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Hängepartie um Meeresschutz vorerst beendet
Umweltverb√§nde: Neue Schutzgebietsverordnungen m√ľssen schnell mit Leben gef√ľllt werden

Berlin/Hamburg, 27. September 2017 ‚Äď Vor mehr als 18 Monaten hatte das Bundesumweltministerium die Entw√ľrfe f√ľr insgesamt sechs Naturschutzgebietsverordnungen in der Ausschlie√ülichen Wirtschaftszone der Nord- und Ostsee ver√∂ffentlicht. Seitdem streiten die beteiligten Ministerien um den Schutz von Schweinswalen, Seev√∂geln und seltenen Lebensr√§umen. Die Ministerien f√ľr Fischerei, Verkehr, Wirtschaft und Forschung forderten zus√§tzliche Ausnahmen f√ľr Angler oder Wissenschaft. Morgen treten die Verordnungen nach langer H√§ngepartie in Kraft. Dazu die Umweltverb√§nde NABU, BUND, DNR, DUH, Greenpeace, Schutzstation Wattenmeer, WWF und Whale & Dolphin Conservation:

‚ÄěMit den Schutzgebietsverordnungen hat das Bundesumweltministerium einen wichtigen ersten Schritt zum Schutz der Artenvielfalt an unseren K√ľsten gemacht. Es ist richtig, dabei auch die Freizeitfischerei in die Pflicht zu nehmen und Schutzgebiete teilweise f√ľr Angler zu sperren. Auch ist es richtig, Vorhaben der wissenschaftlichen Forschung auf ihre Naturvertr√§glichkeit zu pr√ľfen. Trotzdem reichen die Verordnungen allein nicht aus. Das nun folgende Schutzgebietsmanagement muss L√ľcken in den Verordnungen f√ľllen, um Schweinswale und Seev√∂gel effektiv zu sch√ľtzen. Die neue Bundesregierung muss dieses z√ľgig angehen. Insbesondere m√ľssen die Berufsfischerei, der Rohstoffabbau und die Schifffahrt in den Schutzgebieten beschr√§nkt und kontrolliert werden.‚Äú

Hintergrund

Formal sind rund 45 Prozent der deutschen Meeresfl√§chen durch das Natura-2000-Netzwerk gesch√ľtzt. Darunter sind die Schutzgebiete nach EU-Vogelschutzrichtlinie und FFH-Richtlinie zusammengefasst. Zehn Jahre nach ihrer Anerkennung durch die EU haben die Natura-2000-Gebiete in der Ausschlie√ülichen Wirtschaftszone den rechtlichen Status von Naturschutzgebieten erhalten. Deutschland hatte bereits 2013 die EU-Frist zur Verankerung von konkreten Ma√ünahmen zum Schutz der Meere verpasst. Dieses Vers√§umnis ist Bestandteil eines Vertragsverletzungsverfahrens der EU-Kommission gegen Deutschland.
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Eintrag vom: 28.09.2017  




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