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Neue Studie errechnet wirtschaftlichen Wert von Amazonas-Natur
m Auftrag des WWF haben Wissenschaftler den finanziellen Wert des Amazonas errechnet, wenn er gesch√ľtzt und nicht abgeholzt wird. Das Ergebnis: Die Erhaltung von Amazonasfl√§chen erbringt einen konkreten wirtschaftlichen Nutzwert. Allerdings wird daf√ľr nicht angemessen bezahlt, weil es kein konkretes Verg√ľtungssystem gibt. Die Zerst√∂rung des Amazonasregenwaldes ist f√ľr Industrie und Bev√∂lkerung deswegen meist rentabler als die nachhaltige Nutzung.

Nach den Berechnungen des WWF entspricht ein Hektar Amazonasregenwald einem wirtschaftlichen Gegenwert von rund 380 Euro pro Jahr. Darin schl√§gt die Vermeidung von Erosion mit 185 Euro pro Hektar und Jahr zu Buche. Vermeidung von CO2-Aussto√ü wird mit 78 Euro in Rechnung gestellt. Die Verbreitung von Pollen durch Insekten ist 38 Euro pro Hektar und Jahr wert. Produkte wie Honig und Fr√ľchte bringen Einnahmen bis 80 Euro. Der Erholungswert sowie der √Ėkotourismus bringen bis 5,5 Euro pro Hektar und Jahr.

Die Gewinne, die durch den Verkauf geschlagenen Holzes und Intensivlandwirtschaft auf gerodeten Flächen erzielt werden können, sind selten höher, werden aber real bezahlt. So bringt der Holzverkauf erlöse bis 615 Dollar je Hektar und Jahr. Die Wertschöpfung durch die Kultivierung von Soja 230 bis 470 Euro pro Hektar und Jahr, die Rinderzucht 40 bis 115 Euro. Soja wird in großen Mengen als Nahrung und Futtermittel nach Europa und Deutschland geliefert.

‚ÄěDie Studie zeigt, dass nur durch eine angemessene finanzielle Entsch√§digung f√ľr den Erhalt von Amazonasfl√§chen die Zerst√∂rung des Regenwaldes aufzuhalten ist‚Äú, so WWF Waldexpertin, Gu√©nola Kahlert. ‚ÄěEs ist unter derzeitigen Rahmenbedingungen √∂konomisch rational, den Regenwald abzuholzen, weil die Abholzung leider immer noch mehr wirkliches Geld bringt, als ihn zu erhalten. Nur die Zuweisung eines wirtschaftlichen Geldwerts und eine Bezahlung etwa f√ľr die Kohlenstoffspeicherung kann das Abholzen des Amazonas stoppen‚Äú.

Der WWF dr√§ngt deswegen auf die schnelle Einigung auf ein Verfahren zur Entsch√§digung der gro√üen Waldnationen f√ľr den Erhalt ihrer W√§lder im Rahmen des REDD-Mechanismus. REDD (‚ÄěReduced Emissions from deforestation and forest degradation‚Äú) ist einer der zentralen Punkte des internationalen Post 2012 Klimaschutzabkommens, das auf der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember ausgehandelt werden soll. Ziel ist, dass die Industriel√§nder f√ľr die Erhaltung des Regenwaldes einen finanziellen Beitrag leisten. Dieses Prinzip soll die CO2-Emissionen in tropischen L√§ndern langfristig vermindern. Durch REDD sollen gro√üe Geldstr√∂me f√ľr nachhaltiges Waldmanagement m√∂glich werden, wovon auch die lokale Bev√∂lkerung in der Amazonasregion profitieren wird.

‚ÄěWenn es nicht gelingt, die Zerst√∂rung des Amazonasregenwaldes zu stoppen, h√§tte das fatale Auswirkungen auf das Weltklima‚Äú, so Kahlert, ‚Äěallerdings ist es ein Trugschluss zu glauben, wir k√∂nnten den Erhalt des Amazonas von Brasilien und den anderen Staaten f√ľr umsonst bekommen. Deswegen fordern wir Cash f√ľr Regenwald im Zuge eines wirkungsvollen Entsch√§digungsmechanimus f√ľr die Erhaltung des Regenwaldes‚Äú.
 
Eintrag vom: 21.02.2009  




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