oekoplus - Freiburg
Samstag, 26. September 2020
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


 
Initiative gegen Ackergift
EuropĂ€ische BĂŒrgerinitiative zum Verbot von Glyphosat gestartet

Berlin, 08.02.2017. Organisationen aus 13 EU-LĂ€ndern starten heute eine EuropĂ€ische BĂŒrgerinitiative (EBI) zum Verbot des Pestizids Glyphosat. Bis Ende Juni wollen sie mehr als eine Million Unterschriften sammeln. Danach entscheiden EU-Kommission und Mitgliedstaaten ĂŒber die erneute Zulassung des Pestizids. In Deutschland wird die Initiative vom Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz BUND, der BĂŒrgerbewegung Campact, dem Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN Germany), dem Umweltinstitut MĂŒnchen und WeMove.EU getragen. Parallel laufen Proteste gegen Glyphosat in Rom, Paris, Barcelona, Madrid und Wien.

„Die BĂŒrger Europas werden der Lobbymacht von Monsanto die Stirn bieten. Ein Pestizid, das im Verdacht steht Krebs auszulösen, hat in einer modernen, bĂ€uerlichen Landwirtschaft nichts zu suchen. Mit der EuropĂ€ischen BĂŒrgerinitiative setzen die Menschen auf ein demokratisches Europa mit hohen Umwelt- und Gesundheitsstandards”, sagte Christoph Bautz, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Campact.

„Glyphosat tötet alles GrĂŒn auf dem Acker und zerstört die Nahrungspflanzen von Schmetterlingen, Bienen und Vögeln. Glyphosat ist maßgeblich verantwortlich fĂŒr das Artensterben in der Agrarlandschaft und das ist auch der EU-Kommission bekannt. Die Kommission muss den Schutz unserer Lebensgrundlagen klar ĂŒber die Profitinteressen der Pestizidhersteller stellen. FĂŒr Glyphosat darf es keine Wiederzulassung geben“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Ein Report von PAN International zeigt, welche Risiken fĂŒr Natur, Umwelt und Mensch durch den massenhaften Einsatz des Agrargiftes von Monsanto und Co. bestehen. JĂ€hrlich werden weltweit rund 800.000 Tonnen glyphosathaltiger Spritzmittel hergestellt. “Harte Fakten sprechen dafĂŒr, Glyphosat als krebserregend einzustufen. Die Gegenargumente der Behörden stehen auf tönernen FĂŒĂŸen. Hinzu kommt, dass Glyphosat im Körper nicht gleich verteilt wird. In bestimmten Organen sind die Konzentrationen zehn- bis hundertfach höher als im Blut. Es muss verboten werden”, sagte der Toxikologe Peter Clausing, einer der Autoren des PAN-Reports.

Eine EuropĂ€ische BĂŒrgerinitiative ist ein Verfahren der EU fĂŒr mehr BĂŒrgerbeteiligung. Die EU-Kommission hat die Initiative offiziell zugelassen. Von der Kommission fordert die EBI das Verbot von Glyphosat, EU-weite obligatorische Pestizid-Reduktionsziele und eine von der Industrie unabhĂ€ngige wissenschaftliche Bewertung von Pestiziden. Bisher tragen NGOs aus 13 LĂ€ndern den Protest gegen Glyphosat mit. “Die Breite des BĂŒndnisses zeigt ein klares Bekenntnis zu einem Europa, das seine Bevölkerung mit hohen Standards schĂŒtzt. Die Reaktion der EuropĂ€ischen Kommission wird zeigen, wem sie mehr Gehör schenkt: den Agrarkonzernen oder uns BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern”, sagte Jörg Rohwedder von WeMove.EU.
Mehr
Eintrag vom: 08.02.2017  




zurück
Oekostation_Haus_3026_2a.JPG

Copyright 2010 - 2020 Benjamin Jäger