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WWF zum Valentinstag 2009:
Geschenke sind auch im Tierreich ein Beweis fĂŒr Zuneigung und Begehren.

SĂŒĂŸe Leckereien, Blumen und Grußkarten – zum Valentinstag drĂŒcken Verliebte mit kleinen Geschenken und Aufmerksamkeiten ihre Zuneigung aus. Doch diese Tradition ist bei weitem keine rein menschliche Erfindung. Auch im Tierreich haben PrĂ€sente - besonders zur Paarungszeit - Hochkonjunktur. Bei vielen Arten versuchen die MĂ€nnchen durch Hörner, Geweihe, auffĂ€llige Fiederung, bunte Farbmuster oder MĂ€hnen ihre Konkurrenten und die Weibchen zu beeindrucken. Allerdings: „Gut aussehen allein genĂŒgt eben auch im Tierreich nicht immer“, erklĂ€rt Michaela Kitschke, Artenschutzexpertin beim WWF Deutschland. „Mit Geschenken und Aufmerksamkeiten wird die Partnerin zusĂ€tzlich umworben.“

Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Das weiß auch der in Deutschland heimische gefĂ€hrdete Eisvogel fĂŒr sich zu nutzen. Er versucht seine Herzensdame mit frischem Fisch zu ĂŒberzeugen. Dass der anregende Appetithappen nicht fĂŒr ihn selbst ist, lĂ€sst sich daran erkennen, wenn der Fischkopf Richtung Weibchen zeigt. Die Angebetete kann ihn so nĂ€mlich leichter schlucken. Auch bei unseren nĂ€chsten Verwandten im Tierreich, den Menschenaffen, sind wohlschmeckende PrĂ€sente nicht unbekannt. Die fĂŒr ihr ausschweifendes Sexualleben berĂŒhmt-berĂŒchtigten Bonobos etwa beschenken sich mit Zuckerrohrstangen, wĂ€hrend mĂ€nnliche Schimpansen ihrer AuserwĂ€hlten sĂŒĂŸe FrĂŒchte servieren. „Schenkende Schimpansen sind meist erfolgreicher als ihre nicht-schenkenden Artgenossen. Kleine Aufmerksamkeiten zahlen sich eben aus“, sagt Michaela Kitschke vom WWF.

Den Liebesakt zum echten Happening macht dagegen die Rollwespe der Familie Tiphiidae. Sie spendiert ihrer AuserwĂ€hlten einen Freiflug. Das ist deshalb eine besonders aufmerksame Geste, da die Weibchen ohne FlĂŒgel geboren werden und sich ohne mĂ€nnliche Hilfe niemals in die LĂŒfte erheben können. Der Lohn fĂŒr die MĂŒhe ist dabei schnell erklĂ€rt: WĂ€hrend des Fluges ist genĂŒgend Zeit fĂŒr Sex.

Auch ein schicker Frack entbindet nicht von Geschenken: Von einigen Pinguinarten ist bekannt, dass sie sich gemeinsam ein Nest bauen und sich dafĂŒr gegenseitig mit Nistmaterial beschenken. Bei den Eselspinguinen festigt dieses Ritual jedoch nicht nur die Bindungen der Paare, sondern verschafft auch dem Nachwuchs einen klaren Vorteil. „Forscher haben herausgefunden, dass schlecht ausgebaute Pinguinnester schneller feucht und matschig werden, was die Überlebenschancen der Jungen senkt“, erklĂ€rt Michaela Kitschke vom WWF. Mit Steinen versuchen auch die mĂ€nnlichen SĂŒĂŸwasserdelphine im Amzonas bei der Brautschau zu punkten. Sie sammeln die Findlinge auf und prĂ€sentieren sie der Angebeteten in ihrem Maul.
 
Eintrag vom: 13.02.2009  




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