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Ettersberg bleibt Naturparadies
NABU-Stiftung sichert 289 Hektar Naturschutzland bei Weimar

Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe hat am heutigen Mittwoch die letzten 54 Hektar Naturschutzland im neuen NABU-Naturparadies ‚ÄěS√ľdhang Ettersberg‚Äú bei Weimar erworben. Blumenreiche Trockenrasen, alte Streuobstwiesen und W√§lder machen das Naturschutzgebiet zu einem artenreichen Naturschatz. Damit das auch in Zukunft so bleibt, kauft die NABU-Stiftung seit 2015 Schritt f√ľr Schritt die von der Landesentwicklungsgesellschaft Th√ľringen zum Verkauf stehenden Naturschutzfl√§chen. Der Kauf des insgesamt 289 Hektar gro√üen Gel√§ndes am Ettersberg stie√ü bundesweit auf gro√üe Resonanz und konnte dank der gro√üen Spendenbereitschaft vieler Naturfreunde ein Jahr fr√ľher als geplant abgeschlossen werden.

Der Ettersberg hat eine wechselvolle Geschichte, heute ist er ein wertvolles Naturparadies vor den Toren Weimars. W√§hrend der NS-Zeit wurde im Nordwesten das Konzentrationslager Buchenwald errichtet. Gro√üe Teile des Gel√§ndes am S√ľdhang wurden jahrzehntelang als milit√§risches √úbungsgel√§nde genutzt und blieben so von einer intensiven land- und forstwirtschaftlichen Nutzung verschont. Heute bietet das Naturschutzgebiet √ľber 500 Pflanzenarten und rund 90 Vogelarten einen Lebensraum. Besonders viele in der intensiven Agrarlandschaft bedrohte Arten wie Sperbergrasm√ľcke, Heidelerche oder Wendehals lassen sich hier noch beobachten. Auch seltene Orchideen, Schmetterlinge und Flederm√§use zeugen vom hohen naturschutzfachlichen Wert des Gebietes.

‚ÄěDie immense Artenvielfalt am Ettersberg bleibt nur erhalten, wenn die Wiesen weiterhin beweidet werden. Als neuer Eigent√ľmer k√∂nnen wir auch f√ľr die Zukunft sicherstellen, dass die Nutzung regelm√§√üig und naturschonend fortgesetzt wird‚Äú, sagt Christian Unselt, Vorsitzender der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Deshalb arbeitet die Stiftung mit dem ortsans√§ssigen Sch√§fer zusammen, der seit √ľber 20 Jahren die gro√üfl√§chigen Trockenrasen mit Schafen und Ziegen beweidet. Einen √úberblick zur Artenzusammensetzung auf den neuen Fl√§chen bekam die NABU-Stiftung auch dank einer Feldforschungsaktion, die im Sommer 2016 mit 50 Artenkundlern am Ettersberg stattfand. Die erstellten Artenlisten lieferten wertvolle Hinweise zur k√ľnftigen Wiesenpflege am S√ľdhang. Die √ľbernommenen Waldfl√§chen entwickelt die NABU-Stiftung k√ľnftig ohne weiteren Holzeinschlag zu einem ‚ÄěUrwald von morgen‚Äú. Vor Ort begleiten Ehrenamtliche des NABU Weimar die Entwicklung des neuen NABU-Naturparadieses und informieren die √Ėffentlichkeit mit F√ľhrungen √ľber die wertvolle Tier- und Pflanzenwelt.
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Eintrag vom: 25.05.2017  




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