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Donnerstag, 8. Dezember 2022
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NABU: Mauersegler trotzen dem Trend
Zwischenergebnis zur Stunde der Gartenvögel 2017

Der NABU und sein bayerischer Partner LBV freuen sich √ľber eine rege Beteiligung bei der 13. Stunde der Gartenv√∂gel, die am vergangenen Wochenende stattfand. Bis Montagmittag haben bereits 33.000 Vogelfreunde aus 22.000 G√§rten und Parks 768.000 V√∂gel gemeldet. Noch bis zum 22. Mai k√∂nnen die Vogel-Sichtungen per Internet an den NABU √ľbermittelt werden.

‚ÄěInsgesamt zeigt das bisherige Zwischenergebnis, dass nicht nur eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, sondern auch, dass man von den Zahlen eines Jahres nicht sofort auf langj√§hrige Bestandszu-oder -abnahmen schlie√üen kann. Mauersegler und Mehlschwalbe, die √ľber Jahre stark abgenommen hatten, trotzten dem bisherigen Trend und wurden h√§ufiger gesehen als im Vorjahr‚Äú, sagt NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller. Der Mauersegler verzeichne einen Zuwachs um 26 Prozent gegen√ľber dem Vorjahr, die Mehlschwalbe um zehn Prozent. Leider reiche dieses Hoffnungszeichen aber noch nicht, um den langj√§hrig abnehmenden Trend umzukehren.

Sch√∂nes Fr√ľhlingswetter mit nur wenig Regen machte es leicht, eine geeignete Z√§hlstunde zu finden, dazu sp√ľlte eine Warmfront aus S√ľden gr√∂√üere Zahlen besonders sp√§t ankommender Zugv√∂gel ins Land. Nach aktuellem Zwischenstand wurden in diesem Jahr f√ľnf bis sechs Prozent weniger V√∂gel beobachtet als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, allerdings nur knapp ein Prozent weniger als im langj√§hrigen Mittel von 35 Vogelindividuen pro Garten. Dieses Ergebnis bewegt sich innerhalb der normalen Schwankungen der bisherigen Z√§hlergebnisse und ist eine willkommene Entwarnung nach dem bei der vergangenen ‚ÄěStunde der Winterv√∂gel‚Äú festgestellten auff√§lligen Fehlen von V√∂geln am Futterh√§uschen. Die Winterzahlen lagen damals satte 16 Prozent unter Vorjahr bzw. 15 Prozent unter dem langj√§hrigen Durchschnitt. H√§ufigste Art ist erneut der Haussperling, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star und Blaumeise.

Die erhoffte eindeutige Erkl√§rung f√ľr das in der kalten Jahreszeit beobachtete Fehlen der Winterv√∂gel konnte die aktuelle Z√§hlung den NABU-Experten bisher nicht liefern. ‚ÄěWaren die Winterzahlen unserer Meisenarten noch um 30 bis 60 Prozent niedriger als im Vorjahr, sind es nun zur Brutzeit lediglich zehn bis 20 Prozent. Dies passt sowohl zur Theorie, dass ein Gro√üteil des Fehlens durch geringen Winterzuzug aus dem Norden und Osten verursacht wurde, als auch dazu, dass ein schlechter Bruterfolg 2016 die Ursache war‚Äú, so Miller.

Die kontinuierlichen Abnahmen bei Amsel, Gr√ľnfink und Hausrotschwanz setzen sich auch in diesem Jahr fort. Bei den urspr√ľnglichen Waldvogelarten Ringeltaube und Buntspecht bleibt es bei weiteren Zunahmen, w√§hrend die bisher beobachtete starke Bev√∂lkerungszunahme beim Feldsperling zum Stillstand gekommen ist.

W√§hrend sich bei den V√∂geln unserer D√∂rfer und St√§dte √ľber die Jahre Zu- und Abnahmen unter den V√∂geln die Waage halten, gibt es auf den Wiesen und Feldern fast nur Verlierer. In den vergangenen 25 Jahren brechen dort die Best√§nde typischer Vogelarten der Agrarlandschaft, wie Feldlerche, Kiebitz oder Rebhuhn regelrecht zusammen.

Der NABU freut sich nicht nur √ľber den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn dieser Mitmachaktion. ‚ÄěDie Daten zeigen auch, dass die wiederholte Teilnahme an der Stunde der Gartenv√∂gel zu besserer Kenntnis der Vogelwelt f√ľhrt. Das l√§sst auch darauf hoffen, dass sich immer mehr Menschen f√ľr eine besonders vogel- und naturfreundliche Gartengestaltung entschlie√üen.
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Eintrag vom: 18.05.2017  




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