinung der deutschen Bev√∂lkerung w√ľrdig vertritt: Bei einer repr√§sentativen Umfrage des NABU konnte festgestellt werden, dass 74 Prozent f√ľr ein sofortiges Verbot von Glyphosat sind. Der Einsatz von hoch toxischen Ackergiften wie Glyphosat ist unvereinbar mit einer naturvertr√§glichen Landwirtschaft. Bis zum endg√ľltigen Verbot von Glyphosat Ende 2022 muss sichergestellt werden, dass die Prinzipien des integrierten Pflanzenschutzes vorrangig Anwendung finden und ab sofort kein Privatg√§rtner und keine Kommune mehr an dieses Umweltgift gelangt. Gerade die Debatte um die j√ľngst ver√∂ffentlichte Insektenstudie sollte den politischen Entscheidungstr√§gern eine Mahnung sein, alles daran zu setzen, um den Insektenr√ľckgang und den Verlust unz√§hliger weiterer Tier- und Pflanzenarten in Agrarlandschaften aufzuhalten.‚Äú

Zum Hintergrund
Laut aktuellem Pflanzenschutzmittelbericht werden in Deutschland j√§hrlich gut 3.780 Tonnen Glyphosat abgesetzt. Ein gro√üer Teil davon landet auf den √Ąckern und zerst√∂rt wertvolle Ackerwildkr√§uter, vernichtet die Nahrungsgrundlagen f√ľr Insekten und andere Artengruppen, vermindert die Bodenfruchtbarkeit und landet in unseren Gew√§ssern. Trotz der offensichtlichen Bedrohung f√ľr die biologische Vielfalt hat sich die eingesetzte Menge in den vergangenen Jahren nur unwesentlich vermindert, zugleich hat sie die intensive Landwirtschaft in gro√üe Abh√§ngigkeit gest√ľrzt. Hinsichtlich der kontrovers diskutierten Krebsgefahr durch Glyphosat war unl√§ngst bekannt geworden, dass das f√ľr die Bewertung in der EU zust√§ndige Bundesinstitut f√ľr Risikobewertung (BfR) offenbar entscheidende Teile seines Gutachtens vom Glyphosat-Hersteller Monsanto √ľbernommen hatte.
Mehr
Eintrag vom: 26.10.2017  




zurück
Oekostation_Haus_3026_2a.JPG

Copyright 2010 - 2022 Benjamin Jäger