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WWF-Studie: Unternehmen kĂŒmmern sich zu wenig um Wassermanagement.
Weltwasserforum 2009 Istanbul (16. - 22.03.09)

Frankfurt - „Die weltweite Wasserkrise wird zu einem Risiko fĂŒr das Wirtschaftswachstum“, warnt Martin Geiger, Leiter Bereich SĂŒĂŸwasser beim WWF Deutschland und Teilnehmer des Weltwasserforums in Istanbul. Der Rohstoff Wasser wĂŒrde derzeit noch von vielen Unternehmen in „gedankenloser Weise verschwendet“. Nach aktuellen Untersuchungen der Umweltschutzorganisation WWF sind es ausgerechnet einige (hĂ€ufig kritisierte) multi-nationale Konzerne - wie etwa Coca-Cola, NestlĂ©, IKEA oder Unilever - die damit begonnen haben Risiken zu untersuchen, die durch ihre AbhĂ€ngigkeit vom Wasser entstehen. Doch die Mehrheit der Unternehmen sei sich dieser Risiken nicht bewusst.

„Sauberes Wasser wird zu einem knappen Rohstoff und die Kosten fĂŒr Beschaffung, Reinigung und Erschließung werden in die Höhe schnellen“, sagt Martin Geiger. „Die Unternehmen mĂŒssen sich darauf einstellen und Verantwortung ĂŒbernehmen.“ Denn zu aller Erst sei der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein universelles Menschenrecht. Nicht zuletzt deswegen sieht der WWF-Experte auch eine Gefahr fĂŒr die Reputation von Unternehmen, die sich nicht mit ihrem Wassermanagement beschĂ€ftigten. 2006 wurde Coca-Cola beispielsweise in Kerala (Indien) vorgeworfen, dass eine AbfĂŒllanlage Grundwasser ĂŒbernutze und Pestizide in GetrĂ€nken gefunden wurden. Sechs weitere Bundesstaaten verboten daraufhin zeitweilig den Verkauf. Das Oberste Gericht von Kerala erklĂ€rte die Anschuldigen zwar fĂŒr unhaltbar und hob das Verbot auf, doch das Image des Konzerns leidet bis heute unter dem Skandal.

„Wasser ist fĂŒr den Menschen essentiell und daher sind Unternehmen, die in großem Umfang diesen Rohstoff verbrauchen in besonderer Verantwortung - aus ökonomischer, ökologischer und ethischer Sicht“, sagt WWF-Experte Geiger. Neben der GetrĂ€nkeindustrie seien auch IT-Branche, Tourismus, Landwirtschaft, Bergbau, Papier- und Zellstoffgewerbe oder Textilindustrie betroffen. Der WWF fordert von den Unternehmen, öffentlich ĂŒber ihren direkten und indirekten Wasserverbrauch, die damit verbundene Risiken und die Gegenmaßnahmen zu berichten - und damit fĂŒr Investoren und Öffentlichkeit offenzulegen. Außerdem sei die Privatwirtschaft auch politisch gefordert. „Die Unternehmen mĂŒssen sich aktiv fĂŒr eine integrierte und effiziente Bewirtschaftung von Wasser einsetzen“, so Martin Geiger. „Es macht ökologisch und ökonomisch ĂŒberhaupt keinen Sinn, wenn die geklĂ€rten AbwĂ€sser eines Unternehmens wieder in FlĂŒsse eingeleitet werden, die stark verschmutzt seien, weil es keine öffentlichen KlĂ€ranlagen gibt.“

Weitere Möglichkeiten des Engagements von Firmen sieht der WWF in der Finanzierung von Gemeinde-Projekte. „Solche Maßnahmen schaffen Vertrauen und sichern langfristig die notwendige Akzeptanz“, sagt WWF-Experte Geiger. „Ein effizienter und durchdachter Umgang mit der Ressource Wasser hilft den Menschen, der Wirtschaft und der Umwelt.“
 
Eintrag vom: 20.03.2009  




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