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Dienstag, 28. November 2023
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NABU: Klimaziele voranbringen
Bundesvertreterversammlung tagte in Essen


Der NABU hat die Bundesregierung erneut aufgefordert, ein Klimaschutzgesetz auf den Weg zu bringen, um die international vereinbarten Klimaziele konsequent in Deutschland voranzutreiben und den Ausbau erneuerbarer Energien naturverträglich umzusetzen. Aus NABU-Sicht reiche der jetzt vorliegende Klimaschutzplan 2050 nicht aus, um den im Pariser Klimaabkommen formulierten Zielen zur Begrenzung der Erderwärmung gerecht zu werden. Ein verbindliches Gesetz sei nötig, um die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft zielgerichtet zu verfolgen und langfristig Planungs- und Investitionssicherheit zu erreichen.

‚ÄěDie derzeitige geplante Minderung von 80 bis 95 Prozent bis 2050 steht nicht im Einklang mit dem v√∂lkerrechtlich verbindlichen Ziel, die Erderw√§rmung auf deutlich unter zwei Grad oder besser noch 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Hier muss die Bundesregierung nachbessern und als Zielmarke mindestens 95 Prozent Treibhausgasminderung setzen‚Äú, so Tschimpke. Auch wenn sich die Bundesregierung mit der Formulierung des Kohleausstiegs schwer tue, m√ľsse jetzt der geordnete Ausstieg geplant und schrittweise eingeleitet werden. Der NABU fordert einen gesetzlich geregelten Kohleausstiegsplan, um in sp√§testens 20 Jahren komplett unabh√§ngig von Kohlekraftwerken zu sein.

Die Delegierten befassten sich mit dem naturvertr√§glichen Ausbau der Windenergie an Land und auf See. Bei der Standortwahl von Windenergieanlagen k√∂nnen aus NABU-Sicht viele Konflikte vermieden werden, durch eine sorgf√§ltige Standortwahl sowie Qualit√§tssicherung bei der Planungspraxis. Naturvertr√§glichkeit m√ľsse integraler Bestandteil der Energiewende werden.

‚ÄěDass inzwischen bereits √ľber 26.000 Windkraftanlagen in Deutschland stehen, zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Wir gewinnen aber nichts, wenn unsere Artenvielfalt durch schlecht geplante oder alte, wenig leistungsstarke Anlagen beeintr√§chtigt wird. F√ľr eine erfolgreiche naturvertr√§gliche Energiewende ist es aber notwendig, dass sich zu aller erst unser Ressourcen-und Energieverbrauch reduziert und Effizienzpotentiale gesteigert und genutzt werden‚Äú, so Tschimpke.

Der NABU-Landesvorsitzende Josef Tumbrinck verwies auf die zur√ľckliegenden 50 Jahre erfolgreicher Naturschutzarbeit in NRW. Dass es gelungen sei, die Bundesdelegiertenversammlung im Jubil√§umsjahr des Landesverbandes an den Gr√ľndungsort des NABU NRW nach Essen zu holen, sei eine besondere Auszeichnung, zeige aber auch die Bedeutung des drittgr√∂√üten Landesverbandes. So sei NRW mit seinem Landesklimaschutzgesetz und dem Landesklimaschutzplan bundesweit Vorreiter. ‚ÄěDie darin enthaltenen Ziele, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent gegen√ľber dem Niveau von 1990 zu senken, erfordern allerdings massive Anstrengungen zur Energieeinsparung und Steigerung der Energieeffizienz sowie eine konsequente und vollst√§ndige Umstellung unserer Stromversorgung auf erneuerbare Energien. Der NABU erwartet aber genauso deutlich eine naturvertr√§gliche Umsetzung der Energiewende, die den Erhalt der biologischen Vielfalt als wichtiges Kriterium konsequent ber√ľcksichtigt‚Äú, so Tumbrinck.

Mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 legte der NABU in Essen Kernforderungen f√ľr eine zukunftsf√§hige Umweltpolitik in Deutschland vor. Neben der Umsetzung der Klimaziele sieht der NABU dringenden Handlungsbedarf, um den alarmierenden Verlust der biologischen Vielfalt in der EU zu stoppen. ‚ÄěWenn wir das Artensterben aufhalten und unsere Umwelt- und Lebensgrundlagen besser sch√ľtzen wollen, brauchen wir eine drastische Reform der EU-Agrarpolitik. Statt Gelder nach dem Prinzip Gie√ükanne zu verteilen, sollten nachhaltiges Wirtschaften und Naturschutzleistungen durch gezielte Pr√§mien gef√∂rdert werden. Das ist auch effizient und fair f√ľr den Steuerzahler‚Äú, so Tschimpke. Hier hat der NABU bereits in Berlin Vorschl√§ge unterbreitet, wie F√∂rdergelder k√ľnftig so verteilt werden k√∂nnen, dass Umwelt und Landwirte gleicherma√üen profitieren. Am 16. November wird er diese dann auch in Br√ľssel vorstellen.

Die intensive Landwirtschaft mit ihrem fl√§chendeckenden, massiven Pestizideinsatz gilt auch als Hauptverursacher des Insektensterbens. Anfang 2015 lieferten Forschungsergebnisse aus Nordrhein-Westfalen alarmierende Zahlen: Danach ist die Biomasse der heimischen Insekten in den letzten 20 Jahren um 80 Prozent zur√ľckgegangen. In einer von der NABU-Bundesvollversammlung verabschiedeten Resolution zum Insektensterben, forderten die Delegierten Bund und L√§nder mit Nachdruck auf, alle Ma√ünahmen, die sich sch√§dlich auf die biologische Vielfalt auswirken, rasch zu unterbinden. So m√ľsse, der Wandel zu einer √∂kologisch vertr√§glichen Forst- und Landwirtschaft eingeleitet, die Agrarf√∂rderung an die nachhaltige Bewahrung der Biodiversit√§t gekoppelt sowie die bereits geltenden Gesetze strikter kontrolliert werden.
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Eintrag vom: 17.11.2016  




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