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Freie Bahn fĂŒr Wildtiere
ADAC, Deutscher Jagdverband, Naturschutzbund (NABU) und der WWF Deutschland wollen fĂŒnf Prozent weniger WildunfĂ€lle jĂ€hrlich. Deutschland hat zu wenig „GrĂŒne Infrastruktur“.

Hunderttausende Rehe, Hirsche, FĂŒchse und viele andere Tiere sterben jedes Jahr auf unseren Straßen. WildunfĂ€lle stellen zudem fĂŒr Autofahrer ein erhebliches Risiko dar. Zum anderen gefĂ€hrden die Zerschneidung und Verinselung von LebensrĂ€umen die biologische Vielfalt in Deutschland.

ADAC, Deutscher Jagdverband, Naturschutzbund (NABU) und der WWF Deutschland begrĂŒĂŸen deshalb das heute vom Bundesamt fĂŒr Naturschutz (BfN) in Berlin vorgestellte „Bundeskonzept GrĂŒne Infrastruktur“ als eine dringend notwendige Grundlage. Gleichzeitig kritisieren sie die schleppende Umsetzung des 2012 beschlossenen Bundesprogramms Wiedervernetzung sowie eines bundesweiten Biotopverbunds. Grund dafĂŒr ist neben der unzureichenden Finanzierung auch der bestehende Mangel von bundesweiten Planungsgrundlagen und Umsetzungsstrategien.

In einem gemeinsamen Papier fordern die VerbĂ€nde daher Bund und LĂ€nder auf, ihre Anstrengungen zur Umsetzung von Wiedervernetzung und Biotopverbund deutlich zu verstĂ€rken. Ziel mĂŒsse es sein, die Zahl der VerkehrsunfĂ€lle mit Wildtieren – auch zum Schutz des Menschen – um jĂ€hrlich fĂŒnf Prozent zu verringern. HierfĂŒr brauche es geeignete Maßnahmen wie Querungshilfen, Wildwarnanlagen oder ZĂ€unung.

Außerdem sollte ab sofort mindestens ein Prozent der Investitionen in Bundesfernstraßen fĂŒr Maßnahmen zur Wiedervernetzung von LebensrĂ€umen an bestehenden Bundesauto-bahnen und Bundesfernstraßen verwendet werden. Bis zum Jahr 2027 sollen so die 93 wichtigsten Wiedervernetzungsabschnitte aus dem Bundesprogramm abgearbeitet sein.

FĂŒr den dauerhaften Ausbau und den Erhalt GrĂŒner Infrastruktur sollte ein „Bundesnetzplan Biotopverbund“ eine lĂ€nderĂŒbergreifende Vernetzung von LebensrĂ€umen gewĂ€hrleisten. Als fester Bestandteil der Raumplanung wĂ€ren auf diese Weise wichtige Achsen sowie ĂŒberlebenswichtige KernflĂ€chen des Biotopverbundsystems dauerhaft gesichert. Besonderer Wert ist dabei auf die bestmögliche Einbindung von WildbrĂŒcken und anderen Querungshilfen in das Netz der Natur zu legen.

Eines der grĂ¶ĂŸten Probleme stellt derzeit die intensive Landnutzung und damit die VerfĂŒgbarkeit von FlĂ€che fĂŒr den Naturschutz dar. Hier fordern die VerbĂ€nde von der öffentlichen Hand, den Verkauf wichtiger FlĂ€chen aus ihrem Besitz einzustellen und diese fĂŒr die Umsetzung des lĂ€nderĂŒbergreifenden Biotopverbundes bereitzuhalten. Insbesondere in der Agrarlandschaft mĂŒssten ausreichend Trittstein- und VernetzungslebensrĂ€ume wie z.B. Waldinseln, Feuchtgebiete oder Hecken geschaffen werden. Hier ist auch die Agrarpolitik gefordert.

Die Tagung „Lebensraumkorridore fĂŒr Mensch und Natur“ am 27. MĂ€rz 2017 in der Berliner Landesvertretung von Baden-WĂŒrttemberg befasst sich ebenfalls mit der Thematik der Wiedervernetzung und stellt zahlreiche Praxisbeispiele vor.
 
Eintrag vom: 23.03.2017  




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