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Neuer Passagier in der "Arche des Geschmacks"
Luikenapfel: Landschaftspr√§gender Apfelbaum aus W√ľrttemberg ist neuer Passagier in der "Arche des Geschmacks"

Die Slow Food Arche des Geschmacks hat seit heute (23.5.) einen neuen Passagier: Den Luikenapfel aus Baden-W√ľrttemberg. Vor √ľber 100 Jahren noch war er die meistverbreitete Apfelsorte und bestimmte die heimischen Mostobstm√§rkte. Inzwischen ist der Luikenapfel in den Streuobstwiesen Baden W√ľrttembergs nur noch selten zu finden. Um ihn vor dem Vergessen und Verschwinden zu bewahren, hat Slow Food ihn in die Arche des Geschmacks aufgenommen. Das internationale Projekt zum Schutz der biokulturellen Vielfalt regional wertvoller Nutztierarten und Kulturpflanzen hat in Deutschland insgesamt 62 Passagiere, die von den Speisepl√§nen zu verschwinden drohen.

Der Luikenapfel zeichnet sich durch eine sehr sp√§te und lang andauernde Bl√ľte aus und ist deshalb auch f√ľr rauere Lagen und H√∂henlagen mit Sp√§tfr√∂sten geeignet. Der Apfelbaum kann ein hohes Alter erreichen und gilt als einer der gr√∂√üten in Deutschland. Wegen seines starken Wuchses und Gr√∂√üe hat der Baum eine landschaftspr√§gende Wirkung. Er k√∂nnte k√ľnftig einen wichtigen und nachhaltigen Beitrag zum Erhalt der f√ľr den Raum Stuttgart charakteristischen und √∂kologisch wertvollen Streuobstwiesen leisten.

"Der Luikenapfel verdient es, weiterhin auf unserem Einkaufzettel zu stehen. Nicht nur wegen seines einzigartigen Geschmacks sondern auch wegen seines regionalen Kultstatus. Er ist ein wesentlicher Bestandteil der schw√§bischen Mostkulturgeschichte," so Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e.V. "Schon jetzt verlieren wir j√§hrlich 27.000 Tierrassen und Pflanzensorten, das sind 72 pro Tag. Deren Anbau, Haltung oder Verarbeitung braucht meistens viel Zeit und ist daher f√ľr einen Umgang mit Lebensmitteln, der auf Geschwindigkeit baut, zu aufw√§ndig und arbeitsintensiv. Solche Lebensmittel mit Charakter haben keinen Platz mehr in einem auf Effizienz getrimmten, globalisierten Lebensmittelsystem. Und das Verschwinden der Geschmacks- und Sortenvielfalt auf unserem Teller nimmt weiterhin seinen schnellen Lauf. Mit der Arche des Geschmacks setzt sich Slow Food diesem Trend aktiv entgegen."

Neben den positiven Auswirkungen biodiversit√§tsreicher √Ėkosysteme auf die Bodenfruchtbarkeit, Bienen und die Tierwelt generell, geht der Erhalt der biologischen Vielfalt auch ganz eng einher mit dem Erhalt traditioneller Kulturlandschaften, Verarbeitungstechniken und dem kulturellem Erbe einer Region. Slow Food m√∂chte die Arche-Produkte wieder bekannter machen, damit sie nachgefragt und entsprechend erhalten und verkauft werden k√∂nnen.
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Eintrag vom: 25.05.2017  




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