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EU-Abgeordnete stimmen f√ľr Pestizid-Verbot
Endlich Schluss mit Glyphosat & Co. auf ökologischen Vorrangflächen

Der NABU begr√ľ√üt den heutigen Beschluss des Europ√§ischen Parlaments f√ľr ein Verbot von Pestiziden auf √∂kologischen Vorrangfl√§chen ab Januar 2018. EU-Agrarkommissar Phil Hogan hatte einen entsprechenden Vorschlag f√ľr ein Pestizidverbot auf diesen Fl√§chen gemacht, um dem Artenverlust in der Landwirtschaft entgegenzuwirken. Die Abgeordneten stimmten knapp gegen den Beschluss des EU-Agrarausschusses und die Resolution des deutschen EP-Abgeordneten Albert De√ü (CSU) und des Briten John Stuart Agnew (UKIP). Beide hatten sich zuvor im Agrarausschuss gegen den Vorschlag der EU-Kommission und somit gegen das Pestizidverbot auf √∂kologischen Vorrangfl√§chen stark gemacht.

NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller: ‚ÄěGlyphosat und Co. haben auf diesen Fl√§chen nichts zu suchen. Das ist ein l√§ngst √ľberf√§lliger erster Schritt in die richtige Richtung. Die EU-Parlamentarier haben ein wichtiges Signal gesetzt. Bis zu einer grundlegenden Reform der EU-Agrarpolitik und einer wirklichen Trendwende, um die erschreckenden Verluste der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft aufzuhalten, ist es trotzdem noch ein weiter Weg. Wir brauchen mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft mit bl√ľtenreichen Wiesen und S√§umen, Brachfl√§chen, Str√§uchern und Hecken, wo Insekten und Feldv√∂gel Lebensr√§ume finden.‚Äú

Damit Landwirte die Direktzahlungen aus der ersten S√§ule der EU-Agrarpolitik (GAP) erhalten, m√ľssen sie sicherstellen, dass f√ľnf Prozent ihrer Fl√§che als √∂kologische Vorrangfl√§chen genutzt werden. Diese Fl√§chen konnten jedoch, wie alle wissenschaftlichen Untersuchungen belegen, bis heute keinen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt in Agrarlandschaften leisten ‚Äď nicht zuletzt aufgrund des bislang erlaubten Einsatzes von Pestiziden. Bisher flie√üen j√§hrlich gut zw√∂lf Milliarden Euro an Direktzahlungen unter anderem f√ľr die √∂kologischen Vorrangfl√§chen an die Landwirte in der EU. Insgesamt betr√§gt das EU-Agrarbudget 60 Milliarden Euro pro Jahr.

Das Abstimmungsergebnis zeigt, dass die W√ľnsche der B√ľrger nach einer umfassenden Reform der EU-Agrarpolitik erste kleine Fr√ľchte tragen. Innerhalb von nur einer Woche waren √ľber 9.000 Menschen dem Aufruf des NABU gefolgt und hatten Protest-E-Mails an einflussreiche EU-Abgeordnete verschickt.
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Eintrag vom: 22.06.2017  




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