oekoplus - Freiburg
Dienstag, 28. November 2023
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Kiebitze wieder in Freiburg
Umweltschutzamt sch├╝tzt gemeinsam mit Opfinger
Landwirt die stark gef├Ąhrdete und streng gesch├╝tzte
Vogelart

Es ist eine kleine Sensation, denn erstmals in diesem Jahr
haben wieder Kiebitze in Freiburg gebr├╝tet. Seit Mitte der
1990er Jahre sind die Best├Ąnde des schwarz-wei├č
gefiederten, taubengro├čen Vogels rapide zur├╝ckgegangen;
von den 1996 noch 2000 Brutpaaren am s├╝dlichen Oberrhein
sind nur noch wenige Restpopulationen ├╝brig geblieben. Mit
seinem ÔÇ×Kiwitt, kiwittÔÇť-Rufen ist der Kiebitz mit seiner auf dem
Kopf sitzenden Federhaube auch f├╝r Nicht-Ornithologen leicht
zu erkennen.

Der Kiebitz bevorzugt f├╝r sein Brutgesch├Ąft feuchtes
Gr├╝nland, das er kaum noch in den immer intensiver
genutzten Kulturlandschaften vorfindet. Dies ist einer der
Hauptgr├╝nde f├╝r den R├╝ckgang der mittlerweile in der Roten
Liste Baden-W├╝rttembergs als stark gef├Ąhrdet eingestuften
und nach Bundesnaturschutzgesetz streng gesch├╝tzten
Vogelart.

Viele der Kiebitze sind daher auf Ackerfl├Ąchen ausgewichen.
Durch die Bewirtschaftung der Äcker durch die Landwirte und
der damit verbundenen St├Ârung waren diese Fl├Ąchen f├╝r die
V├Âgel aber keine wirkliche Alternative zum Br├╝ten.

Ein lokaler Ornithologe entdeckte in diesem Fr├╝hjahr mehrere
Kiebitze ├╝ber einem Acker in Opfingen. Aufgrund seines
Hinweises konnten die Experten des Umweltschutzamts
rechtzeitig reagieren, informierten sofort den Landwirt und
lokalisierten schnellstm├Âglich die Nester vor Ort, und planten
geeignete Schutzma├čnahmen, um den V├Âgeln eine
erfolgreiche Brut auf den Ackerfl├Ąchen zu erm├Âglichen.

ÔÇ×Kiebitze habe ich schon lange nicht mehr auf meinen
Fl├Ąchen gesehenÔÇť, freute sich der betroffene Landwirt Erwin
Wagner und war sofort bereit die Brutv├Âgel zu sch├╝tzen. So
verzichtete er darauf, auf einer 100 Quadratmeter gro├čen
Fl├Ąche um die Kiebitz-Gelege den Boden zu bearbeiten und
Mais einzus├Ąen. So wurden die br├╝tenden Kiebitze nicht
gest├Ârt, auch das sp├Ątere ├ťberwachsen der Nester durch den
Mais konnte damit vermieden werden. Die Kiebitze und ihre
K├╝ken brauchen eine niedrige Vegetation, in der sie Nahrung
suchen, Deckung finden und ihre Umgebung im Blick haben
k├Ânnen.

Als Ausgleich f├╝r seine Ertragseinbu├čen und wirtschaftlichen
Mehraufwand zum Schutz der br├╝tenden Kiebitze konnte das
Umweltschutzamt dem Landwirt einen LandschaftspflegeVertrag
vermitteln. Das Naturschutzrecht in BadenW├╝rttemberg
macht es m├Âglich, dass Landwirte f├╝r
Aufwendungen und Ertragsausf├Ąlle im Zusammenhang mit
Artenschutzma├čnahmen entsch├Ądigt werden k├Ânnen.

Die M├╝he hat sich gelohnt und es wurden etliche junge
Kiebitze im Sommer ├╝ber den Feldern von Opfingen
gesichtet. ÔÇ×Das zeigt, wie wichtig eine vertrauensvolle
Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichem Naturschutz,
Landwirtschaft und Verwaltung ist, um Erfolge beim
Artenschutz im Offenland zu erzielenÔÇť stellt Harald Schaich
vom Umweltschutzamt fest. Es ist zu erwarten, dass die
Kiebitze als ortstreue V├Âgel im n├Ąchsten Fr├╝hjahr wieder
zur├╝ckkommen werden. Aus diesem Grunde plant das
Umweltschutzamt jetzt gemeinsam mit dem Landwirt, die
Bewirtschaftung seiner Fl├Ąche dauerhaft an die Bed├╝rfnisse
des Kiebitzes anzupassen.
 
Eintrag vom: 17.11.2016  




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